Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9912/5442.html    Veröffentlicht: 08.12.1999 09:29    Kurz-URL: https://glm.io/5442

Seals: ZVEI ist "Bremse beim E-Commerce"

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) erweist sich zusehends als Bremse statt als Motor bei der Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf den elektronischen Geschäftsverkehr - mit diesem schwerwiegenden Vorwurf tritt jetzt die Seals GmbH, ein auf Electronic Commerce spezialisiertes Partnerunternehmen von Lufthansa AirPlus und Technologieholding, an die Öffentlichkeit.

"Der ZVEI sollte nicht das scheinbar Bewährte der Vergangenheit schützen, sondern sich endlich der Zukunft zuwenden", fordert Seals-Geschäftsführer Marcus Laube. Unterstützung für seine Forderung erhält Laube unter anderem von Harald A. Summa, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Internet-Wirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V. (Köln) und Vizepräsident des europäischen Spitzenverband für elektronischen Geschäftsverkehr, Electronic Commerce Europe Association (Brüssel).

Laube und Summa machen ihre Kritik an der jüngsten Forderung von ZVEI-Hauptgeschäftsführer Dr. Franz-Josef Wissing fest, auf die Einführung digitaler Signaturen für elektronisch übermittelte Rechnungen im Steuerbereinigungsgesetz zu verzichten. Wissing sieht dadurch "bewährte Verfahren des E-Commerce bedroht". Darauf hatte der Bundesrat das Steuerbereinigungsgesetz 1999 als Grundlage für die verpflichtende digitale Signatur für elektronisch übertragene Rechnungen zurückgestellt und an den Vermittlungsausschuss überwiesen.

"Damit fällt Deutschland mindestens ein Jahr zurück beim elektronischen Geschäftsverkehr", erklärt Seals-Chef Marcus Laube die Folgen. Seals betreibt den laut eigenen Angaben größten europaweiten Online-Dienst (InvoiceXchange) für die elektronische Rechnungsübermittlung. Gleichzeitig begrüßt das Lufthansa AirPlus/Technologieholding-Partnerunternehmen, ebenso wie der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft, die jüngste Verabschiedung eines einheitlichen Standards für die elektronische Unterschrift in den 15 EU-Staaten.

Laube und Summa fordern den ZVEI auf, diese Umsetzung positiv zu begleiten statt zu torpedieren. "Es ist absurd, wenn der ZVEI behauptet, es gäbe keine Alternative zum althergebrachten Edifact-Verfahren mit ausreichender Sicherheit über Inhalt und Absender einer Rechnung", erläutert Seals-Geschäftsführer Marcus Laube. "Die digitale Signatur, am besten auf einer Chipkarte untergebracht, ist im Gegenteil der Schlüssel zur Erhöhung der Sicherheit."  (ji)


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