Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0709/55032.html    Veröffentlicht: 27.09.2007 19:00    Kurz-URL: https://glm.io/55032

Asus mit sechs X38-Mainboards und neuer Stromspartechnik

Neue Mainboards mit Intels High-End-Chipsatz

Eines hat Asus bereits angekündigt, fünf weitere finden sich bei Online-Versendern: Offenbar steht eine wahre Flut an X38-Mainboards bevor. Laut Intel findet der Marktstart zwar erst im Oktober 2007 statt, schon jetzt sind jedoch die Eckdaten der neuen Asus-Boards bekannt.

Der Chipsatz X38 aus Intels 3er-Serie wird mit Spannung erwartet, bringt er doch eine ganze Anzahl Neuerungen mit. So ist er der erste Chipsatz überhaupt mit Unterstützung für PCI-Express-2.0 und zudem Intels erster Mainboard-Unterbau, bei dem für zwei x16-Slots für Grafikkarten auch jeweils 16 PCIe-Lanes zur Verfügung stehen. Per CrossFire verbundene ATI-Karten oder - mit gehacktem Treiber - SLI-Konfigurationen mit Nvidia-Beschleunigern können so ihre volle theoretische Bandbreite ausschöpfen.

Als Nachfolger des schon recht betagten 975X ist der X38 vor allem für Technik-Fans, Spieler und Übertakter gedacht. Wie Intel bereits auf der Games Convention 2007 vorführte, werden X38-Boards mit dem "Extreme Tuning Utility" besonders einfach unter Windows zu übertakten sein. Kündigte Intel dort noch "30 bis 60 Tage" als Termin für die Markteinführung an, so war am Rande des IDF in der vergangenen Woche in San Francisco zu erfahren, dass der X38 am 10. Oktober 2007 endlich erscheinen soll.

Die Mainboard-Hersteller scheint dieser mehrfach verschobene Termin ein wenig zu verstimmen, sind doch die Boards schon lange fertig entwickelt. Und so preschte bereits Ende August 2007 Gigabyte voran und kündigte sein "GA-X38-DQ6" mit Unterstützung für FSB1600 an. Dass Intel Extreme-Prozessoren mit einem nochmals beschleunigten FSB plant, ist seit der Vorführung des Skull-Trail-Systems auf dem IDF klar: Auch dort kamen Penryn-Prozessoren mit derart hohem FSB-Takt zum Einsatz.

Asus P5E Deluxe WiFi-AP
Asus P5E Deluxe WiFi-AP
Asus möchte ob all der Vorankündigungen offenbar auch nicht länger warten und hat zumindest selbst sein Mainboard "P5E3 Deluxe WiFi-AP" angekündigt. Es ist beim Versender Alternate zwar noch nicht als lieferbar gekennzeichnet, hat aber dort schon einen vorläufigen Preis von knapp 300,- Euro. Diese sehr hohe Forderung für ein Mainboard erklärt sich durch die üppige Ausstattung: Ein Rechner auf Basis des P5E3 kann als Access Point für ein WLAN nach 802.11n Draft dienen. Zudem ist das Board mit einer von Asus "Energy Processing Unit" (EPU) genannten Schaltung ausgestattet, welche die Stromversorgung für den Prozessor mit acht Phasen bei geringen Lasten um einige Phasen reduzieren kann.

Umlaufende Heatpipe
Umlaufende Heatpipe
Mit genauen Angaben zu der Funktion der EPU hält sich Asus noch zurück, verspricht aber, dass sich Energieeinsparungen für den Prozessor von fast 60 Prozent damit realisieren lassen. Das dürfte jedoch nur für Zeiten geringer Rechenlast gelten, also beispielsweise nicht beim Spielen. Die EPU soll stets in Echtzeit den exakten Bedarf an Spannung und Stromstärke des Prozessors überwachen und eine Effizienz von 95 Prozent bei der Spannungswandlung erreichen.

Startseite von 'Express Gate'
Startseite von 'Express Gate'
Zusätzlich verfügt das P5E noch über ein in einem Flash-Baustein untergebrachtes Linux namens "Express Gate", das beim Booten statt der Festplatte für den Systemstart ausgewählt werden kann. Damit lassen sich dann innerhalb von 5 Sekunden, so Asus, Webanwendungen wie ein Browser oder Skype aufrufen. Das ist besonders praktisch, wenn etwa ein verbasteltes System mittels eines Treibers aus dem Netz wieder flottgemacht werden soll und kein zweiter Rechner zur Hand ist. Auch der Rest der Ausstattung entspricht dem High-End-Anspruch: Die Kühlung des Chipsatzes ist über eine rund um den Prozessor-Sockel geführte Heatpipe realisiert, als Speicher kommt nur DDR3 in Frage. Die teuren Module lassen sich laut Asus auf bis zu effektiv 1.800 MHz übertakten, einige Anbieter wie Kingston oder OCZ liefern bereits DDR3-DIMMs aus, die weit mehr als die bisher von der JEDEC spezifizierten effektiv 1.333 MHz vertragen sollen. Nicht nur zwei, sondern gleich drei x16-Slots sind auf dem neuen Asus-Board vorhanden.

Linux-Browser von Express Gate
Linux-Browser von Express Gate
Neben diesem Modell will der taiwanische Hersteller aber nach der aktuellen Produktliste bei Alternate zu urteilen noch fünf weitere x86-Boards auf den Markt bringen. Das P5E3 Deluxe WiFi-AP ist dabei das teuerste und nach den Alternate-Daten am besten ausgestattete. Immer noch rund 200,- Euro teuer ist das P5E ohne weitere Namenszusätze, es kann nur mit DDR2 umgehen. Die anderen Boards unterscheiden sich vor allem in der Zahl der x16-Slots, bei den RAID-Funktionen und der Zahl der Ports für Gigabit-Ethernet. Bei den teureren Modellen sind gleich zwei dieser Netzwerkschnittstellen geboten.  (nie)


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Links zum Artikel:
Asus Deutschland: http://www.asus.de/
X38-Mainboards bei Alternate: http://www.alternate.de/html/product/summary/categorized.html?cat1=016&cat1=16&cat2=235&cat2=238&cat3=000&cat3=0&sorted=true&manufacturer=true&group=manufacturerName&treeName=HARDWARE&Level1=Mainboard

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