Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0709/54510.html    Veröffentlicht: 03.09.2007 12:26    Kurz-URL: https://glm.io/54510

Rot gegen Blau: HD VMD - Ist der Zug abgefahren?

Start im Oktober/November 2007 in weiteren Ländern

Nicht nur die Blu-ray- und HD-DVD-Befürworter sind auf der IFA 2007 vertreten, auch das von New Medium Enterprises (NME) beworbene HD VMD (Versatile Multilayer Disc) wird gerade in Berlin beworben. Chancen wird die bald auch in Europa startende HD VMD allenfalls in Schwellenländern haben - zumal der Preisvorteil der HD VMD schnell schrumpft und für Deutschland noch nicht genug Film-Lieferanten existieren.

HD-VMD-Player NME ML 622S
HD-VMD-Player NME ML 622S
Die HD VMD setzt wie die DVD auf einen roten Laser mit einer Wellenlänge von 650 nm, speichert 5 GByte pro Datenschicht und startet mit drei (HD VMD15) und vier Schichten (HD VMD 20). Sowohl die Laufwerkselektronik als auch die HD-VMD-Medien sollen sich deutlich günstiger und technisch unproblematischer produzieren lassen.

Die HD-VMD-Spezifikation erlaubt die Kompressionsformate MPEG1, MPEG2, XviD (MPEG4), DivX (MPEG4), H.264 (MPEG4), WMV9 und VC-1 (Microsoft) sowie Auflösungen bis 1080i bzw. 1080p - 1080p soll bei den HD-VMD-Filmen üblich sein. Beim Sound lassen sich THX, DTS, Dolby Digital, AC3 und Linear PCM nutzen. Die mögliche Interaktivität der HD-VMD-Filme soll mit der DVD vergleichbar sein, aber beim Kopierschutz mit Hilfe von AES und AACS robuster sein.

HD-VMD-Player NME ML 777S
HD-VMD-Player NME ML 777S
Zwar ist die HD VMD in Frankreich schon seit einigen Monaten auf dem Markt, doch im Oktober/November 2007 soll es mit einem günstigeren HD-VMD-Player auch in Australien, Island, Indien, Polen und Skandinavien losgehen. Auch in Frankreich soll dann der HD-VMD-Player "ML 622S" für 179,- Euro angeboten werden - mit dabei sind fünf neue kostenlose Filme, die sich von Region zu Region unterscheiden.

Unter den neu hinzugekommenen HD VMDs finden sich einige Hollywood-Filme, Bollywood-Produktionen und internationale Titel, darunter 16 Blocks, Apocalypto, Passion of the Christ ("Die Passion Christi"), Lord of War ("Händler des Todes"), Lucky Number Slevin und die isländische Kinderserie Lazy Town.

Während der HD-VMD-Player "ML 622S" über HDMI und Komponentenausgang Videos nur maximal mit 720p und 1080i ausgeben kann, verspricht ein zweites Gerät mit der Modellnummer "ML 777S" auch eine Ausgabe mit vollen 1080p. Statt 179,- Euro sind dann aber voraussichtlich 250,- Euro fällig.

Erste 1080i-HD-DVD-Player erreichen jedoch schon die 300-Euro-Schwelle - inklusive 5 kostenlosen Filmen und mit der Aussicht auf ein deutlich größeres Angebot. Es dürfte zudem nur eine Frage der Zeit sein, bis es auch ähnlich günstige Blu-ray-Player gibt.

Bei der HD-VMD-Präsentation mittels Projektor im abgedunkelten Raum gab es einige Ruckler zu sehen, außerdem wirkte das Beispielvideo an einigen Stellen etwas zu sehr komprimiert - dennoch war die Qualität subjektiv recht gut.

Auch in Brasilien, China, Japan, dem Mittleren Osten, Russland und den USA will NME die HD VMD noch auf den Markt bringen und verhandelt entsprechend mit Distributoren. In Deutschland müssen sich Kunden vorerst keine Gedanken über die HD VMD machen - laut einer NME-Sprecherin soll es hierzulande erst im Jahr 2008 mit der HD VMD losgehen. Bis dahin dürften die Blu-ray- und HD-DVD-Player wieder ein Stück im Preis gesunken und das Filmangebot deutlich gewachsen sein.  (ck)


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Links zum Artikel:
HD VMD (.com): http://www.truehighdefinition.com
NME - New Media Entertainment (.com): http://www.nmeinc.com

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