Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0710/55662.html    Veröffentlicht: 26.10.2007 18:48    Kurz-URL: https://glm.io/55662

Philips: Mit Technik zum freundlichen Krankenhaus

Hersteller zeigt Designkonzepte für die nahe Zukunft

Durch pfiffigen Einsatz von Licht und Design versucht Philips seit einiger Zeit Technik und Wohnräume freundlicher zu gestalten - sei es durch Aurea-Fernseher, durch überdimensionale Leucht-Wecker oder durch steuerbare Dekor-Leuchten. Auch im Rahmen eines seiner "Simplicity Events" hat der Hersteller nun wieder neue Konzepte vorgestellt - diesmal konzentriert auf das Thema Wohlergehen von Menschen, sei es zu Hause, im Krankenhaus oder unterwegs.

2007 Philips Simplicity
2007 Philips Simplicity
Der "2007 Philips Simplicity Event" fand diese Woche in Londons Messezentrum Earls Court 2 statt und richtete sich an ausgewählte Kunden, Geschäftspartner, medizinisches Fachpersonal und Vertreter der öffentlichen Hand. Philips' Leitspruch "Sense and Simplicity" spielte auch auf dieser Veranstaltung eine Rolle, das konkrete Thema war "Caring for People's Well-being" - die Sorge für das menschliche Wohlbefinden.

Auch Aurea wurde präsentiert
Auch Aurea wurde präsentiert
Das menschliche Wohlbefinden will Philips bei der Betreuung von Gästen, der Betreuung von Familien und der Betreuung von Patienten fördern. Die vorgestellten Designkonzepte wurden laut Philips gemeinsam mit Anthropologen, Soziologen, Designern, Ingenieuren und Trägern des wirtschaftlichen Lebens ersonnen. Philips zufolge steht hinter den Konzepten ein holistischer Ansatz zur Gesundheitspflege, bei dem Gesundheit und Wohlergehen alle Aspekte des Alltags einer Person berühren.

Die Schwerpunkte lägen dabei auf Entspannung, Heilung und Unterhaltung - und in den drei Hauptgeschäftsbereichen von Philips, der Gesundheitspflege, der Beleuchtung und dem Verbraucher-Lifestyle. Philips' Marketing-Leiter Andrea Ragnetti betont, dass es darum gehe, "Konzepte und Produkte rund um die Verbraucherbedürfnisse herum zu designen." Bei der Simplicity-Veranstaltung gehe es auch darum einen Dialog darüber anzuregen, "wie das wachsende Verlangen nach Produkten für Wellness anzusprechen ist."

Celebrating Pregnancy
Celebrating Pregnancy
Ein Trend, den Philips laut eigenen Angaben erforschen wird, ist die wachsende Tendenz bei Paaren, erst später im Leben eine Familie zu gründen. Dabei geht es dem Hersteller um eine potenziell kaufkräftige Kundschaft: Ältere Eltern würden im Allgemeinen über höhere verfügbare Einkommen und Mittel verfügen, um die Schwangerschaft zu erleben und zu genießen. Beim Designkonzept "Celebrating Pregnancy" ("Schwangerschaft feiern") soll ein warm gestalteter "Schwangerschaftsraum" die ärztliche Ultraschalluntersuchung ästhetischer gestalten.

Ein bequemer Sessel mit einem breiten Ultraschallgürtel und Platz für den Partner dient dazu, die Untersuchung selbst auch angenehmer zu machen. Während des Scans dunkelt sich der Raum automatisch etwas ab, um in einem an der Wand hängenden halbkugelförmigen Display ("Presentation Bump") die bewegte 3D-Computergrafik-Darstellung des atmenden Babys im aktuellen Zustand zu präsentieren und auch die Entwicklung mit Hilfe älterer Scans zu veranschaulichen.

Celebrating Pregnancy
Celebrating Pregnancy
Damit Eltern diese interaktive 3D-Darstellung ihres werdenden Nachwuchses auch mitnehmen und herumzeigen können, lädt ihnen der Arzt die Daten in das "Bebescope", ein drahtloses tragbares Gerät. Die Steuerung des "Celebrating-Pregnancy"-Systems durch den Arzt erfolgt über ein drahtloses Kontroll-Tablett ("Control Tablet"), das auch zusätzliche Daten anzeigt. Die Routine-Untersuchungen erledigt die Elektronik automatisch.

Die Elemente des Systems könnten Philips zufolge auch in anderen medizinischen Bereichen eingesetzt werden, die 3D-Ultraschalltechnik etwa bei Herzpatienten und die "4D-Visualisierung" zur Beobachtung von degenerativen Verletzungen, Krankheiten oder auch Sportverletzungen eingesetzt werden.

Das Designkonzept "Ambient Healing Space" geht in diese Richtung - statt eines typischen Krankenhauszimmers soll dieser "Heilungsraum" eher an ein komfortables Hotelzimmer erinnern. Die Technik nebst der ganzen Sensorik ist elegant in Bett, dennoch kabelloser Bettdecke ("Body Sensing Blanket") und Wand integriert, soll also nicht bedrohlich wirken. Erst bei der Visite werden die Geräte präsenter. Eine angenehme Atmosphäre soll auch hier durch spezielle Beleuchtung - die zusätzlich zum sanften Wecken dienen kann - und ein Kommunikationssysteme geschaffen werden. Selbst wer im Bett liegt kann jederzeit ein Videotelefonat führen, die Technik dazu ist seitlich neben dem Kopfkissen versteckt.

Ambient Healing Space
Ambient Healing Space
Ziel ist es aber laut Philips nicht nur dem Patienten den Krankenhausaufenthalt stressfreier und angenehmer machen, sondern auch die Zusammenarbeit von Krankenhauspersonal und Patient bei der Pflege zu unterstützen. Damit der Patient den Arzt besser versteht, soll eine großflächige visuelle Präsentation der medizinischen Daten möglich sein - und dieses Verständnis wiederum dem Arzt zugute kommen. Philips schweben noch weitere Einsatzbereiche für die einzelnen Elemente vor, sei es in (Wellness-)Hotels, in Zahnarztpraxen, in Altenheimen und im privaten Zuhause.

Daylight
Daylight
Mit "Daylight" (Tageslicht) stellte Philips zudem noch ein Hotel-Szenario vor, das Reisen in unterschiedliche Zeitzonen weniger problematisch machen soll. Das soll einerseits durch sanftes Wecken mit Licht und Ton, andererseits durch eine Lichttherapie - auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse - gegen Jetlag erfolgen. Zudem soll das Fenster zur Außenwelt elektronisch steuerbar sein - nicht nur in Bezug auf seine Lichtdurchlässigkeit. Es kann auch als künstliches Licht dienen und als großes interaktives Display mit grafischen Elementen verziert werden. Auch hier gibt es verschiedene weitere Einsatzmöglichkeiten, Philips erwähnt Büros, Krankenhäuser, Pflegestationen, Schulen, Flughafen-Lounges und Wohnungen.

Die vorgestellten Designkonzepte bzw. die darin enthaltenen Produktideen können laut Philips durchaus in 3 bis 5 Jahren erhältlich sein. Weitere Einzelheiten in Bezug auf welche Produkte und wann diese genau in den Markt kommen gibt es leider noch nicht.  (ck)


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