Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0707/53233.html    Veröffentlicht: 03.07.2007 08:31    Kurz-URL: https://glm.io/53233

Bitkom will Deutschland stärker videoüberwachen

Großbritannien investiert drei Mal so viel wie Deutschland

Ausgerechnet zu den misslungenen Anschlägen in Großbritannien hat der deutsche Bitkom-Verband gefordert, die deutsche Videoüberwachung angesichts der deutlich höheren britischen Investitionen in Überwachungstechnik auszuweiten.

Obwohl die Anschlagsversuche nicht durch den massiven Video-Einsatz in Großbritannien verhindert werden konnten, fordert Bitkom in Deutschland mehr Überwachung durch "intelligente" Technik. Zwar sind hier zu Lande die Investitionen in Elektronik zur Videoüberwachung 2006 leicht gewachsen. Öffentliche und private Auftraggeber gaben rund 185 Millionen für Kameras, Bildschirme und Zubehör aus. Das ist ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zu 2005.

Der mit Abstand größte Markt in Europa blieb aber Großbritannien. Hier lagen die Umsätze im vergangenen Jahr bei 661 Millionen Euro (2005: 630 Millionen Euro). Damit investieren die Briten mehr als drei Mal so viel in Elektronik zur Videoüberwachung wie die Deutschen. Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien entfielen 2006 etwa ein Drittel der Umsätze in diesem Markt auf den Verkauf von Kameras. Unterschiede gab es jedoch bei der Nachfrage-Struktur: Während in Großbritannien mehr als 50 Prozent aller Kamera-Umsätze mit der öffentlichen Hand erzielt wurden, waren es in Deutschland nur etwa 25 Prozent. Insgesamt investierten die Behörden hier zu Lande im vergangenen Jahr 16 Millionen Euro in Kameras. Zum Vergleich: In Großbritannien waren es 116 Millionen Euro.

Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms betonte, dass insbesondere intelligente Videoüberwachung die Sicherheit in Deutschland dauerhaft erhöhen kann. "Mehr Kameras allein genügen nicht. Videodaten helfen zwar, im Nachhinein Täter zu identifizieren. Ziel muss es aber sein, Vorfälle von Anbeginn an zu verhindern. Genau hierzu trägt intelligente Videosensorik entscheidend bei."

Kern sei dabei die Bewegungsanalyse. Software wertet die Bilder von Überwachungskameras aus. Steht zum Beispiel ein herrenloser Koffer für längere Zeit auf einem Bahnsteig, schlägt das System Alarm, berichtet Bitkom.  (ad)


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