Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0703/51194.html    Veröffentlicht: 19.03.2007 19:28    Kurz-URL: https://glm.io/51194

Studie: Rennspiele verleiten zum Rasen

Rennspiele könnten die Sicherheit im Staßenverkehr beeinträchtigen

Rennspiele am PC oder der Konsole können sich auch auf den Straßenverkehr auswirken und zum Rasen anstiften, zu diesem Schluss kommen Psychologen des Allianz Zentrums für Technik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Probanden, die zuvor Rennspiele gespielt haben, sollen im Versuch zu einem aggressiveren Fahrverhalten und höherer Risikobereitschaft geneigt haben.

Untersucht wurde die Wirkung von Rennspielen auf das Verhalten im Straßenverkehr an 198 Probanden. Wer mehr virtuelle Rennspiele spiele, tendiere zu aggressiverem Verhalten im Straßenverkehr und sei eher in Unfälle verwickelt, meinen die Psychologen erkannt zu haben. Probanden, die seltener spielten, würden im realen Leben hingegen vorsichtiger fahren.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der März-Ausgabe des "Journal of Experimental Psychology: Applied" der American Psychological Association.

In einer zweiten Studie testeten die Forscher 68 Männer am Simulator. Das Ergebnis: Männer, die lediglich ein einzelnes Rennspiel gespielt hätten, führen riskanter als solche, die zuvor ein neutrales Spiel vorgesetzt bekamen.

Die Forscher kommen dabei zu dem Schluss, dass es durchaus möglich sei, dass Rennspiele den Straßenverkehr unsicherer machen. Vor allem die Tatsache, dass bereits Kinder virtuelle Rennen fahren, macht ihnen Sorgen.

Zu einem anderen Ergebnis kamen vor rund einem Jahr Kommunikationswissenschaftler der Musikhochschule Hannover, die den Einfluss von Rennspielen auf das Fahrverhalten im Auftrag der "Bundesanstalt für Straßenwesen" (BASt) untersuchten. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Einfluss von Rennspielen auf das Fahrverhalten nur minimal sei, obwohl in vielen Rennspielen schnelles und geschicktes Fahren gefragt sei sowie aggressives und riskantes Verhalten belohnt werde. Ein Risikopotenzial könne lediglich für Einzelfälle und nach intensivem Rennspielkonsum angenommen werden. Der in der Öffentlichkeit immer wieder vermutete unmittelbare Zusammenhang von Rennspielnutzung und auffälligem Verkehrsverhalten könne folglich nicht bestätigt werden, so das BASt damals.

Die nun veröffentlichte Studie Virtual Driving and Risk Taking: Do Racing Games Increase Risk-Taking Cognitions, Affect, and Behaviors? von der Ludwig-Maximilians-Universität München steht unter apa.org zum Download bereit.  (ji)


Verwandte Artikel:
Amtlich: Rennspiele haben kaum Einfluss auf Fahrverhalten   
(22.03.2006, https://glm.io/44175 )
Burnout Paradise Remastered: Hochaufgelöste Wettrennen in Paradise City   
(21.02.2018, https://glm.io/132894 )
Playstation Network: Sony schaltet Server von Gran Turismo 6 ab   
(29.12.2017, https://glm.io/131903 )
Polyphony Digital: GT Sport bekommt Einzelspielerliga   
(23.11.2017, https://glm.io/131304 )
Need for Speed Payback im Test: Das triste und teure Leben eines Streetracers   
(16.11.2017, https://glm.io/131178 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/