Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0708/53855.html    Veröffentlicht: 01.08.2007 13:17    Kurz-URL: https://glm.io/53855

UK: Neues Allzeithoch bei illegalen Downloads

Aktuelle Studie zur Musiknutzung

Das britische Marktforschungsunternehmen Entertainment Media Research hat zusammen mit der Anwaltskanzlei Olswang eine aktuelle Studie zur illegalen und legalen Musiknutzung in Großbritannien erstellt. Illegale Downloads haben demnach einen neuen Höchststand erreicht. Zugleich erleben soziale Netzwerke und Live-Musik einen Boom.

Nicht autorisierte Downloads spielten auch 2007 eine größere Rolle als im Vorjahr. Fast die Hälfte (43 Prozent) aller Befragten gab zu, illegal Musik herunterzuladen. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) erklärte, in Zukunft mehr Musik illegal aus dem Internet beziehen zu wollen. Die Angst vor der Strafverfolgung ist spürbar gesunken.

Der Aufwärtstrend bei legalen Downloads hat sich demgegenüber im selben Zeitraum abgeschwächt. Die Zuwachsrate betrug im Jahresdurchschnitt nur noch 15 Prozent, während sie im Vergleichszeitraum (2005 bis 2006) noch bei rund 40 Prozent lag. Nach den Gründen dafür befragt, gaben die Teilnehmer der Studie die wahrgenommene Preisentwicklung an. Der Preisvorteil von Online-Musik gegenüber Musik-CDs sei gesunken, nachdem aktuelle CDs spürbar preiswerter geworden sind.

Die Ausstattung der Briten mit digitalen Musikabspielgeräten hat im vergangenen Jahr noch einmal deutlich zugelegt. Waren es 2006 knapp über die Hälfte (57 Prozent) der Befragten, gaben jetzt 77 Prozent an, ein solches Geräte zu besitzen. Die größten Zuwächse wurden bei Mobiltelephonen mit MP3-Unterstützung verzeichnet.

Soziale Netzwerke spielen eine immer größere Rolle bei der Auswahl von Musik. Gerade die jugendlichen Musiknutzer der Altersgruppe 13 bis 17 Jahre nutzen verstärkt soziale Internettreffpunkte wie MySpace (77 Prozent), YouTube (69 Prozent) und Bebo (61 Prozent), um sich über neue Musik zu informieren. Die jungen Netzwerker geben ihre Musikvorlieben auch in den eigenen Nutzungsprofilen an, um "ihren Geschmack und ihre Persönlichkeit öffenlich zum Ausdruck zu bringen".

Das Erlebnis von Live-Musik spielt für die Musikhörer eine größere Rolle als in den vergangenen Jahren. Fast zwei Drittel (64 Prozent) von ihnen gaben an, ein Live-Konzert mehr zu genießen als Musik auf CD. Fast die Hälfte (43 Prozent) zeigt ein gewachsenes Interesse an Musik-Festivals und über ein Drittel (36 Prozent) gehen häufiger zu Konzerten als früher. [von Robert A. Gehring]  (ji)


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