Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0704/51754.html    Veröffentlicht: 18.04.2007 15:06    Kurz-URL: https://glm.io/51754

Spieletest: Virtua Tennis 3 - Schöner Filz

Segas Sportspiel macht auch auf PC und Xbox 360 eine großartige Figur

Unter den Launch-Titeln für die PlayStation 3 gehörte Virtua Tennis 3 sicherlich zu den empfehlenswertesten Anschaffungen, aber auch für andere Plattformen wie PC und Xbox 360 hat Sega die Neuauflage des Tennisspiels in die Läden gebracht - und dabei eine ähnlich herausragende Arbeit geleistet.

Der Virtua-Tennis-Reihe ging es noch nie um möglichst großen Realismus, sondern stattdessen um leichte Zugänglichkeit gepaart mit spielerischem Tiefgang - und daran hat sich auch in Teil 3 nichts geändert. Immer noch werden im Grunde nur zwei oder drei Gamepad-Tasten benötigt, um sich vom Ende der Weltrangliste bis an die Spitze nach oben zu arbeiten, und dennoch kommt so schnell keine Langeweile auf - einerseits weil das Spieltempo so rasant ist, andererseits auf Grund des motivationsfördernd anwachsenden Schwierigkeitsgrades und der zahlreichen Schlagoptionen.

Screenshot #1
Screenshot #1
Der Schlüssel zum Erfolg liegt wie gewohnt darin, die Schläge des Kontrahenten vorauszuahnen und sich so frühzeitig wie möglich an die richtige Stelle auf dem Court zu bewegen - nur wer rechtzeitig vor dem Schlag in Position ist, hat noch genügend Zeit, mit einem kraftvollen und gut platzierten Return zu antworten. Während es dabei in den ersten Runden meist noch reicht, die Konkurrenz mit schnellen Schlägen von einer Ecke in die andere zu hetzen und so früher oder später auszuspielen, ist später taktisches Vorgehen gefragt; dann muss zum Beispiel auch mal das Tempo rausgenommen oder die schwache Stelle des Kontrahenten immer wieder angespielt werden.

Trotz guter Ballphysik und enormer Schlagvielfalt ist Virtua Tennis 3 weit entfernt von der akribischen Realitätsabbildung eines Top Spin 2 - zu Gunsten eines schnellen und nahezu unterbrechungsfreien Spielflusses wird auf zu viele Netzroller, knapp ins Aus gespielte Bälle und dergleichen mehr eher verzichtet.

Screenshot #6
Screenshot #6
Dafür wird die Präsentation auch höchsten Realismusansprüchen gerecht: Die 20 original lizenzierten Profis wie Federer, Roddick oder Sharapova haben eben nicht nur allesamt ihre eigenen Stärken und Schwächen, sondern sehen ihren Vorbildern auch sehr ähnlich. Einzig die Zuschauerkulisse wirkt etwas undetailliert und hätte ein wenig mehr Liebe zum Detail vertragen können; angesichts des hohen Spieltempos bleibt aber kaum Zeit und Muße, sich darüber zu ärgern. Technische Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen gibt es übrigens nur im Detail - grundsätzlich sieht Virtua Tennis 3 auf dem PC und der Xbox 360 genauso gut aus wie auf der PlayStation 3.

Screenshot #13
Screenshot #13
Für anhaltenden Spielspaß jenseits des Karrieremodus und der schnellen Einzel-Matches sorgt zudem der bei Virtua Tennis 3 essenzielle Multiplayer-Modus (auf Xbox 360 auch online) sowie die Integration einiger witziger kleiner Mini-Games, in denen in recht ungewöhnlichen Disziplinen wie etwa dem Schießen auf Ballons die eigenen Fähigkeiten trainiert werden können.

Virtua Tennis 3 ist bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 50,- Euro (PC) bzw. 60,- Euro (Xbox 360 und PS3). Zudem ist auch eine Umsetzung für Sonys PSP verfügbar.

Fazit:
Natürlich könnte man an Virtua Tennis 3 diverse Kleinigkeiten aussetzen - der Karrieremodus etwa dürfte ruhig umfangreicher, die Hintergrundgeräusche spektakulärer sein. In Sachen Spielspaß ist der Titel aber sowohl im Single- als auch im Multiplayer-Modus im Tennis-Genre fast konkurrenzlos: einfach und intuitiv zu bedienen, aber so vielseitig, dass auch nach Wochen voller Turniere der Spaß kaum nachlässt.  (tw)


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