Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0704/51934.html    Veröffentlicht: 26.04.2007 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/51934

Festplatten zerstören Gefühl für den Wert von Musik

Deutsche speichern 16,6 Milliarden Musikdateien auf PCs, MP3-Playern und Handys

Die Deutschen sammeln immer mehr Musik auf PCs und MP3-Playern und verlieren dabei das Gefühl für den Wert von Musik, meint zumindest Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände.

Auf Rechnern, MP3-Playern und MP3-Handys in Deutschland sind derzeit rund 16,6 Milliarden Musikdateien gespeichert. Im Vorjahr waren es noch 8,8 Milliarden, erklären die Deutschen Phonoverbände unter Verweis auf ihre Brennerstudie 2007.

Demnach stieg der Anteil der Deutschen über zehn Jahre, die Musik auf PCs speichern, im Vergleich zu 2005 von 31 auf 37 Prozent. Rund 614 Titel habe jede der 23,5 Millionen Personen gespeichert, die Musik auf ihrem PC unterbringen - insgesamt sind dies rund 14,44 Milliarden Musikstücke. Hinzu kämen weitere zwei Milliarden Musikdateien auf MP3-Playern und 128 Millionen auf MP3-Handys.

Vor allem MP3-Player würden sich immer stärker durchsetzen. Fast jeder vierte Befragte (23 Prozent) oder insgesamt 14,7 Millionen Personen besitzen eines der handlichen Abspielgeräte. Das waren 1,8-mal mehr Personen als im Vorjahr mit 8,3 Millionen. Dabei werden auf jedem MP3-Player im Schnitt etwa 134 Titel gespeichert.

"Weil eine Festplatte immer das Gleiche wiegt - egal ob 100, 1.000 oder 10.000 Musikdateien darauf gespeichert sind -, geht schleichend das Gefühl für den Wert von Musik verloren", sagt Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, anlässlich des Tages des geistigen Eigentums. "Die fortschreitende Digitalisierung kreativer Inhalte wie Musik, Filme oder Bücher erfordert dringend eine Neubewertung des Urheberrechts. Vom Kopieren können Künstler nicht leben, deshalb brauchen wir eine breite Debatte zum Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Welt".

Damit spielt Haentjes wieder einmal auf die Privatkopie an, die der Musikindustrie ein Dorn im Auge ist. Auch Aufnahmen von Webradio-Programmen und Software, die Musik frei empfangbarer UKW-Sender mitschneidet, würden die deutschen Phonoverbände gern eingeschränkt bzw. verboten sehen.

Während mit EMI die erste große Plattenfirma angekündigt hat, DRM-freie Musik zum Download anzubieten, versuchen die Deutschen Phonoverbände, eine Diskussion darüber loszutreten, ob Musik im privaten Umfeld z.B. von einer CD auf einen MP3-Player kopiert werden darf. Bislang ist dies erlaubt, solange dabei kein Kopierschutz umgangen wird.  (ji)


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Links zum Artikel:
Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft: http://www.ifpi.de

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