Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0707/53550.html    Veröffentlicht: 18.07.2007 12:14    Kurz-URL: https://glm.io/53550

Mass Effect erscheint im November - später auch für PC?

Science-Fiction-Rollenspiel für Xbox 360 mit viel Vorschusslorbeeren

Bis November 2007 möchte Bioware noch damit verbringen, ihr Science-Fiction-Rollenspiel Mass Effect für die Xbox 360 zu polieren und die Qualität der Übersetzungen, unter anderem ins Deutsche, sicherzustellen. Auf der E3 waren Passagen aus dem nach Aussagen von Bioware-Chef Grez Zeschuk "erstmals vollständigen" Spiel zu sehen.

Screenshot #2
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Schon zur GDC 2007 hatte Biowares Mass Effect für Aufmerksamkeit gesorgt. Die aktuelle E3-Version, die Firmen-Mitbegründer Greg Zeschuk vorstellte, enthielt erstmals wirklich alle vorgesehenen Teile des Spiels - derzeit erfolgt die Feinarbeit. Zeschuk verriet zudem viele neue Details zum Xbox-360-Spiel. Die wichtigste Aussage vorneweg: Gefragt ob es das Spiel nicht auch für PC geben werde, meinte er: "Nun, wir waren schon immer eine PC-Spielefirma. Wir haben einen ziemlichen Track-record, was PC-Spiele anbelangt. Mehr sage ich dazu nicht". Klar ist jedoch, dass das Spiel im November 2007 zunächst exklusiv für Xbox 360 erscheinen wird.

Obwohl in allen bisherigen Bildschirmfotos der Held von Mass Effect, Commander Shepard, immer gleich aussieht, wird man ihn im echten Spiel ausführlich selbst gestalten können. Und zwar nicht nur, was Haare, Gesichtsform und Statur anbelangt, sondern auch das Geschlecht. Und das bei einem Spiel, das gerade bei den Gesichtern eine wirklich unglaubliche Detailfülle darstellt, von den Stirnfalten bis zu den Bartstoppeln.

Zudem wird man sich in Mass Effect durch die wechselnde Ausrüstung verändern, verrät Greg Zeschuk: "Je nach Panzerung, Helm, getragener Waffe und so weiter sieht der Held genau so aus, wie es der Spieler möchte." Ausrüstungsgegenstände kann der Spieler mittels Modulen aufrüsten, so macht ein Cryo Module aus einer normalen eine Kälte-Pistole, die Gegner in schönster Duke-Nukem-3D-Manier einfriert, woraufhin man buchstäblich in Stücke schießen kann.

Screenshot #4
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Zum ersten Mal war auf der E3 die gesamte Weltall-Karte zu sehen, die geschätzt etwa 30 Orte enthielt - möglich, dass nicht alle sichtbar waren. Rund 15 davon sind laut Zeschuk storybasierte Planeten, die der Spieler im Laufe der Handlung auf jeden Fall besuchen muss, wenn auch nicht immer in vorgegebener Reihenfolge. Die anderen Welten enthalten Zufallsschlachten sowie die Möglichkeit, weitere Waffen oder sonstige Vorräte zu erbeuten. Außerdem verstärken sie das Gefühl, mit dem großen Sternenschiff Normandy tatsächlich in einer besiedelten Galaxie unterwegs zu sein.

Die Spielzeit gibt Greg Zeschuk mit rund 30 Stunden an, wenn man streng der Storyline folgt. Und mit 60, wenn man auch die optionalen Planeten besucht und mit der Besatzung der Normandy im Laufe der Handlung Gespräche führt. Noch mehr Zeit kann mit Mass Effect verbringen, wer immer wieder im sogenannten Codex blättert. Das ist eine Online-Datenbank, deren Erklärungstexte zu Planeten, Völkern und Co. sehr witzig geschrieben sind: "Bis noch vor kurzem war die Haupttodesursache für einen Krogon, von einem Raubtier gefressen zu werden. Seit der plötzlichen Entdeckung von moderner Technik ist die Haupttodesursache für einen Krogon, von einem Gewehr niedergeschossen zu werden."

Ebenfalls spielbare Premiere hatte das "Mako" getaufte "All-Terrain-Vehicle", das nicht nur fahren und fliegen, sondern auch, vom Spieler gesteuert, kämpfen kann. Mit seinen mächtigen Laserstrahlen räumt man beispielsweise das Vorfeld eines Außenpostens leer, um dann - immer mit maximal drei Personen - im Inneren aufzuräumen. Bei den drei Charakteren ist Geheimagent ("Spectre") Shepard immer dabei, die anderen zwei rekrutieren sich aus vermutlich sieben Computer-Gefährte: den Menschen Ashley Williams, die weiß gekleidete Gunnery Sergeant und Kaiden Alenko, ein Undercover-Sentinel sowie den Aliens Urdnot Wrex (ein Krogan Battlemaster), Garrus Vakarian (ein Turian Agent), Liara T'Soni (Asari Magierin) und Tali'Zorah nar Rayya (eine Quarian Ingenieurin).

Screenshot #16
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Wem die Zunge bei all den komischen Namen zu brechen droht: In Mass Effect wird man jeden der Charaktere sehr genau kennen lernen. Jedes Gruppenmitglied hat seine eigene Geschichte und seine eigene Agenda. Zum Beispiel hassen sich die Krogans und Vakarians inbrünstig: Letztere sahen sich von den kriegerischen, sich schnell fortpflanzenden Nachbarn so bedroht, dass sie eine genetische Seuche herstellten, die die Krogans unfruchtbar macht. Das passt denen überhaupt nicht, und so stellt Battlemaster Urdnot Wrex im Zweifel seine Suche nach einer Heilung der Seuche vor das gemeinsame Missionsziel.

Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Greg Zeschuk zeigte eine Szene, bei der es zum Zerwürfnis zwischen Shepard und Wrex kommt. Nach einer Entscheidung des Spielers, den Vakarians zu helfen statt sie zu bedrohen, stürmt er wütend davon und ballert im Hintergrund wild mit seiner Waffe herum. Commander Shepard kann nun zu ihm gehen, um ihn wieder ins Team zurückzuholen. Mindestens einer der möglichen Ausgänge dieser Szene ist es, dass Wrex als Verräter erschossen wird, und fortan ein Platz in der Teamaufstellung leer bleibt!

Bis zu sechs Gesprächs- oder Aktions-Optionen gibt es in solchen interaktiven Zwischensequenzen, sodass kaum zwei Spieler genau dasselbe Spiel erleben dürften. Auf diese Vielfalt ist Greg Zeschuk besonders stolz - die Charaktere bestehen eben nicht nur aus zahlreichen Skills und den Attributen Präzision, Ausdauer, Koordination, Fokus und Gesundheit. Diese Tiefe in Verbindung mit der aufsehenserregenden Grafik, den taktischen Actionkämpfen und der großen Spielwelt vermitteln den Eindruck, dass aus Mass Effect eigentlich nur noch ein Hit werden kann. [von Jörg Langer]  (ji)


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Links zum Artikel:
Bioware - Mass Effect (.com): http://masseffect.bioware.com/

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