Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0710/55659.html    Veröffentlicht: 26.10.2007 16:53    Kurz-URL: https://glm.io/55659

MoobiCent: Verwirrung um HSDPA-Flatrate

Nutzer klagen über geringe Datenraten

Im April 2007 startete der Dienst MoobiCent mit einer HSDPA-Flatrate für Mobiltelefone. Seit einigen Monaten beschweren sich Nutzer des Dienstes in Internetforen über geringe Datenraten. Die Verantwortlichen von MoobiCent machen dafür technische Probleme verantwortlich, die sie aber nicht näher benennen können.

Im Gespräch mit Golem.de widersprach Hans-Peter Eitel, Geschäftsführer von MoobiCent, vehement der in Internetforen geäußerten Vermutung, dass die Bandbreite für Vielnutzer gezielt gedrosselt werde. Eitel räumte aber ein, dass es in einzelnen Fällen zu technischen Einschränkungen kommen könne. Warum es zu diesen Einschränkungen kommt, konnte der MoobiCent-Chef auch auf Nachfrage nicht erklären. Laut Firmenaussage arbeite man daran, eine Lösung für das Problem zu finden, das nunmehr seit einigen Monaten besteht.

Offenbar hat die HSDPA-Flatrate von MoobiCent in den vergangenen Wochen viele Intensivnutzer angelockt, denn MoobiCent spricht davon, dass das Unternehmen mit einem so guten Zuspruch nicht gerechnet habe. Genaue Nutzerzahlen wollte die Firma indes nicht verraten. Im Gespräch sahen die MoobiCent-Verantwortlichen vor allem Vielnutzer durchaus als Problem. Sie beklagten sich, dass manche Nutzer monatlich weit über 100 GByte an Datenverkehr erzeugen würden. In einem Fall soll ein Datenvolumen von 270 GByte im Monat angefallen sein.

Allerdings wird die MoobiCent-Flatrate unter anderem als Ersatz für eine herkömmliche DSL-Leitung beworben. So erscheint es aus Kundensicht seltsam, dass das Unternehmen überrascht tut, wenn der Dienst auch entsprechend eingesetzt wird.

MoobiCent nutzt für seine Dienste das Vodafone-Netz und gab gegenüber Golem.de an, entsprechende Probleme an Vodafone gemeldet zu haben. Als Golem.de sich bei Vodafone nach möglichen Kapazitätsengpässen erkundigte, reagierte der Konzern überrascht. Von größeren Reklamationen wisse der Netzbetreiber nichts. Ein Vodafone-Sprecher versicherte, dass das Unternehmen das Netzverhalten kontinuierlich überwache, um bei wiederholt vorkommenden Netzspitzen mit einem Ausbau der entsprechenden Kapazitäten reagieren zu können.

Damit bleibt die Frage unbeantwortet, welche technischen Schwierigkeiten dafür verantwortlich sein sollen, dass wohl einige MoobiCent-Nutzer nur eine geringe Bandbreite erhalten. Falls es eine punktuelle Überlastung einer Mobilfunkstation gebe, müssten davon dann auch Vodafone-Kunden betroffen sein, wovon nach Informationen von Golem.de nichts bekannt ist. Laut MoobiCent-Angaben gebe es diese Bandbreitenprobleme lediglich bei 1 Prozent der Nutzer.

Wer mit den Diensten von MoobiCent dauerhaft unzufrieden ist, dem soll nach MoobiCent-Aussage ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt werden, was vielen Kunden mangels Alternative nicht helfen dürfte.  (ip)


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Links zum Artikel:
MoobiCent: http://www.moobicent.de
Vodafone: http://www.vodafone.de/

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