Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0705/52566.html    Veröffentlicht: 30.05.2007 20:38    Kurz-URL: https://glm.io/52566

Foleo - Was hinter Palms neuem Konzept steckt

Zielgruppe des Foleo ist klar umrissen

Palm will mit seinem neu vorgestellten Foleo mobiles Arbeiten auf eine vollkommen neue Stufe stellen. Herzstück der mobilen Arbeitswelt wird dann nicht mehr der Computer sein, sondern das Smartphone wird an seine Stelle treten. Ob das Konzept von Palm aufgeht, wird die Marktresonanz zeigen.

Palm Foleo
Palm Foleo
Wer sein Smartphone intensiv nutzt und auch die ein oder andere Applikation schon mal zusätzlich installiert hat, wird einen regulären Computer möglicherweise kaum mehr nutzen. Bereits jetzt kann das Smartphone mit Einschränkungen für die mobile E-Mail-Nutzung oder für das mobile Surfen im Internet verwendet werden. Oder aber man hält über einen Instant Messenger unterwegs Kontakt zu seinen Freunden und Bekannten.

Darüber hinaus lassen sich Office-Dokumente unterwegs bearbeiten und auch die Pflege umfangreicher Datenbanken stellt für moderne Smartphones kein Hindernis dar. Das Smartphone kann als Navigationslösung dienen, mit Stadtplänen deutscher Städte versehen werden und die mobile Wikipedia begleitet einen auf Schritt und Tritt, so dass sich alltägliche Fragen mit einem Zücken des Smartphones klären lassen.

Palm Foleo
Palm Foleo
Einziger Wermutstropfen war bisher, dass sowohl das Display als auch die Tastatur eines Smartphones nicht für längeres Arbeiten taugen. Aber auch das mobile Surfen im Internet braucht doch oft einfach ein größeres Display, als es in modernen Smartphones enthalten ist. Und das Schreiben längerer E-Mails oder Office-Dokumente bereitet auf Dauer keine große Freude, auch wenn eine Mini-Tastatur wie am Treo hier schon eine Erleichterung ist.

Diesen Pferdefuß moderner Smartphones will Palm mit dem Foleo nun den Schrecken nehmen. Wer mit dem Smartphone längere E-Mails schreiben, auf komplexen Internetseiten surfen oder ein Office-Dokument bearbeiten will, koppelt den Foleo per Bluetooth an das Smartphone und schon wird daraus ein recht tauglicher Notebook-Ersatz. Denn nun steht eine ausgewachsene Tastatur und ein großflächiges Display zur Verfügung.

Inwiefern der Foleo ein herkömmliches Notebook wird ersetzen können, hängt auch von den Einsatzzwecken des Anwenders ab. Wer seine wesentlichen Computeraktivitäten bereits heute mit dem Smartphone abdeckt, könnte wohl ganz auf ein separates Notebook verzichten. Ansonsten hängt der Erfolg des Foleo auch davon ab, was für zusätzliche Applikationen für das Gerät auf den Markt kommen. Je mehr bisherige Notebook-Aktivitäten damit abgedeckt werden, desto eher wird das Konzept aus Smartphone und Foleo auch für klassische Notebook-Kunden interessant, die bisher noch kein Smartphone einsetzen.

Ob das Foleo-Konzept ein Erfolg wird, hängt auch davon ab, wie die weitere Entwicklung bei der Akkulaufzeit aussieht. Das erste Modell schafft rund 5 Stunden am Stück und befindet sich damit auf dem Niveau moderner Notebooks. Wenn es Palm schaffen sollte, mit einer späteren Foleo-Generation deutlich längere Akkulaufzeiten zu erreichen, wird das Konzept vor allem für Nutzer interessant, die sehr viel unterwegs arbeiten und auf lange Akkulaufzeiten angewiesen sind.

Auf der anderen Seite geht aber auch die Entwicklung bei Notebooks weiter, aktuelle Modelle wachen flink aus dem Schlafzustand auf, halten mit einer Akkuladung ähnlich lange durch wie der Foleo und im Subnotebook-Bereich findet man Geräte, die mit Größe und dem Gewicht des Foleo mithalten können. Zudem hält Flash-Speicher Einzug in Notebooks, ob in Hybrid-Festplatten oder auf dem Mainboard z.B. als TurboMemory, was den Stromverbrauch weiter senkt und die Startzeit der Geräte und Applikationen verkürzt. Stellt sich also die Frage, ob sich Palms Foleo mit seinem augenscheinlich eingeschränkten Funktionsumfang hier ausreichend abgrenzen kann.  (ip)


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Links zum Artikel:
Palm Computing (.com): http://www.palm.com/

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