Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0710/55600.html    Veröffentlicht: 24.10.2007 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/55600

Spieletest: Project Gotham Racing 4 - Rasen mit Stil

Rennspiel-Reihe stagniert auf hohem Niveau

Der Name Project Gotham Racing hat Rennspielfreunde bisher kein einziges Mal enttäuscht: Alle drei bisherigen Titel beeindruckten mit tollem Fahrgefühl, Top-Optik und großem Umfang. Bei Teil 4 sieht es prinzipiell nicht anders aus, nur dass diesmal eine gewisse Stagnation nicht von der Hand zu weisen ist.

Project Gotham Racing 4 (Xbox360)
Project Gotham Racing 4 (Xbox360)
In Sachen Modi-Vielfalt gibt sich auch PGR4 von Beginn an wieder großzügig: Ein Zeitrennen ist ebenso möglich, wie ein paar Aufgaben im Arcade-Modus zu absolvieren oder die Multiplayer-Optionen auszuprobieren. Kernstück ist aber natürlich der Karriere-Modus: Hat man einen männlichen oder weiblichen Fahrer erstellt und von Kleidungsfarbe bis Helmart die wichtigsten optischen Details bestimmt, startet der Rennkalender mit diversen vorgegebenen Aufgaben. Je nachdem, wie gut die eigenen Leistungen sind, steigt man schneller oder langsamer in der Weltrangliste der Fahrer auf.

Project Gotham Racing
Project Gotham Racing
Bei den Rennen geht es, wie in der Vergangenheit, nicht unbedingt nur darum, am Ende als Erster ins Ziel zu kommen. Gleichzeitig gibt es Checkpoint-Aufgaben, Slalom-Fahrten, Zeitvorgaben für eine schnellste Runde oder auch Qualifikationsrennen, in denen überhaupt erst einmal die Startlizenz für das nächste Rennen erfahren werden muss. Und zwischendurch warten Sonderaufgaben, wie etwa das Überfahren einer bestimmten Anzahl von Pylonen. Für all diese Missionen gibt es Punkte, zusätzliche "Kudos" sind allerdings auch ganz nebenbei zu verdienen, indem besonders stilvoll oder spektakulär gefahren wird. Sonderboni verdient man sich etwa durch fehlerfreie Abschnitte oder tolle Drifts. Zwischendurch gibt es so auch reine Kudos-Rennen, in denen dann die Handbremse ganz besonders häufig zum Einsatz kommt.

Das Spielgefühl ist dabei wieder einmal erstklassig: Zwar dauert es einen Moment, bis das richtige Dosieren von Gas und Bremse verinnerlicht wurde, danach lassen sich die Autos und (neuerdings auch vorhandenen) Motorräder aber butterweich führen. Schade nur, dass der Realismus dabei stellenweise doch arg kurz kommt. Ein Schadensmodell etwa gibt es nicht wirklich, selbst die schlimmsten Crashs haben nur minimale optische Auswirkungen.

Der Fuhrpark wird auch hohen Ansprüchen gerecht: Motorräder von Marken wie BMW, Honda, Kawasaki oder Triumph, Autos vom Mini Cooper S 1964 über den Chevrolet Camaro Z28 bis hin zum Lamborghini Gallardo oder dem Mercedes-Benz SLR McLaren - die Garage lässt sich mit einigen Hochkarätern schmücken, die natürlich auch allesamt unterschiedliche Fahreigenschaften besitzen. Gerast wird übrigens auf Stadtkursen in zehn Großstädten wie New York, St. Petersburg oder Las Vegas, aber u.a. auch auf dem Nürburgring. Die Strecken können allerdings optisch nicht ganz mit der Detailverliebtheit der Fahrzeuge glänzen; wo letztere mit wunderbaren Licht-, Spiegel- und Schatten-Effekten aufwarten, wirken die Metropolen teils doch etwas steril.

Zu den wenigen sonstigen Neuerungen zählt die Einführung eines dynamischen Wettermodells - so muss nun beispielsweise mit plötzlichen Regenschauern und einer damit verbundenen rutschigen Strecke gerechnet werden. Die umfangreichen Replay-Möglichkeiten sowie der Foto Modus hingegen sind mittlerweile auch aus zahlreichen anderen Rennspielen bekannt.

Project Gotham Racing 4 ist exklusiv für die Xbox360 erhältlich und kostet etwa 60 Euro.

Fazit:
Project Gotham Racing 4 erinnert ein wenig an Halo3: Einerseits hat man es hier mit einem absoluten Genre-Highlight zu tun - Spielumfang, Technik und Spielgefühl sind erstklassig. Andererseits bleibt trotzdem ein leicht schaler Beigeschmack: Von minimalen Änderungen wie dem dynamischen Wettermodell abgesehen, hat sich im Vergleich zum letzten Spiel nicht viel getan. PGR4 ist im Grunde ein dezent erweitertes PGR3 mit besserer Grafik. Wer sich daran nicht stört, wird aber bestens bedient - in punkto Langzeitmotivation müssen sich die Entwickler von Bizarre Creations keinen Vorwurf gefallen lassen.  (tw)


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