Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0709/54499.html    Veröffentlicht: 03.09.2007 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/54499

Spieletest: Blue Dragon - Final Fantasy mal anders

Rollenspiel für Xbox 360 vom Final-Fantasy-Macher

Mit der Xbox konnte Microsoft kaum Kunden in Japan gewinnen, bei der Xbox 360 sollte alles besser werden - weshalb man eine speziell auf den asiatischen Markt zugeschnittene Software Offensive versprach. Viel war davon bisher zwar nicht zu merken, das ab sofort erhältliche Blue Dragon ist aber eben einer dieser vor allem auf den japanischen Markt zugeschnittenen Titel; schließlich holte man sich hier unter anderem den Kopf hinter der Final-Fantasy-Reihe ins Boot.

Blue Dragon (Xbox 360)
Blue Dragon (Xbox 360)
Blue Dragon protzt zunächst einmal mit großen Namen im Hintergrund - erdacht wurde das Spiel von Hironobu Sakaguchi, dem kreativen Kopf hinter Final Fantasy, was natürlich vor allem in Japan bereits vor der Veröffentlichung des Spiels für großes Interesse seitens der Gamer sorgte. Neben Sakaguchi war aber unter anderem auch Akira Toriyama an der Entwicklung beteiligt - der Zeichner konnte sich vor allem durch seine Arbeiten für die Dragonball-Reihe einen herausragenden Ruf erarbeiten.

Blue Dragon
Blue Dragon
Spielerisch lässt sich die Verwandtschaft zu Final Fantasy von der ersten Minute an kaum verbergen - auch wenn man es hier natürlich schon aus lizenzrechtlichen Gründen mit ganz anderen Helden und einer ganz anderen Welt zu tun hat. Die Bedrohung geht hier von einem bösen Hai aus, der ganze Dörfer unter sich begräbt. Eine Gruppe von Jugendlichen will sich ihm und den diversen anderen bösen Schergen rund um den Bösewicht Nene, der Angst und Schrecken verbreitet, in den Weg stellen und verfügt praktischerweise auch gleich über magische Kräfte: Ihre Schatten verwandeln sich in magische Wesen - darunter eben auch der namensgebende blaue Drachen.

Was folgt, ist Rollenspiel-Kost der gewohnten Art: qualitativ hochklassig, gleichzeitig aber auch recht überraschungsfrei. Es gibt unzählige Areale zu besuchen, zahllose Kämpfe zu führen, diverse Charakterklassen aufzuleveln und viele Gegenstände einzusammeln.

Blue Dragon
Blue Dragon
An ein paar Stellen blitzt Sakaguchis Kreativität auch hinsichtlich des Gameplays durch - etwa dann, wenn es in Kämpfen möglich ist, zwei verfeindete Kontrahenten gleichzeitig herauszufordern und so dafür zu sorgen, dass die beiden Streithähne sich gegenseitig bekriegen und der Spieler somit seine Ruhe hat. Alles andere ist hingegen RPG-Kost wie aus dem Bilderbuch - und eben genauso, wie es auch die letzten Final-Fantasy-Spiele vorexerziert haben.

Zumindest technisch gesellt sich Blue Dragon dafür sofort in die Spitzengruppe der aktuell erhältlichen Adventures: Die Charakterzeichnungen sind ebenso detailliert wie knuffig, die Szenerien wunderschön anzusehen, hoch aufgelöst und mit zahlreichen beeindruckenden Effekten versehen. Dazu gesellen sich diverse beeindruckende Zwischensequenzen - kein Wunder, dass das Spiel auf satten drei DVDS ausgeliefert werden muss.

Blue Dragon
Blue Dragon
Blue Dragon ist exklusiv für die Xbox 360 im Handel erhältlich und kostet etwa 60,- Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit:
Blue Dragon hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck: Einerseits ist dieser Titel nahezu perfekte Rollenspiel-Unterhaltung - Gameplay und Grafik sind mit das Beste, was derzeit im RPG-Genre zu haben ist. Andererseits spielt sich der Titel äußerst überraschungsarm; die Final-Fantasy-Verwandtschaft ist spielerisch überdeutlich, wirklich neue Ideen gibt es nicht - angesichts eines kreativen Masterminds wie Sakaguchi ein wenig enttäuschend. Genre-Fans sollten sich daran aber nicht stören: Die nächsten Wochen werden sie von diesem Titel ohnehin kaum loskommen.  (tw)


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