Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0702/50697.html    Veröffentlicht: 22.02.2007 18:02    Kurz-URL: https://glm.io/50697

Canon-DSLR: 10 Bilder pro Sekunde mit 10 Megapixeln

Profikamera mit 19 Kreuzsensoren und 63 Belichtungsmessfeldern

Mit der EOS-1D Mark III hat Canon sein neues Spitzenmodell im Bereich digitaler Spiegelreflexkameras vorgestellt. Mit einer Bildfolgegeschwindigkeit von zehn Fotos pro Sekunde bei voller Auflösung und für 110 JPEGs bzw. 30 RAW-Dateien hintereinander fällt sie im Konkurrenzfeld aus dem Rahmen. Die Bilder werden damit 3.888 x 2.592 Pixel groß.

Canon EOS 1D Mark III
Canon EOS 1D Mark III
Canon teilte mit, dass die Kamera über 100 Megapixel Bilddaten pro Sekunde erfassen und verarbeiten kann. Die Bilder werden nun nicht mehr mit einer Farbtiefe pro Kanal von 12 Bit, sondern mit 14 Bit Farbtiefe pro Farbkanal verarbeitet.

Die EOS-1D Mark III ist zudem mit einem 3-Zoll-Display samt 230.000 Pixeln ausgestattet und reinigt ihren Bildsensor selbst. Dazu kommt ein Autofokus-System mit 19 Kreuzsensoren sowie eine Mehrfeld-Belichtungsmessung mit 63 Messfeldern. Mit weiteren 26 Autofokushilfsmesspunkten wird die AF-Schärfenachführung unterstützt, damit sich bewegte Objekte sicherer scharfstellen lassen. Ein Novum für Canon stellt die Autofokus-Taste auf der Kamera-Rückseite dar. Damit lässt sich der Autofokus an- oder abschalten, ohne den Blick vom Sucher zu nehmen.

Der CMOS-Sensor ist 28,1 x 18,7 mm groß. Folglich ergibt sich damit ein Brennweiten-Umrechnungsfaktor von 1,3 gegenüber dem vergleichsweise herangezogenen Kleinbildformat.

Der Sensor ermöglicht eine Lichtempfindlichkeits-Einstellung zwischen ISO 100 und 3.200. Ein ISO-6.400-Modus steht auch zur Verfügung, doch der muss extra aktiviert werden.

Canon EOS 1D Mark III
Canon EOS 1D Mark III
Die so genannte Live-Bildbetrachtung versucht einen Vorteil von digitalen Kompakt- und Bridgekameras nachzuahmen und im Display das Motiv vor der eigentlichen Aufnahmen darzustellen. Dabei wird, nachdem der Spiegel hochgeklappt und der Verschluss geöffnet wurde, das Bild direkt über den CMOS-Aufnahmesensor der EOS-1D Mark III erzeugt. Der Live-View-Modus wird auch von der Fernsteuerungssoftware der Kamera zur computergesteuerten Auslösung genutzt.

Bei der Menüstruktur der EOS-1D Mark III werden sich Canon-erfahrene Fotografen erst einmal verwundert die Augen reiben: Es wurde vollständig umstrukturiert und an die Größe des LC-Displays angepasst. Es gibt 57 benutzerdefinierte Funktionen mit 156 Einstellungen. Die Funktion "My Menu" lässt es zu, ein separates Menü zusammenzubauen, in dem die vom Fotografen am häufigsten verwendeten Einstellungen untergebracht werden.

Canon EOS 1D Mark III
Canon EOS 1D Mark III
Canon geht von einer Lebensdauer des Verschlusses für 300.000 Aufnahmen aus. Das Gehäuse selbst ist aus einer Magnesiumlegierung und die Öffnungen staub- und feuchtigkeitsabweisend versiegelt. Der Verschluss arbeitet mit Geschwindigkeiten von 1/8.000s bis 30 Sekunden, zudem ist eine Langzeitaufnahme möglich.

Die Mattscheibe ist auswechselbar, es stehen zehn verschiedene Typen zur Auswahl. Als Schnittstellen stehen ein Videoausgang sowie eine USB-2.0-Schnittstelle zur Verfügung.

Das Reinigungssystem soll durch hochfrequente Schwingungen, die nach jedem Einschalten der Kamera etwa eine Sekunde lang aktiviert werden, den Staub vom IR-Sperrfilter herunterschütteln. Damit diese Funktion den besonders eiligen Fotografen nicht aufhält, kann sie mit einem Druck auf den Auslöser deaktiviert werden.

Canon hat außerdem ein internes "Dust Delete Data"-System (Datensystem zur Entfernung von Staub) entwickelt, das in der Lage ist, die Position von Staubteilchens auf dem Sensor zu erfassen und mit der "Digital-Photo-Professional"-Software nach der Aufnahme zu löschen.

Canon EOS 1D Mark III
Canon EOS 1D Mark III
Um die nachträgliche Arbeit im Workflow zu vereinfachen, können Aufnahmen voreingestellten "Picture Styles" zugewiesen werden. Dabei können verschiedene Filmtypen simuliert werden, wobei jede Einstellung zu einer anderen Farbwiedergabe führt. Innerhalb jedes wählbaren Stils kann der Fotograf Schärfe, Kontrast, Farbton und Sättigung selbst einstellen. Die Werkseinstellungen der Kamera wurden so gewählt, dass sofort verwendbare JPEG- Bilder erstellt werden können, ohne dass weitere Einstellungen im Menü vorgenommen werden müssen.

Picture Styles, die einem RAW-Bild zugeordnet werden, können mit der Digital-Photo-Professional-Software von Canon individuell nachbearbeitet werden. Weitere voreingestellte Picture Styles lassen sich von der japanischen Canon-Website herunterladen oder mit der Software erzeugen.

Canon EOS 1D Mark III
Canon EOS 1D Mark III
Speichern kann die Kamera auf CompactFlash Typ I / II (Microdrive kompatibel) sowie SDHC- und SD-Karten. Außerden kann das Bildmaterial mit dem optionalen schnurlosen Funkmodul WFT-E2 direkt auf externe Speichermedien geschrieben werden, was sich beispielsweise in der Studiofotografie anbietet.

Die Kamera wird über einen Li-Ionen-Akku mit Strom versorgt, der nach CIPA-Testverfahren für bis zu 2.200 Aufnahmen bei 23 Grad Celsius und für bis zu 1.700 Stück bei Temperaturen um den Gefrierpunkt reichen.

Das Kameragehäuse ist mit 156 x 156,6 x 79,9 mm nicht gerade klein und wiegt leer, d.h. ohne Speicherkarte oder Akku, 1.155 Gramm, der Akku alleine bringt nochmal 180 Gramm auf die Waage.

Die Canon EOS-1D Mark III soll ab Mai 2007 für 4.307,59 Euro erhältlich sein.  (ji)


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