Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0707/53518.html    Veröffentlicht: 18.07.2007 12:21    Kurz-URL: https://glm.io/53518

Angetestet: Apples iPhone ist anders

Dem Apple-Handy fehlen typische Handy-Funktionen

Für viel Wirbel hat in den vergangenen Wochen Apples erstes Mobiltelefon gesorgt, das es bislang nur in den USA zu kaufen gibt. Golem.de hat sich das Hype-Handy näher angesehen und es musste zeigen, ob es die Handy-Revolution einläutet, die Apple-Boss Steve Jobs versprochen hat. In einem Kurztest begeisterte die einfache Bedienung und das elegante Erscheinungsbild. Obwohl das Mobiltelefon preislich in der Oberliga spielt, fehlen dem iPhone aber einige typische Handy-Funktionen.

Apple iPhone
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Dünn, edel und schön kommt es daher, das erste Mobiltelefon von Apple, das gar nicht nach einem Mobiltelefon aussieht. Denn eine typische Handyklaviatur oder Ruf- und Auflegtasten fehlen dem iPhone. Die komplette Steuerung geschieht über einen Touchscreen. Im Unterschied zu bisherigen Touchscreens in Smartphones wird das Display im iPhone ausschließlich mit dem Finger statt mit einem speziellen Stift bedient.

Wer bereits Geräte mit Touchscreen-Bedienung gewohnt ist, wird sich anfangs immer wieder dabei erwischen, wie er versucht, Befehle statt mit dem ganzen Finger nur mit dem Fingernagel aufzurufen. Da der Touchscreen im iPhone aber auf die Bedienung mit dem Finger ausgerichtet ist, reagiert es auf Steuerversuche mit dem Fingernagel meist nicht. Generell lassen sich die großzügig dimensionierten Bedienelemente auch mit wuchtigeren Händen problemlos treffen.

Als weitere Besonderheit besitzt der iPhone-Touchscreen eine Glasoberfläche und nicht die sonst üblichen Plastikschirme. Apple setzt hier auf gehärtetes Mineralglas, wie es etwa in hochwertigen Uhren verwendet wird, so dass die Glasoberfläche nicht ohne weiteres zerkratzt. Die Glasoberfläche verleiht dem Gerät einen sehr eleganten Eindruck, birgt aber auch den Nachteil, dass die gesamte Glasfläche schnell mit Fingerabdrücken übersät ist. Nach einem kurzen Wisch verschwinden die Übeltäter aber leicht wieder.

Selbst wenn sich Fingerabdrücke auf Touchscreen-Glas befinden, hinterlässt das Display einen äußerst guten Eindruck. Die im Artikel verlinkten Fotos können die gute Display-Darstellung leider nicht adäquat wiedergeben. Das Display zeigt die Inhalte klar, deutlich und in hoher Auflösung von 320 x 480 Pixeln bei hervorragender Ausleuchtung. Wie auch in den BlackBerry-Geräten von Research In Motion steckt im iPhone ein Sensor, der die Umgebungshelligkeit misst und basierend darauf die Intensität des Displaylichts regelt. Sogar unter direktem Sonnenlicht begeistert die Anzeige - alles ist klar und deutlich zu erkennen. Normale Handy-Touchscreens liefern hingegen unter direkter Sonneneinstrahlung keine überragenden Ergebnisse.

Apple iPhone
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Als äußerst pfiffig und hilfreich erweist sich der im iPhone steckende Bewegungssensor: Je nachdem, ob das Handy hochkant oder im Querformat gehalten wird, richtet sich die Anzeige passend aus. Damit wird die Gerätebedienung ein ganzes Stück bequemer als es mit herkömmlichen Umschaltoptionen der Fall ist.

Leider lässt Apple hier die letzte Konsequenz vermissen, denn der Sensor wird bisher nur von wenigen Applikationen wie der Fotoanzeige, dem Videoplayer und dem Browser genutzt. In anderen iPhone-Anwendungen wird das "Accelerometer" ignoriert. Dabei würden auch der Kalender, die Notizen, der E-Mail-Client, die SMS-Applikation oder auch der Programmstarter sehr von einer Querformatsoption profitieren. Im Praxisalltag passiert es leider gelegentlich, dass der Bewegungssensor die Lageänderung nicht bemerkt. Dann muss das iPhone leicht geschüttelt oder angetippt werden, um die Displayausrichtung nachträglich zu korrigieren.

Apple iPhone
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Generell reagiert das iPhone äußerst zügig und niemals hat man das Gefühl, auf etwas warten zu müssen. Sehr elegant und optisch reizvoll sehen die Überblendeffekte aus, die beim Applikationswechsel zum Zuge kommen, die flüssig und nicht störend wirken. Es macht eine Menge Spaß, mit dem iPhone zu arbeiten. Durch den Verzicht auf jegliche Menüs sind alle Befehle schnell und leicht zu finden. Auch die Optionen für die iPhone-Applikationen versammeln sich in einem zentralen Einstellungsdialog, was die Konfiguration aller Komponenten vereinfacht.

Da Apple den Touchscreen zum zentralen Bedienelement auserkoren hat, gibt es kaum Knöpfe am Gerät. Auf der Vorderseite residiert eine Taste, um den Programmstarter zu öffnen und an den Seiten befindet sich der Ein-Aus-Schalter sowie Lautstärketasten und ein Schiebeschalter, der zwischen Klingel- und Vibrationsmodus wechselt. Einen solchen Umschalter wissen Treo-Benutzer schon länger zu schätzen.

Durch den Verzicht einer Handy-Klaviatur oder eines 5-Wege-Navigators bzw. eines Scrollrads lässt sich das iPhone nur mit Mühe einhändig bedienen - in den meisten Fällen werden beide Hände benötigt. Leider fehlt auch jegliche Möglichkeit, bestimmte Applikationen per Knopfdruck aufzurufen. Dadurch ist jeder Applikationswechsel nur über den Aufruf des Programmstarters möglich, was wenig effizient ist. Über das mitgelieferte, kabelgebundene Stereo-Headset kann die Musikwiedergabe umfangreich gesteuert werden. Vergleichbare Steuertasten am iPhone gibt es jedoch nicht, da sich direkt am Mobiltelefon mittels Tasten nur die Lautstärke regulieren lässt.

Apple iPhone
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Für die Texteingabe besitzt das iPhone eine Soft-Tastatur, die über den Touchscreen bedient wird. Damit fehlt natürlich jede Möglichkeit, Tasten zu erfühlen und der Nutzer muss in aller Regel auf die Tastatur schauen, um die richtigen Buchstaben zu treffen. Um die Dateneingabe zu vereinfachen, setzt Apple auf eine Wörterbuch-basierte Wortvervollständigung und -korrektur, die derzeit nur in englischer Sprache vorliegt. Wie effizient diese in der Praxis arbeitet, kann erst ein Test mit einem deutschsprachigen iPhone zeigen. Testberichte aus den USA sind jedenfalls sehr angetan davon und berichten, dass das Wörterbuch sogar Tippfehler automatisch korrigiert. Vielleicht ändert Apple noch bis zum Europastart einen Schönheitsfehler der Tastatur: Immer werden alle Buchstaben groß angezeigt. Vergleichbare Bildschirmtastaturen zeigen nur Großbuchstaben, wenn die CapsLock- oder Umschalttaste aktiviert wurde, was die Benutzung der Soft-Tastatur intuitiver macht.

Nach einigen Tagen Übung soll das Schreiben mit der iPhone-Tastatur recht zügig von der Hand gehen. Wer jedoch eine vollwertige QWERTZ-Tastatur an einem Smartphone gewöhnt ist und unterwegs viel Text mit dem Mobiltelefon tippt, wird der Soft-Tastatur des iPhone nicht viel abgewinnen können. Aber wer sonst nur eine Handy-Klaviatur mit T9-Eingabe gewohnt ist und nur gelegentlich Texteingaben auf dem Handy vornimmt, für den kann die iPhone-Tastatur einen Komfortgewinn bedeuten.

Apple iPhone
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Beim Umgang mit Text fällt negativ auf, dass es keine Möglichkeit gibt, Textpassagen zwischen verschiedenen iPhone-Anwendungen auszutauschen, weil Apple unerklärlicherweise auf eine Zwischenablage verzichtet hat. Will man etwa einen SMS-Text per E-Mail weiterleiten, muss dieser zunächst auf einem Stück Zettel geschrieben und dann abgetippt werden. Ein effizienter Umgang mit digitalen Informationen sieht anders aus. Besonders ungewöhnlich ist allerdings, dass es nicht einmal die Option gibt, Text zu markieren. Soll also eine längere Textpassage gelöscht oder ersetzt werden, muss der Nutzer hier mühsam Zeichen für Zeichen entfernen.

Bereits im Vorfeld der iPhone-Markteinführung wurde das Apple-Handy oftmals als iPod mit Handyfunktionen tituliert. Ein Blick auf den Musik-Player macht diese Analogie überdeutlich. Die iTunes-Software ähnelt stark dem Desktop-Pendant, lässt sich sehr komfortabel bedienen und macht optisch einen gelungenen Eindruck. Die Software zeigt Cover der entsprechenden Alben und sortiert die Lieder nach Titel, Album oder Interpret und es werden Wiedergabelisten unterstützt. Leider können die Musikstücke nicht als Klingelton verwendet und der interne Speicher von 4 respektive 8 GByte kann in Ermangelung eines Speicherkartensteckplatzes nicht erweitert werden. Bei umfangreicher Musiksammlung kann diese Beschränkung schon mal für Verdruss sorgen.

Apple iPhone
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Die Funktionen für die Videowiedergabe können rundweg überzeugen. Hierbei trumpft das Display auf, das durch seine Größe und Darstellungsqualität besticht. Über eine spezielle YouTube-Applikation spielt das iPhone auch Filme des Videoportals ab, die dafür in das H.264-Format konvertiert wurden. Derzeit sind darüber zwar nicht alle YouTube-Inhalte verfügbar, aber langfristig soll darüber der gesamte YouTube-Bestand angeboten werden, indem die Daten in das H.264-Format gewandelt werden.

Für Begeisterung sorgt auch der Web-Browser, der auf die Rendering-Engine von Safari setzt und an den Browser erinnert, den Nokia Ende 2005 für seine Symbian-Smartphones vorgestellt hat. Beide basieren auf WebKit, Apples Variante der KHTML-Rendering-Engine. Der HTML-Browser zeigt die gesamte Webseite verkleinert, so dass die Seitenstruktur erhalten bleibt. Andere mobile Browser verändern hier meist die Seitenstruktur, um alle Inhalte auf die kleinen Handy-Displays zu bekommen.

Apple iPhone
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Will man einen Ausschnitt einer Seite mit dem iPhone-Browser lesen, wird dieser entsprechend vergrößert. Dies geschieht beim iPhone entweder mit einem Doppelklick oder indem der Bereich auf dem Display mit zwei Fingern aufgezogen wird. Umgekehrt erscheint wieder die verkleinerte Ansicht, wenn zwei Finger zueinander geführt werden. Wie die gesamte iPhone-Bedienung arbeitet auch der Browser sehr zügig und die Zoom-Funktion bereitet viel Vergnügen. Diese steht so auch in der Foto-Applikation bereit, um sich Bilder auf dem iPhone anzusehen.

Von dem iPhone-Browser können sich andere mobile Browser mehr als eine Scheibe abschneiden - vor allem, was die Darstellungsgeschwindigkeit und Art der Aufbereitung betrifft. Der Browser bietet sogar Tab-Unterstützung, so dass mehr als eine Webseite gleichzeitig offen gehalten werden kann.

Die Erwartungen an den Browser im iPhone waren sehr hoch und wurden auch von Apple-Boss Steve Jobs geschürt. So wurde in Tests zum iPhone der Browser an sich überschwenglich gelobt, aber auch immer wieder bemängelt, dass sich damit keine Flash-Inhalte und keine eingebetteten Videos abspielen lassen. Diese Anforderungen gehören zwar beileibe noch nicht zum Standard-Repertoire mobiler Browser, doch verwundert es nicht, dass auch die Ansprüche beim Kunden wachsen. Zumindest die fehlende Flash-Unterstützung soll angeblich mit einem Update nachgereicht werden.

Apple iPhone
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Weniger kritisiert wurde, dass der iPhone-Browser merkwürdigerweise keine WAP-Seiten anzeigen kann. Gerade bei langsamer Internetverbindung bauen sich die schlichteren WAP-Seiten zügiger auf als dies bei HTML-Seiten der Fall ist. Nur im iPhone-Browser kann die Bildschirmtastatur auch im Querformat verwendet werden. Allerdings versagt die automatische Displayausrichtung, wenn die Tastatur aktiviert ist. Dann muss diese immer erst geschlossen und wieder aufgerufen werden, damit die Bildschirmanzeige passend zur Haltung des Apple-Handys erscheint.

Das E-Mail-Programm im iPhone unterstützt POP3- sowie IMAP-Konten und zeigt HTML-Nachrichten in Original-Formatierung an. Als Anhänge werden Bilder, PDF-Dokumente sowie Word- und Excel-Dateien dargestellt. Allerdings lassen sich Anhänge nicht speichern und somit nur innerhalb des E-Mail-Clients betrachten. Auch die Bearbeitung von Word- oder Excel-Dateien ist auf dem iPhone nicht möglich, wie es jedes halbwegs aktuelle Smartphone ohne Aufwand beherrscht. Selbst Bilddateien können nicht in die Fotoapplikation des iPhone übernommen werden.

Apple iPhone
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Die eigentlichen Handy-Funktionen konnten wir bislang nur ansatzweise testen, so dass sich die Sprachqualität und allgemeinen Bedienung der Telefonapplikation nicht abschließend beurteilen lässt. Auch die von allen Rezensenten gelobte Visual Voicemail konnte leider nicht im Einsatz erprobt werden. Die Anrufbeantworterfunktion listet eingegangene Sprachnachrichten wie in einem E-Mail-Programm, so dass sich der Nutzer den Anruf einer digitalen Mailbox erspart. Die Sprachbotschaften werden dazu komplett auf das iPhone übertragen.

Zudem schaltet das iPhone das Display automatisch aus, wenn es zum Telefonieren ans Ohr gehalten wird. Wird das iPhone während eines Telefonats wieder vom Ohr genommen, merkt dies der Bewegungssensor und schaltet das Display wieder an - eine sehr pfiffige Lösung, um wertvollen Akkustrom zu sparen, ohne dass der Nutzer Komforteinbußen zu verzeichnen hat.

Komforteinbußen muss der iPhone-Besitzer allerdings im Adressbuch hinnehmen: Denn zur Auswahl eines Kontakts muss der Nutzer immer durch die Adressliste scrollen, weil sich die Bildschirmtastatur für eine direkte Eingabe eines Namens nicht aufrufen lässt. Als Zwischenlösung blendet das iPhone bei umfangreicher Kontaktliste eine hochkant angeordnete Alphabetleiste ein. Ein Fingerdruck auf einen Buchstaben in dieser Leiste zeigt alle Namen, die mit diesem Buchstaben beginnen. Wer dann viele Kontakte mit dem gleichen Anfangsbuchstaben in seinem Adressbuch hat, muss anschließend noch viel scrollen.

Apple iPhone
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Hier vermisst man dann die eingeblendete Tastatur, um schnell den Namen eines Kontaktes einzugeben und diesen mit einem weiteren Fingerdruck anrufen zu können. Auf diese Scrollfunktion mit Indexleiste setzt Apple auch bei der iTunes-Anwendung im iPhone. Als Entschädigung dafür bewegt man sich butterweich durch solche Listen und eine Dynamik sorgt dafür, dass das Scrollen bei entsprechendem Schwung ganz zügig geschieht und zum Ende hin gemächlich ausläuft.

Für ein modernes Mobiltelefon äußerst ungewöhnlich: Das iPhone kann MMS weder versenden noch empfangen. Da der Dienst vor allem über Netzgrenzen nur unbefriedigend zu nutzen ist, muss hier jeder selbst entscheiden, wie sehr einem die MMS-Fähigkeit fehlt. Empfindlicher könnte da schon der Verzicht auf eine Java-Engine stören, denn dadurch lassen sich mit dem iPhone keine Java-Spiele oder -Applikationen nutzen.

Auch wird eine Aufgabenliste vermisst, die den mitgelieferten Kalender und die Notizapplikation sinnvoll ergänzen würden. Der Kalender bietet eine Tages-, Monats- und Jahresansicht, kennt jedoch keine Wochenübersicht. Zudem beherrscht das iPhone keine Sprachanwahl, um Telefonate per Headset zu initiieren, ohne das iPhone in die Hand zu nehmen und es fehlt eine Suchfunktion, um Daten auf dem iPhone bequem zu finden. Der Funktionsumfang des Apple-Handys kann nicht durch Aufspielen von Software erweitert werden. So macht sich auch das Fehlen eines Instant-Messaging-Clients negativ bemerkbar, was besonders ärgerlich ist, weil das Mobiltelefon in den USA mit mobiler Daten-Flatrate verkauft wird. Ein Instant Messenger als Browser-Dienst sollte mit dem iPhone jedoch nutzbar sein, allerdings bringt dieser wohl weniger Komfort als es mit einem eigenständigen Instant Messenger möglich wäre.

Apple iPhone
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Äußerst sparsam wirken die Funktionen rund um die eingebaute 2-Megapixel-Kamera, die ausschließlich Fotos aufnimmt und keine Zoom-Funktion kennt. Ob die Aufnahme von Videos später einmal nachgerüstet wird, ist nicht bekannt. Bereits seit der Produktankündigung des iPhones ist bekannt, dass sich der interne Akku nicht ohne weiteres wechseln lässt. Für den Fall eines Austauschs muss das Mobiltelefon an Apple geschickt werden. Außerdem besitzt das Apple-Handy keinen Speicherkartensteckplatz, so dass je nach Modell maximal 4 oder 8 GByte an Daten genutzt werden können.

Obwohl die Musikfunktionen beim iPhone eine zentrale Rolle spielen, unterstützt das Apple-Handy nicht das Bluetooth-Profil A2DP, um Stereoton drahtlos an passende Geräte zu übertragen. Für den Musikgenuss bleibt also derzeit immer nur der Anschluss eines kabelgebundenen Kopf- oder Ohrhörers. Aber auch das geht nicht ganz reibungslos. Zwar verfügt das iPhone - entgegen erster Testberichte - sehr wohl über eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, diese lässt sich aber nicht ohne weiteres nutzen. Denn die Buchse befindet sich so tief im Gehäuse, dass ein Adapter benötigt wird, um herkömmlichen Kopf- oder Ohrhörer anschließen zu können.

Im Rahmen der Bluetooth-Unterstützung macht sich ein weiterer Nachteil bemerkbar: Bluetooth kann nur zur Anbindung von Headsets oder Freisprechanlagen verwendet werden. Ein Datenaustausch über Bluetooth funktioniert ebensowenig wie die Synchronisation mit dem PC. Diese Einschränkung hat Apple mit Mobiltelefonen auf dem US-Markt gemein, so dass Europäer hoffen können, dass diese Bluetooth-Einschränkungen im europäischen Modell nicht zu finden sein werden.

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Golem.de hatte durch den Apple-Händler Gravis die Möglichkeit, das iPhone vor dem offiziellen Marktstart in Europa in Augenschein zu nehmen. Das iPhone wird dauerhaft in den Gravis-Stores in Berlin, München und Hamburg gezeigt und auch "auf Tour" geschickt, so dass das Apple-Handy in allen Gravis-Shops zu sehen sein wird. Die Tourdaten finden sich auf der Gravis-Homepage.

Sollte Apple die Gerätepreise aus den USA ohne Aufschlag umrechnen, wird das iPhone mit 4 GByte in Deutschland etwa 450,- Euro kosten. Rund 530,- Euro wird man auf den Tisch legen müssen, will man das Apple-Handy mit 8 GByte Speicher haben. Hier würde dann noch der Abschluss eines 2-Jahresvertrags bei einem noch nicht bekannten Mobilfunknetzbetreiber kommen, so dass das iPhone preislich in der absoluten Oberliga spielt. Derzeit wird vermutet, dass T-Mobile das iPhone in Deutschland anbieten darf.

Fazit:
Wer das iPhone mit anderen am Markt befindlichen Mobiltelefonen vergleicht, bemerkt vor allem, dass Apple fast alles anders macht als die Konkurrenz. Der Neuling ist leicht zu bedienen und es macht viel Spaß, mit dem iPhone zu arbeiten. Dafür sorgt das hervorragende Display und die angenehme Touchscreen-Steuerung sowie die automatische Display-Ausrichtung.

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Leider ist das iPhone aber noch weit davon entfernt, als perfekt tituliert zu werden. Viele kleine Macken können einem die Freude daran verleiden. Hier hängt es auch stark davon ab, wie das Mobiltelefon verwendet wird. Wer lediglich ein schickes Mobiltelefon zum Telefonieren sein Eigen nennen will, wird sich kaum beklagen und die leichte Bedienung zu schätzen wissen. Intensiven Musiknutzern wird das Fehlen einer Speichererweiterung zu schaffen machen. Bei einem vorwiegend beruflichen Einsatz wird das iPhone wohl seltener zum Einsatz kommen, weil es sich vielfach eben weniger effizient als ein Smartphone mit QWERTZ-Tastatur bedienen lässt. In jedem Fall bleibt zu hoffen, dass Apple einige grobe Schnitzer des iPhone bis zum Europa-Marktstart mit einem Software-Update korrigiert.

Aber wer weiß, vielleicht kann Apple mit dem iPhone dem Erfolg des iPod nacheifern und trotz der Mängel die Kunden begeistern? In jedem Fall wird Apple im Handy-Markt vorerst nicht die Dominanz erlangen, die es im MP3-Player-Markt erreicht hat. Denn der hohe Gerätepreis schränkt die mögliche Kundenzahl stark ein und Apple hat im Mobiltelefonmarkt mit Nokia, Motorola, Samsung, Sony Ericsson und LG starke Konkurrenten vor sich.  (ip)


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