Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0709/54658.html    Veröffentlicht: 10.09.2007 15:58    Kurz-URL: https://glm.io/54658

Endlich: Europa fördert Spieleentwickler

Erster europäischer Fördertopf für Spiele

Seit langem wünschen sich europäische Spieleentwickler eine Förderung durch die Politik, doch während es etwa in Deutschland primär aufgeregte politische Diskussionen um "Killerspiele" gab, erkannten Länder wie Kanada die Chancen, warben aktiv um die umsatzstarke Spieleindustrie und halfen bei der Schaffung neuer Jobs. So langsam scheint nun aber auch Brüssel aufzuwachen: Die Europäische Kommission fördert nun erstmals Multimedia-Projekte aus einem eigenständigen Fördertopf.

Das nun neu ausgerichtete Medien-Förderprogramm der EU, "Media2007", legt zum ersten Mal einen eigenen Beihilfefond für "interaktive Werke" auf. Der besondere Fokus liegt dabei auf Prototypen von Spielen für PC, Konsolen, Spielehandhelds und Handys.

Das Gesamtbudget beträgt zunächst 1,5 Millionen Euro. Die Unterstützung soll alle Bereiche der Herstellung umfassen: die Konzeption, die Suche nach Partnern, den Erwerb der Rechte, das Design, die Programmierung und die Entwicklung von Marketingstrategien.

Die direkte Beihilfe muss nicht wie ein Darlehen zurückgezahlt werden. Jedes geförderte Projekt erhält mindestens 10.000 Euro, das Maximum liegt bei 60.000 Euro. Spiele-Prototypen für PC, Handhelds und Konsolen unterstützt die EU mit bis zu 100.000 Euro, die Beihilfen können bis zur Hälfte des Budgets decken - mit bis zu 60 Prozent werden Gaming-Konzepte gefördert, welche die kulturelle Vielfalt Europas thematisieren.

Die EU fördert dabei nur Projekte von Firmen, die seit dem 1. Januar 2005 mindestens ein Produkt erfolgreich entwickeln konnten. Zudem richtet sich die Initiative an Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Europa oder in Ländern haben, die an Media2007 teilnehmen.

Engagiert hatte sich auch der europäische Verband der Spieleentwickler, EGDF, in Form mehrerer Treffen auf EU-Ebene. EGDF-Generalsekretär Malte Behrmann dazu: "Das ist ein sichtbarer Erfolg unserer politischen Arbeit. Wir hoffen jetzt, da die EU-Kommission ein wenig auf die Entwickler zugegangen ist, dass sie auch die Früchte unserer Arbeit ernten und Einreichungen für Prototypenförderung machen."

Spiele-Firmen in ganz Europa können ihre Projekte nun zur Förderung vorstellen. Die Abgabefrist bei der EU endet am 15. November 2007, der Antragszeitraum für die zweite Periode läuft vom 16. November 2007 bis 15. April 2008. Weitere Informationen dazu finden sich unter www.egdf.eu sowie auf den Medienförderungs-Webseiten der Europäischen Kommission.  (ck)


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Links zum Artikel:
EGDF - European Game Developers Federation (.eu): http://www.egdf.eu/
Europäische Kommission - Förderung der Entwicklung von On- und Offline-Spielen: http://ec.europa.eu/information_society/media/producer/develop/interactive/index_en.htm

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