Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0704/51885.html    Veröffentlicht: 24.04.2007 19:05    Kurz-URL: https://glm.io/51885

US-Filmindustrie will interoperables DRM

"Kontrollierte HD-Kopien" noch vor Jahresende?

Der Verband der US-Filmindustrie (MPAA) will nach Aussage seines Vorsitzenden, Dan Glickman, an digitalem Rechtemanagement (DRM) festhalten. Allerdings sollten DRM-Systeme in Zukunft interoperabel sein. Zugleich hat sich Glickman für die Einführung "kontrollierter Kopien" zur privaten Nutzung von Filmen auf digitalen Medien ausgesprochen.

Auf einer vom US-Datenbank-Betreiber LexisNexis und der Zeitschrift Variety gesponserten Konferenz hat die US-Filmindustrie erstmals öffentlich zum Thema DRM Stellung bezogen. Der Sprecher der Motion Pictures Association of America (MPAA), Dan Glickman, forderte, das DRM-Problem in Zukunft strategischer anzugehen, "so etwa wie Verhandlungen über Handelsabkommen". Glickman sagte, es genüge einfach nicht, wenn "Rechtsanwälte und Techniker" über DRM-Systeme reden, die nicht interoperabel seien. "Die Leute, die für die Strategie verantwortlich sind, müssen darüber miteinander reden", betonte Glickman.

Das Ziel der großen US-Filmstudios seien "vielfältige Konsumenten-Erfahrungen, ohne Probleme", erklärte Glickman. Man wolle sich durch überlegene Qualität im legalen Markt durchsetzen. In diesem Sinne sei die US-Filmindustrie auch grundsätzlich dafür, den Käufern von Filmen das Anfertigen "kontrollierter Kopien" zu ermöglichen. Es sollte für Konsumenten möglich sein, Filme von digitalen Datenträgern zur privaten Nutzung auf den eigenen PC zu überspielen. Bei den neuen HD-Medien, also HD-DVD und Blu-ray, könnte diese Möglichkeit "noch vor Jahresende" eingeführt werden.

Im Grunde unterstütze die US-Filmindustrie das "kontrollierte Kopieren" auch für Standard-DVDs, erläuterte Glickman. Allerdings sei dafür kein passendes DRM definiert und die Filmindustrie wäre "gegen unkontrolliertes Kopieren".

Glickman erklärte ausdrücklich, dass die MPAA sich auch weiterhin für DRM stark mache. Es komme eben auf die Interoperabilität an. "Nach meiner Philosophie können wir Interoperabilität für DRM erreichen", sagte Glickman, "wenn wir es denn nur wollen. Mit so viel Geisteskapazitäten wie uns zur Verfügung stehen, ist es viel mehr eine Frage des kollektiven Willens als der Technologie." [Robert A. Gehring]  (ji)


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Links zum Artikel:
MPAA - Motion Picture Association of America (.org): http://www.mpaa.org/

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