Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9912/5567.html    Veröffentlicht: 17.12.1999 09:28    Kurz-URL: https://glm.io/5567

Auto-Freisprechanlagen: Viele sind gefährlich

Aus Sicherheitsgründen will die Bundesregierung das Telefonieren per Handy im Auto verbieten, doch die stattdessen zu nutzenden Freisprechanlagen sind zum Teil im Straßenverkehr ebenso unsicher wie Handys.

Die neueste Ausgabe der Zeitschrift Test berichtet, dass bei einigen Freisprechanlagen die umständliche Bedienung sowie schlechte Ton- und Empfangsqualität den Fahrer so sehr stressen, dass er sogar stärker abgelenkt ist als bei Gesprächen per Handy.

Wer beim Auto fahren in der einen Hand ein Funktelefon hält, kann mit der anderen entweder nur lenken, den Blinker setzen oder schalten - beim Abbiegen ist das relativ schwierig. Eine Lösung für dieses Problem sollen Freisprechanlagen sein. Dabei wird das Handy meist in eine Halterung an der Mittelkonsole gesteckt, der Gesprächspartner ist über einen externen Lautsprecher zu hören, die eigenen Worte nimmt ein Mikrofon auf. So einfach klappt es aber in der Praxis nicht. Die Stiftung hat Freisprechanlagen unterschiedlicher Systeme zu Preisen von 50 bis 2400 Mark untersucht. Das Ergebnis: Nur fest installierte Freisprechanlagen mit Spracherkennung sind empfehlenswert. Eine solche Anlage kostet allerdings 600 Mark und mehr.

Freisprechanlagen, die nachweislich ebenso ablenken wie Handys, sollten nach Ansicht der Stiftung Warentest nicht zugelassen werden. Dazu zählen vor allem preisgünstige Systeme, die schnell installiert sind und nur in den Zigarettenanzünder gesteckt werden. Ansonsten vervielfacht die geplante gesetzliche Regelung nach Ansicht der Warentester die Gefahr, die sie eigentlich bannen will.  (ad)


© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/