Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9911/5077.html    Veröffentlicht: 08.11.1999 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/5077

Cash-Machine versilbert Online-Zeit

Dienste rund um werbefinanziertes Internet schießen in diesen Wochen wie Pilze aus dem Boden, nach AdOne und FairAd folgt nun die CyberProfit GmbH, die ihren Dienst ab sofort bereitstellt. Die Cash-Machine getaufte Software soll dem Internet-Surfer die Online-Stunden mit mindestens 90 Pfennig pro Stunde versilbern, sofern dieser einen Werbebalken unterhalb des Browser-Fensters platziert, in den Werbe-Banner und andere Informationen eingespielt werden.

Im Unterschied zu anderen Systemen will CyberProfit mit Hilfe eines intelligenten "Tracking"-Verfahren das tatsächliche Verhalten des Users im Netz feststellen und so die für das Profil nötigen Daten gewinnen. Was von CyberProfit als "Revolution" gefeiert wird, dürfte bei so manchem die Angst vor dem gläsernen Surfer weiter schüren.

Das Thema Datenschutz schreibe man groß, man gäbe keinerlei Daten der registrierten Anwender, weder Namen, Adressen noch Profile, an Dritte weiter. Durch getrennte Datenhaltung (Namen und Adressen in der einen, Profile in der anderen Datenbank) und einen speziell aus Datenschutzgründen entwickelten Algorithmus sei eine Zusammenführung auch intern unmöglich, so CyberProfit. Das System entspreche somit den Anforderungen des deutschen Teledienste Datenschutzgesetzes.

Jede Online-Stunde vergütet man mit 90 Pfennig (1,5 Pfennig pro Minute). Durch ein Weiterempfehlungssystem kann der Surfer außerdem Geld verdienen, auch wenn er nicht online ist: Für jeden geworbenen Freund bekommt er 10 Pfennig pro Stunde, in der dieser die Cash-Machine verwendet. Auf der zweiten Stufe kann er immerhin noch 5 Pfennig pro Stunde und Surfer verdienen. Die Auszahlung erfolgt ab einem Betrag von 20 Mark per Verrechnungsscheck.

Kommentar
Egal ob AdOne, FairAd oder CyberProfit, so reizvoll das System für den User sein mag, so muss man sich doch fragen, welchen Nutzen solche sicherlich zielgerichtete Werbung für den Werbekunden hat, ohne den alle Systeme zum Scheitern verurteilt sind, denn bei ausbleibenden Zahlung dürften sich die gewollten Netzwerkeffekte ins Gegenteil umkehren.  (ji)


© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/