Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0706/52936.html    Veröffentlicht: 18.06.2007 16:02    Kurz-URL: https://glm.io/52936

Apples iPhone mit längerer Akkulaufzeit

Verbesserter Touchscreen angekündigt

Das hat die Mobilfunkwelt noch nicht gesehen: Ein Handyhersteller verkündet per Pressemitteilung, dass ein angekündigtes Mobiltelefon andere Akkulaufzeiten schafft, als zunächst genannt wurde, und minimale Änderungen am Display vorgenommen wurden. Aber seitdem Apple bekannt gegeben hat, in den Handymarkt einzusteigen, sind ohnehin bisherige Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt.

In einer aktuellen Presseaussendung verkündet Apple nun längere Akkulaufzeiten für das iPhone. Bislang wurde eine derart geringfügige Änderung an der Funktionsweise eines Mobiltelefons nicht zum Anlass für eine Pressemitteilung genommen. Aber seit der iPhone-Vorstellung ist der gesamte Handymarkt in Aufruhr und Marktbeobachter stellen sich bereits die Frage, ob das iPhone den hohen Erwartungen noch gerecht werden kann, die mit Apples Mobiltelefon verbunden werden.

Zur iPhone-Ankündigung im Januar 2007 hieß es von Apple, dass der Akku eine Plauderdauer von 5 Stunden durchhält. Der gleiche Wert gilt auch für das Surfen im Internet sowie zum Schauen von Videos. Bis zu 16 Stunden soll der Akku durchmachen, wenn das iPhone zum Musikhören verwendet wird. Vermutlich muss dazu aber das Mobilfunkmodul im iPhone ausgeschaltet sein.

Als Apple das iPhone angekündigt hat, gab es eine Akkulaufzeitangabe für Telefonate, für das Surfen im Internet sowie für die Wiedergabe von Videos. Nach Apple-Angaben soll das iPhone nun mit einer Akkuladung eine Sprechzeit von bis zu 8 Stunden schaffen und für die Internetnutzung nennt Apple eine Nutzungsdauer von 6 Stunden. Die höhere Akkulaufzeit bei Telefonaten erklärt sich dadurch, dass das iPhone-Display bei Telefonaten gedimmt wird, wie es auch bei anderen Smartphones mit Touchscreen üblich ist.

Die Musikwiedergabe soll nun 24 Stunden am Stück möglich sein und Videos können 7 Stunden am Stück gesehen werden. Unklar ist weiterhin, ob diese Werte nur bei ausgeschaltetem Mobilfunk gelten. Damit würde dieser Wert in der Praxis kaum erreicht werden, weil die Mehrzahl der iPhone-Nutzer sicherlich nicht jedesmal die Handyfunktionen deaktivieren werden, wenn sie Musik hören oder Videos schauen wollen. Außerdem hat Apple nun auch die Akkulaufzeiten im Bereitschaftsmodus nachgereicht. Diese soll bei rund 10 Tagen liegen. Wie sich die Akkulaufzeit bei WLAN-Nutzung verändert, gab Apple nicht bekannt. Üblicherweise sorgt ein intensiver Einsatz von WLAN für eine drastische Verkürzung der Akkulaufzeit.

Im Gegensatz zu allen anderen am Markt befindlichen Mobiltelefonen lässt sich der Akku im iPhone nicht ohne weiteres austauschen, weil dieser fest eingebaut ist. Wenn der Akku austauschbar ist, können Mobiltelefonnutzer die Laufzeit ihrer Geräte bequem verlängern, indem sie einfach einen Zweitakku verwenden. Diese Möglichkeit haben iPhone-Besitzer jedoch nicht.

Zudem ließ Apple verkünden, dass das Touchscreen nicht mehr mit einem Plastikglas versehen ist. Stattdessen soll eine höherwertige Glasoberfläche verwendet werden, die gegen Kratzer immun sein soll. Im weiteren Pressetext wird das iPhone vollmundig gelobt, weil damit Dinge möglich seien, die mit keinem anderen Mobiltelefon erledigt werden könnten. Konkrete Angaben bleibt Apple bei diesen Versprechungen auch weiterhin schuldig. Die iPhone-Interessenten müssen also weiterhin abwarten, bis erste unabhängige Tests des Gerätes vorlegen.

Am 29. Juni 2007 soll das iPhone in den USA auf den Markt kommen und dann außer bei Apple direkt nur über den Mobilfunknetzbetreiber AT&T zu haben sein. In Europa wird das Apple-Handy erst Ende 2007 erwartet. Auch in Europa soll das Gerät dann nur bei einem einzigen Netzbetreiber zu haben sein. Marktforscher erwarten aber, dass diese Taktik von Apple in Europa scheitern wird, weil der europäische Mobilfunkmarkt komplett anders strukturiert ist als in den USA. So würde eine Bindung an nur einen Netzbetreiber dazu führen, dass das iPhone in manchen Ländern gar nicht verfügbar ist, wenn der Netzbetreiber dort nicht aktiv ist.

Noch laufen wohl die Verhandlungen zwischen Apple und den europäischen Netzbetreibern. Diese zeigten sich bereits verwundert und vor allem verärgert darüber, wie "unglaublich arrogant" sich Apple in den Verhandlungen verhalten habe. Apple würde demnach Forderungen an die Netzbetreiber stellen, die von denen gar nicht erfüllt werden könnten. Und die Netzbetreiber meinten, auf derartige Forderungen auch nicht eingehen zu wollen, ganz gleich wie gefragt ein Produkt sei. Um welche Forderungen es hier im Detail geht, ist nicht bekannt.  (ip)


Verwandte Artikel:
iPhone-Drosselung: Apple gibt fehlerhaftes Power-Management zu   
(07.02.2018, https://glm.io/132625 )
iPhone: Dialog entwickelt weiter Power-Chips für Apple   
(05.03.2018, https://glm.io/133136 )
Apples iPhone 8 und iPhone X: Kameralicht versagt bei kalten Temperaturen   
(02.03.2018, https://glm.io/133108 )
Handynetzbetreiber: "Apple ist unglaublich arrogant"   
(15.06.2007, https://glm.io/52905 )
Doro 7060: LTE-Klapphandy für Senioren bietet WLAN und Apps   
(01.03.2018, https://glm.io/133072 )

Links zum Artikel:
Apple: http://www.apple.com/de
Apple - iPhone (.com): http://www.apple.com/iphone
Apple (.com): http://www.apple.com

© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/