Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0707/53370.html    Veröffentlicht: 10.07.2007 08:49    Kurz-URL: https://glm.io/53370

Verdi verteidigt Online-Pläne der Öffentlich-Rechtlichen

Chance für Qualitätsjournalismus

Die Online- und Multimediapläne der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind nach Auffassung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) längst überfällige Maßnahmen. Die geplante Onlinestrategie der gebührenfinanzierten Sender waren in die Kritik geraten, weil private Anbieter damit nicht konkurrieren könnten.

Die Pläne von ARD und ZDF gefährden nach Ansicht des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) die Medienvielfalt in Deutschland. Andere Töne schlägt Verdi an: " Programmbegleitende Angebote vor allem im und über das Internet stehen nicht im Gegensatz zur Einigung mit der EU-Kommission", meinte der stellvertretende Verdi-Vorsitzende Frank Werneke.

Die Angebote ergäben sich aus dem Rundfunkauftrag und stünden im Einklang mit den Vorschriften des Rundfunkstaatsvertrages. "Nur wenn es gravierende Verstöße geben sollte, ist es Aufgabe der Aufsichtsgremien, dagegen vorzugehen", sagte Werneke.

Damit wies Werneke die zuletzt sowohl von Vertretern des Privatfunks als auch der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger erhobenen Vorwürfe gegen die öffentlich-rechtlichen Sender zurück. Insbesondere den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern hielt der Verdi-Vize Kurzsichtigkeit vor: "Gerade Qualitätsverlage müssen erkennen, dass starker Wettbewerb um publizistische Qualität der Allgemeinheit und auch den Printmedien zugute kommt."

Den privatwirtschaftlichen Sendern und den Verlagen stünden schließlich auch Online-Märkte zur Verfügung, auf denen sich öffentlich-rechtliche Anstalten nicht bewegen würden.  (ad)


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Links zum Artikel:
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Verdi: http://www.verdi.de
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