Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0706/52987.html    Veröffentlicht: 20.06.2007 10:09    Kurz-URL: https://glm.io/52987

Einigung zwischen Telekom und Verdi

Unter dem Strich bleibt es bei mehr Arbeit für weniger Lohn

Telekom und Verdi haben sich auf eine gemeinsame Lösung im Streit um die Auslagerung von Mitarbeitern in neue Service-Gesellschaften verständigt, der Tarifkonflikt soll damit beigelegt werden. Für die Mitarbeiter bedeutet dies dennoch länger arbeiten für weniger Geld.

Die Einigung zwischen Telekom und Verdi sieht eine Arbeitszeiterhöhung um 4 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich vor, der Samstag wird zum Regelarbeitstag. Von den vier Stunden Mehrarbeit soll jeder Mitarbeiter ab 2008 eine halbe Stunde pro Woche in seine Service-Qualifizierung investieren, so die Telekom, die Mitarbeiter, die sich durch Leistung, persönliches Engagement und Kompetenz auszeichnen, künftig durch Servicekarrieren fördern will.

Die Gehälter sollen im Schnitt um 6,5 Prozent reduziert und stärker variabel bzw. leistungsbezogen gestaltet werden, wobei die Gehaltskürzungen zeitlich begrenzt und sozialverträglich abgefedert werden sollen. Für die ersten 18 Monate beträgt die Ausgleichszahlung 100 Prozent, für die nächsten zwölf Monate 66 Prozent und für die folgenden zwölf Monate 33 Prozent. Die Ausgleichszahlungen enden am 31. Dezember 2010.

Auf Gehaltserhöhungen verzichten die Mitarbeiter der Telekom bis Ende 2008. Für die Mitarbeiter der drei Service-Gesellschaften gilt zudem ein Auslagerungsschutz bis Ende 2010 und Kündigungsschutz bis Ende 2012.

Für Nachwuchskräfte insbesondere aus der eigenen Ausbildung haben die Tarifvertragsparteien Übernahmebedingungen im Rahmen einer "Beschäftigungsbrücke" vereinbart, wodurch über 4.000 Neueinstellungen möglich werden. Die Einstiegsgehälter liegen künftig zwischen 21.400 und 23.200 Euro.

Die Telekom erhofft sich von dieser Einigung und der Gründung von T-Service Einsparungen von 500 bis 900 Millionen Euro im Jahr 2010. Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom, spricht dabei von "wettbewerbsfähigeren Kostenstrukturen". Dazu müssen die Verdi-Mitglieder dem Kompromiss allerdings noch zustimmen. Im Laufe des Tages soll zunächst die große Tarifkommission von Verdi den Kompromiss besprechen.  (ji)


Verwandte Artikel:
Deutsche Telekom: T-Systems-Beschäftigte wollen keine Aufspaltung   
(12.02.2018, https://glm.io/132708 )
Telekom-Streik: Verdi will wieder verhandeln   
(12.06.2007, https://glm.io/52834 )
Telekom-Streit: Bund drückt sich vor Verantwortung   
(30.05.2007, https://glm.io/52547 )
Stern: Telekom will politischen Einfluss vergrößern   
(06.09.2000, https://glm.io/9628 )
Umzug: Streik am Amazon-Standort Werne   
(05.03.2018, https://glm.io/133148 )

Links zum Artikel:
Deutsche Telekom: http://www.dtag.de
Verdi: http://www.verdi.de

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/