Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0703/51255.html    Veröffentlicht: 22.03.2007 12:33    Kurz-URL: https://glm.io/51255

Test: PlayStation 3 - Ein blaues Wunder?

Neue Konsole von Sony endlich auch in Europa erhältlich

Eine in letzter Minute verkündete Verzögerung des Marktstarts, abgespeckte Hardware, mangelnde Abwärtskompatibilität - die Pressemeldungen über die PlayStation 3 waren in den letzten Wochen und Monaten alles andere als nur positiv. Allen hämischen Kommentaren zum Trotz soll die neue Konsole aus dem Hause Sony ab Freitag aber auch endlich in europäischen Ladenregalen stehen - und hat zahlungskräftigen Käufern durchaus einiges zu bieten.

PlayStation 3
PlayStation 3
Während Kunden in den USA und Japan aus zwei verschiedenen Hardware-Varianten auswählen durften, wird Käufern hier zu Lande nur eine Konsole angeboten: Zum Preis von 599,- Euro ist die PS3 mit einer 60-GByte-Festplatte erhältlich; ob es auch noch eine abgespeckte und günstigere Variante mit 20 GByte geben wird, ist derzeit eher fraglich - Sony Computer Entertainment hat keine entsprechenden Pläne. Bei der verwendeten Festplatte handelt es sich übrigens um eine SATA-Platte von Seagate im 2,5-Zoll-Format; wer will, kann diese durch das Öffnen der seitlichen Klappe problemlos durch eine andere handelsübliche Platte austauschen, über das PS3-Menü formatieren und so den eigenen Speicherplatz erweitern.

PlayStation 3
PlayStation 3
Über das glänzende, aber auch recht ausladende Gehäuse wurde bereits im Vorfeld viel diskutiert, ob das Design gelungen ist oder doch eher an einen Tischgrill erinnert, bleibt wohl Geschmackssache. Eine gerade im Vergleich zur PS2 deutlich wuchtigere Angelegenheit ist die Konsole aber allemal: Mit Maßen von 325 x 98 x 274 mm und einem Gewicht von gut 5 kg ist das Gerät im heimischen Wohnzimmer doch ein recht auffälliger Blickfang. Das schimmernde Äußere wirkt zudem einerseits recht edel, lässt dafür aber jeden Fingerabdruck besonders gut zur Geltung kommen.

Das recht hohe Gewicht lässt sich zum Teil auf das recht komplexe Innenleben der Konsole zurückführen - die technischen Daten sind schließlich durchaus beeindruckend: Im Innern finden sich neben dem vorab bereits viel diskutierten Cell-Prozessor - ein PowerPC-Kern mit 3,2 GHz, dem bei der PS3 sieben SPEs (Synergistic Processing Elements) zur Seite stehen - der mit 550 MHz getaktete Grafikchip RSX von Nvidia sowie 256 MByte XDR-Main-RAM und 256 MByte GDDR3-VRAM.

USB-Anschlüsse sitzen an der Gehäusefront
USB-Anschlüsse sitzen an der Gehäusefront
An der Frontseite der PS3 finden sich vier USB-2.0-Anschlüsse, über die beispielsweise die eigentlich drahtlosen PS3-Controller angestöpselt werden können, um deren interne und nicht austauschbaren Akkus aufzuladen. Ansonsten darf hier prinzipiell jede Hardware angeschlossen werden, so sie denn softwareseitig unterstützt wird - auch PS2-Zubehör wie etwa die EyeToy-Kamera kann also weiter verwendet werden. Die alten Gamepads hingegen haben ihre Schuldigkeit getan: Anschlussmöglichkeiten für PS2-Pads gibt es nicht.

Öffnet man die Klappe über den USB-Ports, finden sich dort mehrere Eingänge für Speicherkarten: neben dem MemoryStick-Duo-Slot etwa auch ein Steckplatz für SD- und einer für CompactFlash-Karten. Über die Speicherkarten können diverse Medienformate wie Filme (MPEG 4), Bilder (JPEG, GIF, PNG, TIFF, BMP) und Musik (MP3, AAC, Atrac, WAV) eingelesen und abgespielt werden.

Gigabit-Ethernet, HDMI und Co. auf der Rückseite
Gigabit-Ethernet, HDMI und Co. auf der Rückseite
Auch an der Rückseite hat die PS3 noch einige Anschlüsse zu bieten: Neben einem Gigabit-Ethernet-Port (10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T) gibt es einen optischen Digital-Ausgang sowie einen Multi-AV-Ausgang, über den etwa ein Scart- oder Komponentenkabel angeschlossen werden kann. Wer ein HD-fähiges TV-Gerät sein Eigen nennt, sollte allerdings den ebenfalls vorhandenen HDMI-Ausgang nutzen, um Bild und Ton (DTS, Dolby Digital, Dolby True HD) digital zu übertragen. Ärgerlich: Ein HDMI-Kabel gehört nicht zum Lieferumfang der Konsole und muss für etwa 25,- Euro nachgekauft werden; mit im Karton ist nur ein Standard-AV-Kabel.

Je nach angeschlossenem Fernseher darf übrigens zwischen einer Vielzahl möglicher Auflösungen gewählt werden - die PS3 bietet herkömmliches PAL sowie die HD-Auflösungen 720p, 1080i und sogar 1080p an. Beim ersten Einschalten wird die maximale Auflösung ermittelt und eingestellt, später kann dann über das Menü der PS3 noch umgeschaltet werden.

Die PS3-Bedienoberfläche: Cross Media Bar, kurz XMB
Die PS3-Bedienoberfläche: Cross Media Bar, kurz XMB
Der erste Anschluss der PS3 ist recht unkompliziert: Ist die Konsole mit der Steckdose und dem TV-Gerät verkabelt, müssen nach Drücken des berührungssensitiven Einschalters nur ein paar grundsätzliche Dinge wie Sprache und Uhrzeit eingestellt sowie - wenn gewünscht - eine Verbindung zum Sony Network (via Ethernet oder WLAN nach IEEE 802.11 b/g) hergestellt werden, und schon findet man sich im Menü wieder.

Das präsentiert sich sehr schlicht und aufgeräumt - von der Verspieltheit der Wii-Oberfläche etwa will man bei Sony nichts wissen, stattdessen zeigt sich die so genannte Cross Media Bar eher nüchtern, wie man es auch schon vom PSP-Menü gewohnt ist.

Musik-Menü
Musik-Menü
Mit dem Controller kann dann von links nach rechts durch die einzelnen Menüpunkte wie Profile, Bilder, Musik, Filme oder Spiele gescrollt werden, die einzelnen Untermenüs erreicht man durch das Drücken des Controllers nach oben bzw. unten. Sobald ein Spiel oder ein Film eingelegt wurde, werden diese auch in den Menü-Unterpunkten angezeigt und können dort dann direkt angewählt werden.

Tüftlern ermöglicht Sony Computer Entertainment zudem, als zweites Betriebssystem Linux auf der Festplatte zu installieren - eine Besonderheit im Konsolenmarkt. Seit dem Linux-Kernel 2.6.20 wird die PlayStation 3 unterstützt, es gibt bereits eine Debian-Live-CD und mit Yellow Dog Linux 5.0 eine kommerzielle Distribution sowie Linux-basierte Projekte wie den DVB-T-Fernsehempfang für die Konsole.

Das Slot-In-Laufwerk der PS3 liest CDs mit 24facher, DVDs mit 8facher und Blu-ray Discs mit 2facher Geschwindigkeit. Gerade Letzteres macht das Gerät auch für Cineasten äußerst interessant: Zwar ist die PlayStation 3 bei einem Verkaufspreis von 599,- Euro die derzeit teuerste Spielkonsole, gleichzeitig aber auch einer der günstigsten, wenn auch nicht der günstigste Bluy-ray-Player.

Blu-ray-Laufwerk für Spiele und Filme
Blu-ray-Laufwerk für Spiele und Filme
Ungeklärt ist natürlich weiterhin, ob das Blu-ray-Format wirklich früher oder später die DVD ablösen wird - immerhin gibt es auch noch die HD-DVD und beide Lager müssen sich darauf einstellen, dauerhaft miteinander zu wetteifern. Das bisherige Angebot an Blu-ray-Filmen ist derweil eher bescheiden und besteht nur aus einer Hand voll Blockbustern wie Casino Royale oder Underworld Evolution und ein paar Klassikern wie Full Metal Jacket, die zudem mit einem Verkaufspreis von jeweils etwa 30,- Euro alles andere als günstig sind. Rund um den Europa-Start der PS3 nimmt allerdings auch das Blu-ray-Filmangebot deutlich zu; bis Ende März 2007 sollen 50 Titel auf dem Markt sein.

Der erste subjektive Filmeindruck mit unserem Testgerät war beeindruckend: Die Tatsache, dass eine doppelt beschichtete Blu-ray Disc gut 50 GByte an Daten fassen kann und Filme in vollem 1080p ausgibt, sorgt bei entsprechender Anzeige über ein (Full-)HD-TV-Gerät für eine äußerst detaillierte und beeindruckende Darstellung; inwiefern die PS3 qualitativ mit anderen Blu-ray-Playern mithalten kann, konnte in unserem Test allerdings nicht wirklich geklärt werden. In diesem Punkt gab es zumindest einige Skepsis aus der Heimkino-Fraktion - schließlich war die PS2 auch eher als durchschnittlicher denn wirklich empfehlenswerter DVD-Player verschrien. Nicht außer Acht zu lassen ist, dass die PlayStation 3 deutlich mehr Strom verbraucht als ein reiner Blu-ray-Player.

Keine Beschwerden dürfte es jedenfalls über die Lautstärke der PS3 geben: Einzig beim Einlesen einer neuen Disc macht sich das Laufwerk wirklich bemerkbar, ansonsten ist die Konsole im Betrieb wirklich flüsterleise - kein Vergleich zur deutlich auffälligeren und lärmenderen Xbox 360.

Wer plant, sich bald seine eigene Blu-ray-Sammlung zuzulegen, sollte jedenfalls noch mal 30,- Euro in die optional erhältliche Fernbedienung investieren; das Starten von Filmen oder das Wechseln von Kapiteln ist per Controller via OnScreen-Menü zwar problemlos möglich, aber nicht gerade wirklich komfortabel.

Der PS3-Controller
Der PS3-Controller
Beim Spielen erweist sich der PS3-Controller hingegen voll und ganz als gelungenes Eingabegerät - was allerdings auch zum Großteil daran liegen dürfte, dass sich im Vergleich zum Vorgänger für die PS2 kaum etwas geändert hat. Neu sind im Grunde nur die abkippbaren unteren Trigger-Tasten an der Rückseite des Pads. Dafür fehlt leider die bisher vorhandene Rumble-Funktion - ein doch deutliches Spielspaß-Manko. Nachdem Sony Computer Entertainment jedoch nun Immersions Vibrationstechnik einsetzen darf, könnte die Rumble-Funktion in Zukunft wieder hinzukommen.

Die stattdessen integrierte Motion-Sensing-Technik mit ihrem Sechs-Achsen-System ermöglicht dafür zwar die Bedienung durch das Bewegen des Controllers, allerdings wirkt das Ganze - zumindest bei den derzeit erhältlichen Spielen wie Resistance: Fall Of Man - eher halbherzig umgesetzt und sicherlich nicht vergleichbar mit den vielseitigen bewegungssensitiven Controllern des Nintendo Wii.

Ist der Controller nicht via USB-Kabel an die PS3 angeschlossen - etwa auch, um aufgeladen zu werden -, kommuniziert er via Bluetooth mit der Konsole; insgesamt lassen sich so sieben Controller drahtlos mit der PS3 verbinden. Ein einfacher Druck auf den Startknopf in der Mitte des Pads reicht dabei zum Anmelden und Synchronisieren. Via USB oder Bluetooth lässt sich beispielsweise auch eine Tastatur anschließen; hilfreich, wenn man die PS3 auch zum Surfen nutzen will.

Dank des bereits vorab installierten Browsers ist Letzteres problemlos und auch recht bequem möglich: Die Online-Funktion der Konsole beschränkt sich also nicht nur auf die vom jeweiligen Spieletitel angebotenen Multiplayer-Optionen sowie die kommende, Second-Life-artige Welt Sony Home - auch als Internetterminal im Wohnzimmer macht das Gerät durchaus eine gute Figur.

Abseits von Blu-ray-, Multimedia-Abspiel- und Online-Fähigkeiten dürfte aber vor allem die Nutzung als Spielkonsole der Hauptgrund für die meisten Käufer sein, sich eine PS3 zuzulegen - und hier hapert es leider derzeit noch ganz massiv.

Zwar ist es durchaus üblich, dass zur Markteinführung einer neuen Konsole das Software-Angebot eher bescheiden ist und die Entwickler noch weit davon entfernt sind, die technischen Fähigkeiten des neuen Gerätes wirklich zu nutzen; bedenkt man, dass die PS3 in den USA und Japan allerdings bereits seit einigen Monaten auf dem Markt ist, darf das in Deutschland verfügbare Software-LineUp durchaus als enttäuschend bezeichnet werden.

Das liegt weniger an der Titelanzahl: Gut 30 Titel sollen zum Start verfügbar sein, unter denen sich allerdings zahlreiche Portierungen bekannter Titel wie Need For Speed Carbon, Tiger Woods 07, einige zu erwartende Fortsetzungen (Virtua Fighter 5, Ridge Racer 7, Virtua Tennis 3) und nur recht wenige wirkliche Neu- und Eigenentwicklungen befinden.

Auf den folgenden Seiten stellen wir einige der wichtigsten Veröffentlichungen, die uns bereits zum Test vorlagen, kurz vor. Wer darunter zu wenig interessante Titel findet, kann sich zumindest noch mit alten PS2-Titeln vergnügen, so sie denn laufen: Da Sony in der in Europa verfügbaren neuen Version der PlayStation 3 nicht mehr die Emotion-Engine-Hardware der PlayStation 2 verbaut, sondern sie, um Produktionskosten zu sparen, durch eine Software-Emulation ersetzt, ist die vorab verkündete Abwärtskompatibilität leider nur noch eingeschränkt gegeben; wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die alte PlayStation 2 also noch nicht einmotten, sondern im Wohnzimmer stehen lassen. Um festzustellen, ob ein PS2-Spiel auf der PS3 läuft, hat Sony übrigens eine eigene Website eingerichtet. In den ersten Tagen nach Markteinführung werden wir dann die Tests der PS3-Spiele nachreichen, die uns nicht rechtzeitg vor dem Marktstart erreichten.

Es folgen Tests der Titel:

Motor Storm und Formula One Championship Edition

Motorstorm (PS3)
Motorstorm (PS3)
Gleich zwei Rennspiele veröffentlicht Sony zum Marktstart der PS3 - darunter den Offroad-Racer Motor Storm, mit dem bereits auf der E3 2005 dank eines äußerst beeindruckend aussehenden Vorabvideos im wörtlichen Sinne viel Staub aufgewirbelt wurde. Das fertige Produkt gehört zweifellos zu den besten bisher verfügbaren PS3-Spielen - ist aber letztendlich dann doch nicht der ganz große Hit geworden, den man erhoffen konnte.

Optisch ist sicherlich wenig zu bemängeln: Die Canyons und Wüsten glänzen mit grandios detaillierten Felsbrocken und Strecken, die Buggys und Motorräder lassen ebenso wenig zu wünschen übrig wie die sehenswerten Staub- und Partikeleffekte - vor allem auf einem HD-fähigen TV-Gerät ist es ein absoluter Genuss, aus der Motorhauben-Perspektive über die Kurse zu brettern.

Schade nur, dass Sony in Sachen Dauermotivation bei dem umkomplizierten Gelände-Renner geschlampt hat: Der Spielumfang ist auf Grund weniger Kurse und nicht wirklich abwechselungsreichen Gameplays eher gering, Multiplayer-Wettkämpfe sind darüber hinaus nur online möglich - da wäre mit etwas mehr Fein-Tuning und mehr Strecken noch viel Potenzial drin gewesen.

F1 Championship Edition (PS3)
F1 Championship Edition (PS3)
Noch ein ganzes Stück schlechter fällt das Ergebnis bei Formula One Championship Edition aus. Die Tatsache, dass sich PS3-Besitzer trotz des bereits erfolgten Starts der aktuellen Formel-1-Saison mit Fahrern und Daten aus der letzten Saison abfinden müssen, lässt sich noch verschmerzen. Wenig verständlich ist allerdings, dass sich auch inhaltlich zum letzten PS2-Formel-1-Spiel aus dem Hause Sony praktisch nichts getan hat: Karriere-Modus und sämtliche anderen Spielmodi wurden im Grunde 1:1 übernommen, auch in Sachen Bedienung und Fahrgefühl gibt es keine Verbesserung zu vermelden.

Am enttäuschendsten ist allerdings sicherlich die Optik: Formula One Championship Edition sieht nie wirklich nach HD-Gaming aus; zwar gibt es mehr Details und Effekte als auf der PS2, die Änderungen halten sich aber eher in Grenzen - und an dem Problem, dass die Formel-1-Serie von Sony immer ein wenig steril wirkt, ändert sich auch mit dem neuen Titel leider ebenfalls kaum etwas.

Virtua Fighter 5 und Virtua Tennis 3

Virtua Tennis 3 (PS3)
Virtua Tennis 3 (PS3)
Sega steuert zum PS3-Start unter anderem die Fortsetzungen von zwei sehr populären Spielereihen aus eigenem Haus bei - und liefert in beiden Fällen zwar nicht unbedingt System-Seller ab, ist aber trotzdem in der Lage, sowohl im Beat'em Up-Genre als auch im Bereich Sportspiele die Messlatte für kommende Veröffentlichungen bereits recht hoch zu legen.

Spielerisch konnte bei Virtua Tennis 3 ohnehin wenig verbessert werden - einerseits extrem einsteigerfreundlich und leicht zu lernen, andererseits mit genügend Tiefgang, um auch dauerhaft zu motivieren, stellt dieser Titel auch auf der PS3 die optimale Wahl für einen schnellen Ballwechsel zwischendurch oder ein kleines Turnier mit Freunden dar.

Neu dabei sind diesmal zahlreiche ganz unterhaltsame Mini-Spiele sowie eine deutlich aufgebohrte Optik: Gesichtszüge und Eigenheiten der Spieler sind deutlich besser zu erkennen, und auch wenn es bis zu dem von Sega gepriesenen Fotorealismus noch ein ganzes Stück Entwicklungsarbeit ist: So schick sah virtuelles Tennis auf dem heimischen TV wohl noch nie aus.

Virtua Fighter 5 (PS3)
Virtua Fighter 5 (PS3)
Ähnlich begeistern kann Virtua Fighter 5: Mit insgesamt 17 Kämpfern - darunter 15 Veteranen und zwei Neulinge - darf sich in Dojos, Tempeln oder vor spektakulären Naturszenarien geprügelt werden. Die grundsätzliche Bedienung ist dieselbe geblieben, die Optik dafür deutlich aufgewertet: Das Spiel glänzt im wahrsten Sinne des Wortes mit vielen schönen Effekten, butterweichen Animationen und sehr ansehnlichen Landschaften. Dank zahlreicher Spieloptionen wie dem umfangreichen Quest-Modus ist auch auf längere Sicht nicht mit Langeweile zu rechnen.

Resistance: Fall Of Man und Genji

Resistance: Fall of Man (PS3)
Resistance: Fall of Man (PS3)
Wer zur neuen PlayStation 3 auch gleich einen Shooter haben möchte, darf zu Resistance: Fall Of Man greifen. Auf den ersten Blick wirkt der Titel wie ein Zweiter-Weltkrieg-Shooter à la Call of Duty, die Hintergrundgeschichte will allerdings von Nazis und Alliierten wenig wissen und erzählt einen alternativen Verlauf der Geschichte in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Der Zweite Weltkrieg hat niemals stattgefunden, stattdessen wird die Menschheit von einer Mutantenrasse mit Namen Chimera bedroht. Im Jahr 1951 ist England der letzte Außenposten der Menschheit in Europa, und der Spieler ist einer der wenigen restlichen Soldaten, die das von Terror und Zerstörung gezeichnete Land erretten sollen.

Spaß macht das zweifellos, da die Entwickler unter anderem viel Wert auf unterschiedliche Waffen und diverse steuerbare Fahrzeuge gelegt haben, ein richtig herausragender Shooter ist Resistance allerdings trotzdem nicht geworden - was einerseits am sehr linearen Gameplay liegt, das wenig spielerische Freiheiten lässt, gleichzeitig aber auch an der etwas enttäuschenden Präsentation: Effekte und die einzelnen Personen lassen die technischen Fähigkeiten der Konsole zwar erahnen, die matschigen und detailarmen Gebäude- und Umgebungstexturen hingegen enttäuschen.

Genji (PS3)
Genji (PS3)
Trotzdem ist Resistance sein Geld durchaus wert - ganz im Gegensatz zu Genji: Days Of Blade, das leider eine unrühmliche Fortsetzung für die recht populäre Samurai-Schnetzelei darstellt. Zwar wurde am unkomplizierten Hack-&-Slay-Gameplay wenig verändert, prinzipiell eignet sich die Reihe also auch auf der PS3 zum schnellen Frustabbau. Nur ist die technische Seite fast schon desaströs misslungen: Die Optik kommt kaum über PS2-Niveau hinaus, zudem sorgen ungünstige Kamerapositionen und teils hakelige Kollisionsabfragen für viel Frust; den Titel sollte man also unbedingt im Ladenregal liegen lassen.  (tw)


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Links zum Artikel:
PlayStation 3 (.com): http://www.us.playstation.com/PS3
PlayStation.com - Open Platform for PlayStation 3: http://www.playstation.com/ps3-openplatform/index.html
PlayStation.com - PlayStation-3-Kompatibilität zu alten Spielen überprüfen: http://www.us.playstation.com/Support/CompatibleStatus
Sony Playstation: http://www.playstation.de

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