Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9911/5184.html    Veröffentlicht: 16.11.1999 10:58    Kurz-URL: https://glm.io/5184

Vodafone - mit Mannesmann zum Weltmarktführer

In einer Presseerklärung legte Vodafone AirTouch den strategischen und wirtschaftlichen Hintergrund für den jüngst vorgeschlagenen Zusammenschluss von Vodafone AirTouch mit Mannesmann dar, mit dem der europäische Weltmarktführer auf dem Gebiet der Telekommunikation entstehen würde. Zudem lässt Vodafone durchblicken, dass man die Übernahme notfalls auch ohne Zustimmung des Mannesmann Managements durchziehen wolle.

Im Rahmen des Zusammenschlusses sollen den Mannesmann-Aktionären Vodafone AirTouch-Aktien für ihre Mannesmann-Aktien angeboten werden. Das Umtauschangebot schließt die im Rahmen der Übernahme von Orange plc neu ausgegebenen Mannesmann-Aktien ein.

Mit weltweit über 42 Millionen Kunden und einer Netzabdeckung von 510 Millionen Nutzern wäre das neue Unternehmen der weltweit größte Mobilfunkbetreiber. Gemeinsam könnten Vodafone AirTouch und Mannesmann eine bisher unerreichte europaweite Flächenabdeckung erzielen. Der Zusammenschluss würde nach Auskunft von Vodafone eine riesige Plattform zur Entwicklung mobiler Daten- und Internetdienste schaffen, womit ein beachtliches Wachstum erzielt werden könnte.

Vodafone AirTouch beabsichtigt bei einer Übernahme von Mannesmann, in Anlehnung an die von Mannesmann bereits verkündete Strategie, die Sparten "Engineering" und "Automotive" zu gegebener Zeit an die Börse zu bringen. Diese Geschäftsfelder sollen den Namen Mannesmann weiterführen.

Zudem wolle man Orange im Rahmen einer Abspaltung an den erweiterten Aktionärskreis zu übertragen.

Chris Gent, Chief Executive Officer von Vodafone AirTouch, kommentiert: "Wir sind enttäuscht, auf welche Weise Mannesmann auf unseren Vorschlag zum Zusammenschluss der beiden Unternehmen reagiert hat. Die industrielle Logik dieses Zusammenschlusses überzeugt. Die Mobilfunkbereiche von Mannesmann und Vodafone AirTouch gehören zusammen, kooperieren bereits seit Jahren erfolgreich miteinander und sind somit die natürlichen Partner in Europa. Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen gibt den Mannesmann-Aktionären die Gelegenheit, sich am weltgrößten, international tätigen Mobilfunkanbieter zu beteiligen. Gemeinsam hätten wir die beste Ausgangsposition, um von der Technologie der dritten Generation und den beträchtlichen Entwicklungsmöglichkeiten in den Bereichen Mobilfunktechnologie und Internet profitieren zu können. Unser Vorschlag wird die kartellrechtliche Problematik im Hinblick auf Orange behandeln und dem Unternehmen eine eigenständige, unabhängige Entwicklung unter der Führung des gegenwärtigen Managements erlauben. Unser Vorschlag zielt ebenfalls darauf ab, die Selbständigkeit und die Tradition der industriellen Geschäftsfelder von Mannesmann zu wahren. Der vorgeschlagene Zusammenschluss ist die beste Lösung für Mannesmann und die Mannesmann-Aktionäre."

Ob Vodafone mit dem Übernahmeversuch erfolgreich ist, dürfte natürlich stark von der Höhe es Angebots an die Mannemann-Aktionäre abhängen. Mannemann hingegen wehrt sich und erklärte bereits, Vodafone könne den Mannesmann-Aktionären kein akzeptables Angebot machen.  (ji)


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