Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0705/52099.html    Veröffentlicht: 05.05.2007 12:27    Kurz-URL: https://glm.io/52099

Verdi will mit Telekom-Streik Geschäftskunden treffen

Konzern bereitet angeblich Millionenklage gegen die Gewerkschaft vor

Am kommenden Montag, dem 7. Mai 2007, startet die Gewerkschaft Verdi ihre Urabstimmung über einen Streik bei der Telekom. Dieser soll vor allem Geschäftskunden treffen, berichtet der Spiegel. Auch die Telekommunikations-Infrastruktur des G8-Gipfels im Juni könnte davon betroffen sein. Der Focus meldet derweil, dass die Telekom Verdi mit einer Millionen-Klage drohe.

Die Gewerkschaft plane "keinen wilden Rundumschlag", sondern wolle "empfindliche Prestigeprojekte" der Konzerntochter T-Systems "zeitweise lahm legen", meldet der Spiegel unter Berufung auf Ado Wilhelm, Leiter der Abteilung Arbeitskampf bei Verdi.

Vor allem große Versicherungen, Banken oder Industriebetriebe müssten daher ab der kommenden Woche mit eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten rechnen. Privatkunden wolle Verdi bewusst ausklammern, "um die Solidarität der Bevölkerung mit uns nicht aufs Spiel zu setzen", sagte Wilhelm dem Spiegel.

Verdi wolle zudem nicht ausschließen, dass die Kommunikationsinfrastruktur des G8-Gipfels Anfang Juni 2007 in Heiligendamm bestreikt wird, obwohl die Telekom im Vorfeld darum gebeten habe, dies zu unterlassen. Der Konzern fürchte um sein internationales Ansehen, meint Wilhelm, "doch das ist nicht unser Problem."

Die Telekom droht Verdi derweil mit einer Klage, wenn der am Montag beginnenden Urabstimmung bundesweite, flächendeckende Streiks folgen sollten, meldet der Focus. Demnach bereitet der Konzern eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe wegen des bevorstehenden Arbeitszeitausfalls vor.

Bereits während der auf drei Tage angesetzten Urabstimmung über den Streik will Verdi insgesamt 30.000 Mitarbeiter zum Warnstreik aufrufen.

Stein des Anstoßes sind Pläne der Telekom, 50.000 Mitarbeiter aus der Festnetzsparte T-Com in neue Service-Gesellschaften auszulagern. Die betroffenen Angestellten sollen durchschnittlich auf 300,- Euro Monatsbrutto verzichten sowie künftig 38 statt derzeit 34 Wochenstunden arbeiten. Laut Focus sollen von der Ausgliederung konkret 21.000 Mitarbeiter aus dem Bereich Kundendienst, 12.000 Mitarbeiter aus Call-Centern sowie 17.000 aus dem Bereich technische Infrastruktur betroffen sein.  (ji)


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