Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0710/55685.html    Veröffentlicht: 29.10.2007 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/55685

Spieletest: Alien Syndrome - Ballern wie vorgestern

Sega belebt Klassiker für Wii und PSP

Wer sich an den Namen "Alien Syndrome" noch erinnern kann, ist wohl schon eine ganze Weile mit Videospielen beschäftigt - der Shooter in Gauntlet-Manier wurde von Sega schließlich bereits Ende der achtziger Jahre veröffentlicht. Jetzt hat man das Konzept für Nintendo Wii und PSP neu belebt; selbst für Nostalgiker dürfte das allerdings nur begrenzt ein Grund zur Freude sein.

Alien Syndrome (Wii, PSP)
Alien Syndrome (Wii, PSP)
Die Story ist ebenso simpel wie schnell erzählt: Eine Raumschiff ist von bösen Aliens infiltriert, und dem Spieler obliegt die Aufgabe, eben diese mit diversen Feuerwaffen in einer praktisch ununterbrochenen Dauerballerei zu erledigen. Alien Syndrome bettet dabei - allerdings in sehr geringem Umfang - ein paar Rollenspielelemente ins Gameplay ein; so gibt es gleich zu Spielbeginn eine Hand voll unterschiedlicher Heldentypen auszuwählen, die allesamt unterschiedlich bewaffnet starten. Im Spielverlauf kommen zudem Erfahrungspunkte hinzu, die die eigenen Attribute aufwerten.

Alien Syndrome (Wii)
Alien Syndrome (Wii)
Insgesamt wirkt sich all das aber nur unwesentlich auf den Spielablauf aus - und der besteht eben aus ununterbrochenem Malträtieren der Feuertaste. Daran ändern auch gelegentliche Bosskämpfe, zahlreiche aufsammelbare Extras und ein paar unspektakuläre Missionsaufgaben nichts. Zeit braucht es allerdings, bis die Wii-Steuerung verinnerlicht wurde; Laufen und Zielen wurde auf Nunchuk und Wiimote verteilt, was zunächst eine gewisse Einarbeitung erfordert.

Alien Syndrome (Wii)
Alien Syndrome (Wii)
Während man die mangelhafte KI und die Monotonie der Gegner-Massen eventuell noch als "historisch korrekt" bezeichnen kann, will man bei der Präsentation beim besten Willen nicht mehr nachsichtig sein - die ist der Wii einfach nicht würdig. Das Spiel sieht antiquiert und detailarm aus - angesichts des Verkaufspreises von 50 Euro kaum nachvollziehbar, dass hier so wenig Arbeit in die Neuauflage gesteckt wurde.

Alien Syndrome ist bereits im Handel erhältlich. Neben der hier getesteten Version für Wii existiert auch eine uns nicht vorliegende Umsetzung für die PSP.

Fazit:
Eigentlich weiß man bei Sega, wie sich Klassiker sinnvoll auf aktuelle Konsolengenerationen portieren lassen; die zahlreichen Sonic-Neuauflagen sind da ein gutes Beispiel. Alien Syndrome hingegen ist - vor allem in Anbetracht des Preises - selbst für Retro-Fans keine lohnenswerte Anschaffung; warum man ausgerechnet 50 Euro für eine monotone Dauerballerei ohne jegliche Herausforderung ausgeben soll, die dann auch noch mies aussieht, wird sich wohl kaum jemandem erschließen.  (tw)


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