Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0709/54593.html    Veröffentlicht: 06.09.2007 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/54593

Sonys Mittelklasse-DSLR mit 12 Megapixeln und Stabilisator

Alpha 700 will im semiprofessionellen Lager Fuß fassen

Sony hat eine neue digitale Spiegelreflexkamera vorgestellt und positioniert diese im semiprofessionellen Bereich, in der auch Nikon mit der D300, Canon mit der 40D und Pentax mit der K10D agieren. Die Sony Alpha 700 arbeitet mit einem CMOS-Sensor (APS-C), der es auf eine Auflösung von 12,24 Megapixeln bringt und mit dem Minolta-Bajonett ausgestattet ist. Sie ist oberhalb der Alpha 100 angesiedelt und kann von der Leistung her als inoffizielle Nachfolgerin der Konica-Minolta 7D betrachtet werden.

Sony Alpha 700
Sony Alpha 700
Die Alpha 700 ist im Gegensatz zur Alpha 100, die vor einem Jahr vorgestellt wurde, in einem metallarmierten Gehäuse untergebracht und bietet einen integrierten Bildstabilisator. Dadurch können alle Alpha- und Konica-Minolta-AF-Objektive davon profitieren. Bei diesem erreichte Sony gegenüber der 100er eine leichte Verbesserung: Der Verwacklungsschutz wurde um bis zu einen halben Lichtwert (EV) über die gesamte Brennweite verbessert, die Korrektur erstreckt sich nun von 2,5 bis 4 Blendenstufen.

Sony Alpha 700
Sony Alpha 700
Die maximale Empfindlichkeit liegt bei ISO 3200 und für ganz besonders lichtschwache Motive ist ein spezieller Modus mit ISO 6400 dazugekommen. Viel hat sich auch beim Autofokus getan.

Der Scharfmacher der Alpha 700 arbeitet mit elf AF-Punkten und verfügt über einen zentralen Doppelkreuzsensor und zusätzlich einen horizontalen und besonders großen Sensor in der Mitte. Besonders bei Objektiven mit hohen Lichtstärken von F2,8 oder besser soll bei offener Blende eine bessere Scharfstellung möglich sein. Die Kamera verfügt über ein Hilfslicht zum Fokussieren in dunklen Umgebungen bzw. bei schwachen Kontrastunterschieden.

Sony Alpha 700
Sony Alpha 700
Der Verschluss erreicht eine Lebensdauer von ca. 100.000 Auslösungen. Die kürzeste Verschlusszeit beträgt 1/8.000 Sekunden, doppelt so schnell wie bei der Alpha 100. Auch die Blitzsynchronisierung bis zu 1/250 Sekunde wurde deutlich angehoben. Ist der Bildstabilisator eingeschaltet, sinkt sie allerdings auf 1/200 Sekunde. Der neue Apparat arbeitet mit einem Pentaprisma-Sucher, wobei die Mattscheiben wechselbar sind.

Sony Alpha 700
Sony Alpha 700
Bei der Serienbildaufnahme erreicht die Kamera eine Geschwindigkeit von 5 Bildern in der Sekunde. Im JPEG-Modus kann dies ohne Speicherpausen durchgehalten werden, bis die Karte voll ist, beim RAW-Format lässt sich eine Bildfolge mit bis zu 19 Fotos hintereinander aufnehmen, bevor die Kamera kurz durchatmen muss. Um die gute JPEG-Speicherperformance zu erreichen, braucht es allerdings eine CF-Karte, die den 300x-UDMA-Modus unterstützt.

Sony Alpha 700
Sony Alpha 700
Die neue Sony-DSLR bietet 14 Bildstile, um das Fotomaterial in der Kamera zu verändern. Dazu zählen bspw. "Herbst", "Lebhaft" und "Landschaft". Andere Parameter wie Kontrast, Schärfe oder Zone-Matching können zur Feinabstimmung des gewählten Kreativeffekts zusätzlich verändert werden.

Ein Belichtungsreihen-Modus nimmt dieselbe Szene mit fünf verschiedenen Einstellungen auf. Die Kamera kann wahlweise auch im 16:9-Format aufnehmen und mit dem HDMI-Ausgang an hochauflösende Fernseher oder Projektoren angeschlossen werden. Eine Infrarot-Fernbedienung wird mitgeliefert. Im Alltag dient sie als Selbstauslöser.

Wie auch Nikon verbaut Sony jetzt an der Alpha 700 ein 3 Zoll großes LCD in VGA-Auflösung. Die Zahl der R-G-B-Bildpunkte liegt bei zusammen 921.000 Stück. Diese Zählweise ist im gesamten Digitalkamera-Segment üblich - ein Kamera-Display mit 230.000 RGB-Bildpunkten (gemeint ist jedes Rot-, Grün- und Blaupixel separat) hat bspw. eine effektive Auflösung von 320 x 240 Pixeln.

Einen Live-View-Modus, den sowohl Canon als auch Nikon ihren Geräten spendierten, vermisst man an der neuen Sony-Kamera. Mit der Thumbnail-Anzeige kann sich der Fotograf jeweils vier, neun oder 25 Bilder im Miniformat anzeigen lassen. Alternativ können die letzten fünf Bilder in einem Bildstreifen über der aktuell ausgewählten Aufnahme dargestellt werden.

Zum Speichern der Fotos stehen zwei Steckplätze zur Verfügung: zum einen ein Schacht für Compact-Flash, zum anderen ein Memory-Stick-Duo-Steckplatz, der kompatibel mit Memory Stick Duo und -PRO Duo sowie den neuen PRO-HG Duos ist. Der CompactFlash-Steckplatz ist kompatibel zu dem neuen Standard 300x UDMA (Ultra Direct Memory Access.

Neben RAW-Entwicklungssoftware liefert Sony die Anwendung "Remote Camera Control" für Windows und Mac mit. Damit kann die Kamera bei eingestecktem USB-Kabel direkt vom Rechner aus gesteuert werden. Nicht nur der Auslöser, sondern auch die Belichtungssteuerung, Bildfolge und andere Einstellungen lassen sich so aus der Ferne ändern. Bilddateien lassen sich ebenfalls direkt auf die Rechner-Festplatte schreiben, ohne auf der Speicherkarte der Kamera zwischengespeichert zu werden.

Sony Alpha 700
Sony Alpha 700
Als Zubehör wird ein Hochformatgriff angeboten, der nicht nur einen zweiten Auslöser, sondern auch einen weiteren Akku mitbringt. Ein Akku soll nach CIPA-Messverfahren für bis zu 650 Auslösungen gut sein, bevor er wieder aufgeladen werden muss. Die Akku-Ladezustände beider Stromspeicher soll in Prozentangaben im Display separat eingeblendet werden.

Gegen die Widrigkeiten des Wetters hat Sony das Gehäuse bzw. die Tasten und Stecker sowie sonstige Öffnungen mit Gummidichtungen versehen. Auch Staub soll so außen vor bleiben. Der Sensor besitzt eine Rüttelfunktion, um sich von Staub zu befreien.

Die Sony Alpha 700 soll ab November 2007 erhältlich sein. Sie wird als reines Kameragehäuse 1.400,- Euro kosten. Mit dem Kit-Objektiv, das eine Brennweite von 18-70 mm (KB) abdeckt, soll der Preis bei 1.500,- Euro liegen. Das Paket mit einem 16-105-mm-Objektiv (Kleinbild-Angaben) wird mit 1.900,- Euro angegeben.  (ad)


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