Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0705/52239.html    Veröffentlicht: 11.05.2007 16:08    Kurz-URL: https://glm.io/52239

Ablösung für U3-Flash-Speicher verkündet

Microsoft und SanDisk kooperieren für neue Hard- und Softwareplattform

Die nicht sonderlich erfolgreich am Markt agierende U3-Flash-Speicherplattform wird langfristig abgelöst. Microsoft will zusammen mit SanDisk eine darauf aufsetzende Spezifikation erschaffen. Auch mit dem neuen System soll sich Software ohne Installation direkt vom Flash-Speicher laden lassen. Dabei soll die neue Plattform mehr Sicherheit und eine bessere Integration in Windows-Systeme liefern.

Im Unterschied zu normalen Flash-Speichern besitzen U3-Speicher eine Zusatzsoftware, um Applikationen von einem externen Datenträger zu laden, ohne dass die betreffende Software installiert werden muss. Außerdem sollen sich persönliche Einstellungen eines Windows-Systems auf jeden beliebigen PC bringen lassen, ohne dabei vertrauliche Daten auf einem anderen Rechner zu hinterlassen. Das im Jahr 2005 von SanDisk und M-Systems gegründete Gemeinschaftsunternehmen U3 hat seither versucht, eine entsprechende Marktbedeutung zu erlangen. Bislang aber ohne durchschlagenden Erfolg, denn das U3-System blieb ein Nischenmarkt.

Damit Applikationen ohne Installation von einem U3-Speicher geladen werden können, müssen diese speziell angepasst und "U3-fähig" gemacht werden. Basierend auf der U3-Entwicklung wollen Microsoft und SanDisk eine neue Spezifikation erarbeiten, die aus einer Hard- und Softwareplattform besteht. Die Software-Plattform soll es ermöglichen, bestehende an U3 angepasste Anwendungen leicht auf das neue System zu übertragen.

Während Microsoft neue Software für diese Plattform entwickelt, damit sich Windows-Applikationen vom Datenträger direkt ohne Installation starten lassen, wird SanDisk an passenden Hardwarelösungen tüfteln. Dazu wird eine zusätzliche TrustedFlash-Sicherheitstechnik gehören, die SanDisk in seine Flash-Speicherkarten und Cruzer-Laufwerke integriert. Außerdem sollen alle Daten im Zusammenspiel mit der neuen Plattform verschlüsselt werden, um einen Missbrauch zu verhindern. Microsoft will ab sofort Gespräche mit anderen Herstellern führen, die an einer Lizenzierung dieses neuen Softwareangebots interessiert sind.

Wie das neue System heißen wird, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass erste Produkte erst Mitte 2008 in den Handel kommen werden und dass Microsoft und SanDisk dafür ein eigenes Unternehmen gegründet haben. Auch zum Namen des Unternehmens machten beide Firmen keine Angaben. SanDisk will U3 weiter unterstützen, bis die neue Generation auf den Markt kommt. Voraussichtlich wird U3 dann langfristig aufgelöst.  (ip)


Verwandte Artikel:
Toshiba bringt USB-Stick mit U3 und 16 GByte   
(31.08.2006, https://glm.io/47518 )
Mobile Series MS09: Silverstone macht M.2-SSD zum USB-Stick   
(12.10.2017, https://glm.io/130581 )
3D-Flash-Speicher: Intel liefert NAND-Wafer für chinesische SSDs   
(02.03.2018, https://glm.io/133101 )
Western Digital: Sandisks Test-SD-Karte mit PCIe schafft fast 900 MByte/s   
(27.02.2018, https://glm.io/133021 )
Sandisk: 400-GByte-SD-Karte schafft mehr, als UHS-I erlaubt   
(26.02.2018, https://glm.io/133007 )

Links zum Artikel:
Microsoft: http://www.microsoft.de
Microsoft (.com): http://www.microsoft.com
SanDisk (.com): http://www.sandisk.com
U3 (.com): http://www.u3.com/

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/