Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9912/5388.html    Veröffentlicht: 02.12.1999 10:32    Kurz-URL: https://glm.io/5388

Standard: Gemeinsame "Sprache" für E-Commerce

Die digitale Geschäftsabwicklung durch Electronic Commerce bricht viele traditionelle Firmen- und Handelsstrukturen auf, verändert die Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden und schafft neue Produkte und Märkte. Bisherige Angrenzungen von Entwicklern, Zulieferern, Herstellern und Händlern veschwimmen und werden neu definiert.

Beim elektronischen Einkauf, dem sogenannten E-Procurement, entstehen neue Perspektiven: Ein Unternehmen kann durch die Bekanntgabe seines Bedarfs weltweit Angebote von einem deutlich erweiterten Lieferantenkreis erhalten und Bestellungen per Mausklick oder vollkommen automatisch abwickeln. Auf der Anbieterseite erschließt sich den Lieferanten dadurch ebenfalls eine wesentlich breitere Kundenbasis.

Um derartige Prozesse stärker automatisieren und damit kostengünstig abwickeln zu können, sind gemeinsame Standards und Klassifikations-Strukturen sinnvoll.

Große deutsche Unternehmen haben deshalb eine Materialklassifikation erarbeitet, die zum Industriestandard für den Datenverkehr zwischen Lieferanten und Kunden werden soll. Zu den Unterstützern gehören unter anderem BASF, Bayer, Degussa-Hüls, Veba und Henkel.

eCl@ss besteht aus einem vierstufigen, hierarchischen Material- Klassifikationsschlüssel mit einem aus 12.000 Begriffen bestehenden Schlagwortregister. Für die Beschreinbung von Materialien und Dienstleistungen sollen so Grobstrukturen geschaffen werden, deren Detaillierungsgrad an die Bedürfnisse der Industrie angepasst werden kann. Ein Einkäufer kann so beispielsweise relativ leicht selektieren, welche Anbieter für bestimmte Dienstleistungen und Materialien in Frage kommen.

eCl@ss soll entlang der gesamten Supply-Chain eingesetzt werden können: Auf hoher Aggregationsebene wird die Struktur der Beschaffungsmärkte abgebildet und ermöglicht so auf der Einkaufsseite die leichte Bündelung der Volumina und die Darstellung der Marktmacht. In den unteren Ebenen prägen die technischen Zusammenhänge die Strukturierung, um Techniker in Planung und Instandhaltung zu unterstützen.

Im Internet ist beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln jetzt ein umfangreiches Schlagwortregister abrufbar, mit dem die Klassen auch ohne detaillierte Kenntnisse der Hierarchie gefunden werden sollen.  (ad)


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