Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0710/55660.html    Veröffentlicht: 26.10.2007 17:43    Kurz-URL: https://glm.io/55660

NECs SX-9 soll schnellster Supercomputer werden

Theoretische Rechenleistung von 839 TFLOPS als Vektorrechner

Der einstmalige Supercomputer-Spitzenreiter NEC will zurück an die erste Stelle der Top-500-Liste. In Japan stellte das Unternehmen dafür sein Sytem "SX-9" vor, das wie bisherige NEC-Supercomputer als Vektorcomputer ausgelegt ist.

Der bekannteste Supercomputer aller Zeiten dürfte der Earth Simulator von NEC sein: Er führte ab 2002 drei Jahre lang die Top-500-Liste der schnellsten Rechner der Welt an, und wurde erst 2004 von immer schneller werdenden x86- und RISC-Computern verdrängt. Das Erfolgsgeheimnis des Earth Simulators war das Design als Vektorrechner. Dabei werden nicht Befehle Schritt für Schritt abgearbeitet, sondern auf Datentypen wie Matrizen dieselben Operationen in wenigen Takten parallel angewandt. Daher sind Vektorrechner anderen Architekturen auch nur bei sehr großen und gleichförmigen Datenmengen überlegen. Wie der Name des einstigen Top-500-Spitzenreiters schon nahe legt, geht es dabei vor allem um Wettervorhersagen und Klimasimulationen.

Da die Software für Vektorrechner viel genauer an die jeweilige Architektur angepasst werden muss, sind die folgenden Leistungsangaben auch theoretische Maxima, worauf NEC in seinen Angaben auch hinweist. So soll der SX-9 bis zu 839 Teraflops an Vektor-Leistung erzielen, was aber nur für ein voll ausgebautes System aus 512 Knoten (Nodes) mit 8.192 Prozessoren gilt. Jeder Knoten besteht aus 16 Prozessoren, von denen jeder einzelne eine theoretische Leistung von über 100 Gigaflops erzielen kann.

NEC SX-9
NEC SX-9
Der Speicher ist pro Node bis zu 1 Terabyte groß, und somit 512 TByte für die größte mögliche Konfiguration. Weitere Angaben zum Design des SX-9 hat NEC noch nicht vorgelegt, gibt aber an, dass die Prozessoren in 65 Nanometern Strukturbreite gefertigt werden und der gesamte Rechner ein Viertel der Grundfläche und der Leistungsaufnahme seines Vorgängers SX-8 benötigen soll.

Zwar hat NEC auch noch keine Zahlen mit dem Top-500-Benchmark Linpack vorgelegt, aber schon der bisherige Spitzenwert dort von 280 TFLOPS für den BlueGene/L von IBM - auch seit Jahren ungeschlagen - zeigt, wie weit NEC die Leistung gesteigert haben will. Weitere Informationen werden für die Supercomputing-Konferenz SC07 erwartet, die ab dem 10. November in Reno, Nevada, stattfindet.  (nie)


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Links zum Artikel:
NEC (.com): http://www.nec.com/
TOP500 Supercomputer Sites (.org): http://www.top500.org/

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