Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0702/50333.html    Veröffentlicht: 05.02.2007 14:41    Kurz-URL: https://glm.io/50333

Spieletest: Okami - Mythologie & Action

Ungewöhnlicher Titel der Clover Studios für die PS2

In Anbetracht der Medienpräsenz, die Sonys PlayStation 3 mittlerweile einnimmt, könnte man fast übersehen, dass für die PlayStation 2 weiterhin eine beachtliche Anzahl neuer Spiele erscheint. Im Falle von Okami wäre das besonders tragisch: Der von den Clover Studios entwickelte und von Capcom veröffentlichte Titel gehört zum Besten und Ungewöhnlichsten, was der Videospielmarkt in den letzten Monaten gesehen hat.

Okami (PS2)
Okami (PS2)
Die Story von Okami entführt den Spieler ins mittelalterliche Japan und bedient sich zahlreicher asiatischer Mythologie-Elemente - die man als europäischer Durchschnittsbürger natürlich nur begrenzt kennt. Dem Spielspaß kann dies allerdings wenig anhaben, denn prinzipiell reicht es zu verstehen, dass wieder einmal der Kampf Gut gegen Böse tobt.

Okami (PS2)
Okami (PS2)
Ein eigentlich tot geglaubter Dämon mit acht Köpfen bringt Angst und Schrecken über das Land, eine Gottheit in Form eines Wolfes mit Namen Amaterasu muss die Welt nun von den negativen Energien befreien - und der Spieler steuert fortan eben diesen Wolf, muss Rätsel lösen, Kämpfe bestehen und Landstriche wieder lebenswert gestalten.

Okami (PS2)
Okami (PS2)
Prinzipiell ist Okami ein Action-Adventure - das Herumlaufen und Kämpfen gestaltet sich somit nicht sonderlich anders als etwa in einem Zelda-Spiel. Da Amaterasu eine Gottheit ist, stehen ihr aber eben auch besondere Kräfte zur Verfügung - und die wurden auf sehr ungewöhnliche Art und Weise ins Spiel integriert. Per Knopfdruck lässt sich auf eine Leinwand umschalten, auf der dann via Analog-Stick mit einem Zauberpinsel bestimmte Symbole gezeichnet werden können. Im Spielverlauf werden insgesamt 13 verschiedene Pinselstriche erlernt, die allesamt unterschiedliche Funktionen haben: Mal dienen sie zum Erlegen des Gegners, dann zum Zerstören von Toren, zum Errichten einer Brücke oder zum Erzeugen von Wind und Blitzen.

Okami (PS2)
Okami (PS2)
Meist ist relativ offensichtlich, welcher Pinselstrich in der jeweiligen Situation angebracht ist, um vorwärts zu kommen - Okami ist trotz vielseitiger Aufgabenstellungen, abwechslungsreicher Gegner, fordernder Bosskämpfe und vieler unterschiedlicher Szenerien ein recht lineares und eher einfaches Spiel, was die Hauptmission angeht. Nichtsdestotrotz allerdings auch ein sehr umfangreiches: Eine Spielzeit von mehr als 25 Stunden ist für ein Action-Adventure bekanntlich alles andere als gewöhnlich. Zum großen Umfang tragen allerdings auch die vielen zu erkundenden Regionen sowie zahlreiche kleinere Nebenquests bei - so begegnen einem etwa in den Dörfern beständig Bewohner, die mehr oder weniger kleine Wünsche auf dem Herzen haben.

Okami (PS2)
Okami (PS2)
Neben den spielerischen Besonderheiten überzeugt Okami auch durch eine sehr ungewöhnliche Präsentation - der Cel-Shading/Scherenschnitt-Look lässt sich vielleicht noch am ehesten mit Zelda: The Wind Waker vergleichen, ist in dieser Form aber mehr oder weniger einzigartig; die Clover-Studios dürfen sich rühmen, mit Okami einige der beeindruckendsten und schönsten Szenerien und Charaktere auf den Screen gezaubert zu haben, die es auf der PS2 je zu sehen gab. Die Soundkulisse überzeugt ebenfalls, ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Die teils umfangreichen Dialoge müssen selbst gelesen werden, eine vollständige Sprachausgabe fehlt.

Okami (PS2)
Okami (PS2)
Okami ist für PlayStation 2 ab dem 9. Februar 2007 im Handel erhältlich. Das Spiel kostet etwa 50,- Euro und hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit:
Was Okami in Sachen Präsentation und Atmosphäre zu bieten hat, bekommt man in einem Action-Adventure leider viel zu selten zu sehen - das Spiel wirkt perfekt durchkomponiert, begeistert mit seiner beeindruckenden Optik ebenso wie mit der stimmungsvollen Geschichte. Die Tatsache, dass anstelle eines typischen Action-Helden ein Wolf gesteuert wird, der zudem auch noch über magische Pinselstriche verfügt, macht das Ganze auch spielerisch ungewöhnlich genug, um sich von der Masse anderer Veröffentlichungen abzugrenzen; PS2-Besitzer können sich jedenfalls über das erste große Highlight des noch jungen Jahres für ihre betagte Konsole freuen.  (tw)


Verwandte Artikel:
Monster Hunter World im Test: Das Viecher-Fleisch ist jetzt gut durch   
(26.01.2018, https://glm.io/132389 )
Spieletest: 24 - Jack Bauer im Kampf gegen Ruckler   
(07.04.2006, https://glm.io/44522 )
Capcom: Großoffensive mit Mega Man angekündigt   
(05.12.2017, https://glm.io/131499 )
Monster Hunter World angespielt: Die Nahrungskettensimulation   
(24.11.2017, https://glm.io/131328 )
Capcom: Feuergefahr bei Sammleredition von Street Fighter 2   
(31.08.2017, https://glm.io/129789 )

Links zum Artikel:
Capcom (.com): http://www.capcom.com

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/