Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0710/55547.html    Veröffentlicht: 22.10.2007 15:11    Kurz-URL: https://glm.io/55547

Anrufe vom Festnetz zum Handy könnten billiger werden

VATM sieht Spielraum für weitere Senkung der Terminierungsentgelte

Die Preise für Anrufe auf dem Handy könnten weiter sinken. Das zumindest meint der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) im Vorfeld einer am Dienstag bei der Bundesnetzagentur stattfindenden Anhörung zur Höhe der Entgelte für die Terminierung von Gesprächen in die Mobilfunknetze.

Der Verband plädiert für die Entwicklung eines Kostenmodells, wie es im Festnetzmarkt zur Ermittlung der Gemeinkosten bei der Deutschen Telekom bereits besteht. Dabei sollen sich die Terminierungsentgelte "an den Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung orientieren", also den Kosten, die die Netzbetreiber tatsächlich haben, so die Forderung des VATM.

Würden "alle Netzbetreiber ihre Angaben nach verbindlichen allgemeingültigen Standards machen", könne der Regulierer "die tatsächlichen Kosten nachvollziehbar berechnen", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Er geht davon aus, dass die Bundesnetzagentur dann "zu insgesamt niedrigeren Terminierungsentgelten kommen" würde.

Zudem setzt sich der VATM dafür ein, die bisherige Spreizung der Terminierungsentgelte zwischen großen und kleineren Netzbetreibern zu erhöhen: Die beiden kleinen, E-Plus und O2, erhalten derzeit mehr Geld für eingehende Anrufe als T-Mobile und Vodafone: "E-Plus und O2 haben aufgrund ihrer Frequenzausstattung, dem späteren Markteintritt, geringeren Marktanteilen und den daraus resultierenden ungünstigeren Skaleneffekten einfach höhere Kosten als T-Mobile und Vodafone. Dem muss durch entsprechend höhere Terminierungsentgelte Rechnung getragen werden, wenn weiterhin chancengleicher Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt möglich sein soll", so der VATM-Geschäftsführer, wohl ganz im Sinne seiner Mitglieder E-Plus und der O2-Mutter Telefónica. T-Mobile und Vodafone hingegen sind nicht Mitglied im VATM.

Die Bundesnetzagentur entscheidet auf der Basis der von den Netzbetreibern eingereichten Kostenunterlagen und der Ergebnisse der morgigen Anhörung bis Ende November 2007 über die Höhe der Terminierungsentgelte. Die neuen Entgelte treten Anfang Dezember 2007 in Kraft, wenn die bisher geltende Regulierungsverfügung ausläuft.  (ji)


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