Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0702/50390.html    Veröffentlicht: 07.02.2007 12:06    Kurz-URL: https://glm.io/50390

Cider + Cg: Mehr Windows-Spiele für MacOS X

Transgaming nutzt Nvidias CgFX für Direct3D-Shader

Mit Transgamings Software "Cider" können Spielestudios ihre Windows-Spiele ohne große Umstände direkt auf Intel-Macs zum Laufen bringen - dazu werden Windows-API-Aufrufe auf die Mac-OS-X-Äquivalente umgelenkt. Mit Hilfe von Nvidias CgFX können nun auch Direct3D-Shader-Aufrufe ohne Direct3D-API verarbeitet werden, so dass auch aufwendige Windows-Spiele ihren Weg auf den Mac finden sollen.

Bei der Entwicklung der High-Level Shader Language (HLSL) von Direct3D/DirectX 9 war Nvidia maßgeblich beteiligt. Nvidias eigene Shader-Sprache C for Graphics, kurz Cg, ist deshalb der von Microsoft sehr ähnlich, wurde aber Stück für Stück um Nvidia-spezifische Funktionen erweitert und kann nicht nur mit Direct3D, sondern auch mit OpenGL eingesetzt werden.

Die Verwandtschaft der Shader-Sprachen macht es also möglich, das Cg-Framework "CgFX" als Alternative zur Direct3D-HLSL zu verwenden. Aufwendige 3D-Effekte von Windows-Spielen sind so auch auf Intel-Macs zu sehen. Nvidia und Transgaming wollen Cg im Rahmen ihrer Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verbessert haben, von der Dateikompatibilität von Effekt-Dateien (.fx) bis hin zur Leistung. Nvidia zufolge sollen die Erfahrung der Transgaming-Entwickler mit der plattformübergreifenden Programmierung zu einer besseren Kompatibilität zu den Shader-Systemen der verschiedenen Entwickler geführt haben.

Transgaming-Chef Vikas Gupta sieht in der Zusammenarbeit mit Nvidia einen wichtigen Schritt für den Mac-Spielemarkt. "Unsere gemeinsamen Bemühungen um Cg haben zu einer ausgefeilten alternativen Umsetzung von Direct3D-kompatiblen High-Level-Shadern auf dem Mac geführt; das ist wichtig, weil Microsoft die Verbreitung von Direct3D auf Nicht-Microsoft-Plattformen untersagt", so Gupta. Für das Jahr 2007 hat der Transgaming-Chef viele Top-Spiele in Aussicht gestellt, die Nutzen aus dem verbesserten Cider ziehen, ohne jedoch konkrete Windows-Titel zu nennen.

Während Nvidias Software hilft, mehr Windows-Spiele-Portierungen unter MacOS X zum Laufen zu bringen, hat das Unternehmen bei den High-End-Grafikkarten für Intel-Macs nicht viel zu melden. Apples Mac Pro kommt zwar mit einer Low-End-Grafikkarte mit Nvidias Grafikchip GeForce 7300 GS, doch wer deutlich mehr Leistung will, kann im Moment nur zu einer Radeon X1900 XT vom Konkurrenten ATI/AMD greifen.

Grafikkarten der GeForce-7800- und der leistungsfähigeren neuen GeForce-8800-Serie können auf Grund der bis dato fehlenden EFI-Firmware und Apple-Treiber noch nicht unter MacOS X eingesetzt werden. Per Bootcamp kann die Nvidia-Hardware aber wenigstens unter Windows XP/Vista genutzt werden. Für den Einsatz unter MacOS X und Windows muss hingegen darauf gewartet werden, dass Apple eine eigene GeForce-7800- oder GeForce-8800-Karte mit EFI, BIOS und passenden MacOS-X-Treibern anbietet. Wann das geschehen könnte, weiß Nvidia Deutschland derzeit nicht zu berichten.  (ck)


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