Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0706/53201.html    Veröffentlicht: 29.06.2007 16:07    Kurz-URL: https://glm.io/53201

Hoffen auf die ICANN: Wann kommen die GeoTLDs?

Befürworter von .berlin und Co. werden ungeduldig

Das Unternehmen dotBerlin hofft darauf, eines Tages die Top-Level-Domain (TLD) ".berlin" verwalten zu können. Gemeinsam mit anderen potenziellen Bewerbern für TLDs mit geografischem Bezug (GeoTLDs, gTLDs) hat dotBerlin laut eigenen Angaben nun die ICANN aufgefordert, "den seit Ende 2005 laufenden Prozess für die Einführung neuer TLDs bald zu beenden und mit der Entgegennahme von entsprechenden Bewerbungen zu beginnen."

Anlässlich des in dieser Woche veranstalteten 29. Meeting der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) appellierten Vertreter der Initiativen für .cym (Wales), .gal (Galizien), .nyc (New York City), .paris (Paris) und .berlin (Berlin) an den ICANN-Vorstand sowie die ICANN, selbst eine verbindliche Zeitplanung vorzulegen. Mit neuen TLDs komme die ICANN ihrer Aufgabe nach, den Namensraum im Internet zu erweitern.

"Dies ist das siebente ICANN-Meeting, auf dem wir unsere Ideen für nützliche Erweiterungen des Namensraums mit der ICANN-Community diskutiert und weiterentwickelt haben", betont dotBerlin-Geschäftsführer Dirk Krischenowski. Die von dotBerlin gewünschte TLD .berlin wird als cityTLD beschrieben, neben den sprachlichen und kulturellen TLDs wie die bereits bestehende katalanische .cat eine spezielle Kategorie von GeoTLDs.

"Beide sorgen für Mehrwert im Namensraum und für die Internetnutzer insgesamt", heißt es seitens dotBerlin. Das Unternehmen schlägt vor, dass Bewerbungen für GeoTLDs im Vergleich mit den in dem zuständigen Gremium Generic Names Supporting Organisation (GNSO) diskutierten Verfahren relativ leicht bearbeitet werden könnten. Unter Nutzung verbindlicher Listen etwa der UNO oder internationaler Städteorganisationen könnten cityTLDs nach den gleichen Mechanismen delegiert werden, wie sie sich für Länder-TLDs (country code oder ccTLDs) bewährt hätten.

Die Ländercode-Liste ISO-3166 der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO), auf der die derzeitigen ccTLDs beruhen, sei wegen der damit geschaffenen Gleichsetzung von souveränen Staaten mit Territorien wie der britischen Isle of Man inkonsistent. Eine erweiterte Liste könnte hingegen auch für die ICANN den Prozess vereinfachen, wie im Rahmen eines GeoTLD-Workshops im Rahmen der Veranstaltung festgestellt wurde.

Bewerber könnten dann dotBerlin zufolge Partnerschaften etwa mit den Verwaltern von ccTLDs eingehen, um die Delegierung "sicher und verlässlich" zu gestalten. Bestehende Bedenken gegen die Einführung derartiger TLDs müssten und könnten angesichts der zu erwartenden Vorteile konstruktiv gelöst werden. Anderenfalls würden Chancen für die Weiterentwicklung des Internets verpasst, so dotBerlin unter Berufung auf die Ergebnisse des Workshops.

Die ICANN hat als international organisierte, gemeinnützige Organisation die Verantwortung für die Zuordnung von Adressen für das Internetprotokoll und Protokollkennzeichner, die Namenssystemverwaltung der Top-Level-Domains und die Systemmanagementfunktionen der Rootserver inne. Die ICANN ist aber nicht die einzige Stelle, welche von neuen TLDs überzeugt werden muss.

Im Falle von dotBerlin muss auch Berlin selbst vom Sinn und Zweck von .berlin überzeugt werden. Noch will der Berliner Senat laut eines Berichts der Berliner Zeitung keine Genehmigung dafür geben, den Namen ".berlin" zu nutzen, da dieser auch eine Mitverantwortung für Inhalte mit sich bringe, die der rot-rote Senat nicht auf sich nehmen wolle - die Stadt müsse neutral bleiben. Zudem solle dem Stadtportal berlin.de keine Konkurrenz gemacht werden. Dennoch könnte sich das ändern, denn die Berliner CDU und die SPD auf Bundesebene machen sich für entsprechende TLDs stark.  (ck)


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Links zum Artikel:
Dotberlin: http://www.dotberlin.de/
ICANN (.org): http://www.icann.org/

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