Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9911/5275.html    Veröffentlicht: 24.11.1999 09:09    Kurz-URL: https://glm.io/5275

Unternehmen machen keine nennenswerten E-Geschäfte

Deutschland fällt beim elektronischen Handel im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn zurück: 71 Prozent aller deutschen Unternehmen erwirtschaften keine nennenswerten Umsätze über das Internet.

Nur 17 Prozent der Firmen erwartet in den nächsten zwölf Monaten eine starke Zunahme des Geschäfts über das Datennetz. Rund ein Drittel hat sich schon heute damit abgefunden, niemals mehr als ein Viertel des Umsatzes über das Internet einzufahren. Das sind die Schlüsselergebnisse der zweiten europaweiten Marktuntersuchung über Electronic Commerce, die die Beratungsgesellschaft CMG Deutschland GmbH vorgestellt hat.

CMG untersucht in dem europäischen E-Commerce-Index ("CMG e.COM index"), wie gut die Wirtschaft in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden auf Electronic Commerce vorbereitet ist.

Laut CMG-Index erwartet 75 Prozent der europäischen Wirtschaft außerhalb Deutschlands einen kräftigen Zuwachs beim elektronischen Handel in den nächsten zwölf Monaten. 12 Prozent der nicht in Deutschland ansässigen Unternehmen geht fest davon aus, schon in zwei Jahren mehr als ein Viertel des Umsatzes im Internet zu erwirtschaften. Hier zu Lande teilt nicht einmal 3 Prozent der von CMG kontaktierten Manager diese Einschätzung.

Zwar stuft deutlich mehr als die Hälfte der deutschen Führungskräfte das Internet als einen wichtigen Vertriebskanal ein. Was indes auf den ersten Blick viel erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen weit unterhalb des europäischen Durchschnitts: Bei unseren Nachbarn hat sich diese Erkenntnis schon bei rund drei Viertel der Manager durchgesetzt, hat CMG herausgefunden.

Im Geschäft der Firmen untereinander (Business-to-Business) ist gerade einmal gut 10 Prozent der deutschen Unternehmen via Internet engagiert. Anders unsere europäischen Nachbarn: Mehr als ein Viertel der Firmen in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden handelt heute schon miteinander per Datennetz.

Rund die Hälfte der Unternehmen verfügt eigenen Angaben zufolge bis heute nicht einmal über eine Strategie für den elektronischen Handel, hat die Umfrage ergeben. 48 Prozent der deutschen Führungskräfte gibt offen zu, sich nur langsam dem Internet-Markt zuzuwenden und eher der Konkurrenz zu folgen als selber die Führung zu übernehmen. Außerhalb Deutschlands herrscht hingegen Aufbruchstimmung: Beinahe 60 Prozent der Manager in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden beschreibt sich selbst als "Fast Mover", die zügig die Chancen des Internet für das eigene Geschäft nutzen.  (ad)


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