Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0704/51825.html    Veröffentlicht: 23.04.2007 08:29    Kurz-URL: https://glm.io/51825

Telekom verliert rapide Kunden

Allein im 1. Quartal 600.000 Kunden weniger beim rosa Riesen

Die Deutsche Telekom muss weiterhin mit massiven Kundenrückgängen zurechtkommen. Nach Informationen des Spiegel gingen dem Telekommunikationskonzern allein im ersten Quartal 2007 rund 600.000 Kunden verloren.

So werden die Probleme in der Traditionssparte des Konzerns immer drängender, während Telekom-Chef René Obermann an seinem umstrittenen Plan festhält, rund 50.000 Mitarbeiter zu verschlechterten Bedingungen in eigenständige Service-Agenturen auszulagern.

Rechnet man diesen Verlust auf ein Jahr hoch, würden der Telekom 2007 2,4 Millionen Kunden abhanden kommen. Das sei deutlich mehr, als die Telekom bisher veranschlagt hat, so der Spiegel. Dem Unternehmen kommt jedoch zugute, dass parallel zu den Kundenverlusten der Verkauf von Breitbandanschlüssen deutlich angestiegen ist.

Unterdessen ist Obermann auch bei der Suche nach einem neuen Personalchef fündig geworden. Schon Anfang Mai soll der bisherige Continental-Manager und angesehene Personalstratege Thomas Sattelberger, 57, das seit Monaten verwaiste Amt antreten - und eine schnelle Annäherung an die Gewerkschaften erreichen.

Die Lohnkürzungspläne für die 50.000 Mitarbeiter hält Verdi-Vorstand Lothar Schröder für "völlig unrealistisch", wie er gegenüber dem Focus sagte. Auch der Vorstand wolle verzichten, hieß es seitens der Telekom. Schröder sagte dem Magazin: "Wenn der Vorstand verzichtet, ist das lange nicht das Gleiche wie bei einer Call-Center-Agentin. Hat sie 20 Prozent weniger Lohn, bricht ihr ganzes Familienmodell zusammen."

Das vom Vorstand vorgegebene Einsparziel von 500 bis 900 Millionen Euro hält Schröder für "völlig unrealistisch". Anfang März hatte Obermann Pläne vorgestellt, zum 1. Juli 2007 50.000 Kundendienstler, Netztechniker und Call-Center-Mitarbeiter auszugliedern. In drei neuen Gesellschaften sollen sie vier Wochenstunden länger arbeiten und dafür zwölf Prozent weniger verdienen.  (ad)


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