Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0703/51147.html    Veröffentlicht: 16.03.2007 10:03    Kurz-URL: https://glm.io/51147

Navteq liefert GPS-Daten in 3D

Räumliche Darstellung von Karten erleichtert Orientierung

Navteq, einer der beiden großen Kartendatenlieferanten für Navigationssysteme, will nach der so genannten 3D-Kartendarstellung nun eine tatsächliche 3D-Stadtplananzeige möglich machen. Dazu hat der Anbieter geographische Daten wie Länge, Breite und Höhe von Gebäuden in 13 europäischen Metropolen erfasst und mathematisch als Polygone definiert, die rechnerisch auf die "Fußabdrücke", also den tatsächlichen Lageplatz auf der Landkarte, aufgesetzt werden. In einem zweiten Schritt sollen die bislang noch eher unscheinbaren Gebäudeabbildungen auch mit Oberflächenstruktur wie einem Dach, Backstein oder Glas versehen werden.

GPS-Daten in 3D
GPS-Daten in 3D
Neben sämtlichen Straßenzügen und ihren Häusern wurden zudem pro Stadt etwa 15 bis 30 Sehenswürdigkeiten als 3D-Modell erfasst. Neben einer realistischeren Darstellung der Umgebung verspricht Navteq vor allem bessere Orientierungsmöglichkeiten dadurch, dass markante Punkte wie eine Kirche deutlich zu erkennen sind.

GPS-Daten in 3D
GPS-Daten in 3D
Die Datenmenge der 3D-Ansichten beläuft sich im Schnitt auf 2,5 MByte pro Quadratkilometer Stadt, abhängig von der Anzahl der Bilder, die benötigt werden, um einen Straßenzug abzubilden. Paris beispielsweise bedeckt eine Fläche von 90 Quadratkilometern, damit bleibt die zu verwaltende Datenmenge unter 20 MByte.

Die Daten werden als jdf-Datei im Luftfahrtbereich, als sif+ und navstreet-Format sowie in Zukunft vor allem als rdf-Datei abgespeichert.

In Deutschland sind 600 Geodäten unterwegs, die mit einem GPS, das die Position bis auf einen Meter genau bestimmt, sämtliche Straßenzüge und Gebäudedaten mit einer Videokamera erfassen und ihre Fahrten aufzeichnen. Aus diesen Filmdaten werden die Maße der Gebäude errechnet, die die Grundlage für die 3D-Modelle bieten.

Wir haben uns die neue Technik auf der CeBIT 2007 ansehen können. Die Routen wirken lebendiger, die Orientierung fällt leichter. Gut gefallen hat auch, dass das System die Gebäude an der Ecke nur noch transparent darstellt, wenn der Fahrer nach rechts oder links abbiegen muss. Damit ist gewährleistet, dass der Straßenverlauf nach dem Abbiegen nicht von den Gebäuden verdeckt wird und der Fahrer somit weiß, ob er länger geradeaus fahren kann, mit Kurven rechnen muss oder gleich wieder abbiegen darf.

Derzeit testen verschiedene Navigationssystem-Hersteller und Autobauer erste Prototypen mit den neuen Daten, Navteq liefert Material von 73 Straßenmodellen in Europa und Nordamerika sowie 2.715 Sehenswürdigkeiten und markanten Stellen offiziell Ende 2007 aus. Für 2008 ist geplant, dass die nüchternen Häuserblöcke und sonstigen Gebäude eine Textur erhalten und die Darstellung damit der Realität noch näher kommt.  (yg)


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