Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0703/51423.html    Veröffentlicht: 29.03.2007 15:55    Kurz-URL: https://glm.io/51423

Deutscher Kulturrat: Auch Computerspielentwicklung fördern

Filmförderung als Vorbild

In einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung hat der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, dafür plädiert, künftig auch die Entwicklung von qualitativ hochwertigen Computerspielen zu fördern - so wie es auch in anderen Kulturbereichen, etwa der Filmförderung, der Fall ist.

In dem Interview machte Zimmermann noch einmal die Position des Kulturrats deutlich, dass Computerspiele ebenso wie der Film zum Kultur- und Medienbereich gehören.

Die Kunstfreiheit gelte auch für Computerspiele. Dies bedeute zwar nicht, dass der Jugendschutz aufgegeben und die Spiele egal welchen Inhalts freigegeben werden sollten, doch sei es Erwachsenen erlaubt, auch Computerspiele zu nutzen, die anderen vielleicht als "Schund" erscheinen.

Die viel kritisierten "Killerspiele" würden nur 6 Prozent des Marktes ausmachen, so Zimmermann. Eine Definition, was nun Killerspiel ist, die zur Berechnung dieser Prozentzahl eigentlich notwendig ist, gab er jedoch nicht an.

Wie in anderen Kultursparten sollten auch im Bereich der Computerspiele Fördergelder bereitgestellt werden, um die Qualität der Spiele zu verbessern, so Zimmermann. Im Filmbereich hat der Kulturstaatsminister gerade ein neues umfangreiches Förderprogramm gestartet, während es laut Zimmermann ein Programm zur Förderung von Computerspielen bislang nicht gebe.

Zimmermann sagte gegenüber der Leipziger Volkszeitung im Hinblick auf die Kinder und Jugendliche, in deren Leben Computerspiele eine große Rolle spielen: "Wir kommen da nicht raus, können nicht auf der einen Seite bejammern, was da so Schreckliches mit der Jugend passiere und gleichzeitig sagen: Für das, wofür Ihr Euch interessiert, haben wir kein Geld mehr."  (ad)


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