Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0702/50575.html    Veröffentlicht: 15.02.2007 17:36    Kurz-URL: https://glm.io/50575

DVD-Markt: 100 Millionen Scheiben in Deutschland verkauft

Rekordstückzahlen und sinkende Preise

Der "Bundesverband audiovisuelle Medien" (BVV) hat für das Jahr 2006 Rekordzahlen zum Verkauf von Spielfilm-DVDs gemeldet. Bei stetig sinkenden Preisen ist der Markt rasant gewachsen - zum Nachteil der Videotheken.

Die Zahlen des BVV basieren auf Erhebungen der GfK, die in Deutschland als Instanz für Studien zum Käuferverhalten angesehen wird. Demnach gingen 2006 ganze 100,6 Millionen DVDs über den Ladentisch, gegenüber 98,7 Millionen im Jahr 2005. Der damit erzielte Umsatz betrug 1,307 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es noch 1,366 Milliarden, was einem Verlust von 4 Prozent entspricht.

Der BVV führt diese Entwicklung vor allem auf die geringeren Preise zum Marktstart von Top-Titeln zurück, die dann auch verstärkt gekauft würden. So kosteten DVDs laut den Erhebungen im Jahr 2006 durchschnittlich 12,86 Euro, 2005 waren es noch 13,39 Euro. Die drei meistverkauften Titel waren 2006 in Reihenfolge ihrer - nicht veröffentlichten - Stückzahlen "Harry Potter und der Feuerkelch", "Ice Age 2 - Jetzt taut's" und "Fluch der Karibik II". Besonders Ende des Jahres, und damit zum Erscheinen des zweiten Teils der Piratenabenteuer mit Johnny Depp, wurden starke Zuwächse verzeichnet.

Nicht nur wegen billigerer DVDs, sondern laut BVV auch durch den warmen Sommer und die Fußball-WM brach der Umsatz der Videotheken ein. Statt 320 Millionen Euro im Jahr 2005 wurden 2006 nur 284 Millionen mit dem Verleih von Filmen umgesetzt. Mit 112 Millionen verliehenen Medien sei sogar ein "historischer Tiefstand" gegenüber den 124 Millionen Verleihvorgängen erreicht, klagt der BVV. Die beliebtesten Verleihfilme waren nach Erfolg sortiert "Mr. & Mrs. Smith", "Flightplan" und "Die Insel".

Rechnet man Verleih und Verkauf zusammen, so wurden damit 1,591 Milliarden Euro umgesetzt. Das gesamte Kinoeinspielergebnis in Deutschland betrug 2006 laut der Filmförderungsanstalt 814 Millionen Euro, so dass mit den Medien für zu Hause inzwischen fast doppelt so viel Umsatz erzielt wird. Zahlen zu den noch jungen DVD-Nachfolgern HD-DVD und Blu-ray Disc legte der BVV nicht vor.  (nie)


Verwandte Artikel:
DVD-Spielfilm-Umsatz übersteigt 1-Milliarden-Euro-Grenze   
(13.04.2004, https://glm.io/30768 )
Asus Zendrive U9M: DVD-Brenner schreibt auf M-Disc und kommt mit Zusatzsoftware   
(14.09.2017, https://glm.io/130056 )
Wreck-It Ralph 2: Videospielebösewicht macht das Internet unsicher   
(02.03.2018, https://glm.io/133097 )
Nintendo: Minions-Macher produzieren möglicherweise Mario-Spielfilm   
(15.11.2017, https://glm.io/131163 )
Mieten bei Ottonow und Media Markt: Miet mich!   
(14.06.2017, https://glm.io/128328 )

Links zum Artikel:
Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV): http://www.bvv-medien.de

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/