Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0706/52834.html    Veröffentlicht: 12.06.2007 16:56    Kurz-URL: https://glm.io/52834

Telekom-Streik: Verdi will wieder verhandeln

Streik soll bei positivem Verlauf der Gespräche zurückgeführt werden

Die Gewerkschaft Verdi will sich nach rund einem Monat Streik wieder mit der Telekom an einen Verhandlungstisch setzen. Die große Tarifkommission von Verdi entschied, wieder Gespräche mit dem Konzern aufzunehmen.

"Nachdem erkennbar ist, dass sich die Telekom nach wochenlangem Streik auf Verdi zubewegt, sind wir bereit, uns an den Verhandlungstisch zu setzen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder. Vergangene Woche habe die Arbeitgeberseite in der Öffentlichkeit Gesprächsbereitschaft "zu allen Themen" im T-Service-Konflikt signalisiert, Verdi schätzt das Angebot als ernsthaft ein.

Ziel sei es, einen Schutz der Beschäftigten vor den Folgen der geplanten Auslagerung zu erreichen, rückt Verdi von den eigenen Forderungen auch weiterhin nicht ab und wirft der Telekom vor, in diesem Punkt "ebenso störrisch wie uneinsichtig" festzuhalten, wie an der Ausgliederung von 50.000 Beschäftigten in drei neue T-Service-Gesellschaften.

Die Zeit für eine Verhandlungslösung vor dem geplanten Betriebsübergang ist nun aber eng, daher soll schon ab dem morgigen 13. Juni 2007 wieder verhandelt werden. Dabei hofft Verdi, die Einkommen der Beschäftigten gegebenenfalls unter Berücksichtigung zukünftiger Tarifrunden zu sichern sowie negative Wirkungen beim Betriebsübergang zu minimieren, Ausgliederungs- und Kündigungsschutzregelungen zu sichern und auszubauen, vorhandene Tarifstandards zu erhalten, auch für junge Menschen Beschäftigungsperspektiven ohne Dumpingtarife zu eröffnen, den Personalabbau auf freiwilliges Ausscheiden zu begrenzen und die Beamten vor der Einführung einer 41-Stunden-Woche zu bewahren.

"Wenn die Telekom bereit ist, das angekündigte Informationsschreiben zum Betriebsübergang zurückzustellen, ist Verdi bereit, für die Dauer der Verhandlungen die Arbeitskampfmaßnahmen stufenweise deutlich zu reduzieren", kündigte Schröder zudem an. Eine Deeskalation des Konfliktes setze jedoch einen erfolgreichen Verhandlungsverlauf voraus.  (ji)


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