Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0702/50323.html    Veröffentlicht: 02.02.2007 19:21    Kurz-URL: https://glm.io/50323

Jahresbericht der USK: Weniger Spiele, weniger Egoshooter

Kein Trend zu immer gewalthaltigeren Titeln

Die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK), die rechtlich bindende Einstufungen von Computer- und Konsolenspielen vornimmt, hat nun ihren Jahresbericht 2006 vorgelegt. Insgesamt kamen weniger Titel auf den Markt, der Anteil besonders gewalthaltiger Spiele nahm dabei weiter ab.

Im Jahr 2006 kamen etwas weniger Spiele als im Vorjahr auf den Markt, 2.607 gegenüber 2.686 Titeln. Am häufigsten wurden mit 508 Titeln Arcade-ähnliche Spiele vorgelegt, gefolgt von Spielesammlungen mit 303 Paketen. Auf Platz drei kommen die Sportspiele, gefolgt von allen Shooter-Genres, welche die USK zusammenfasst. Hier waren es nur 157 Titel gegenüber 219 Shootern im Jahr 2005, als diese Spiele noch Platz drei der häufigsten Spiele erreichen konnten.

Das Urteil "Keine Kennzeichnung", das auf die mögliche Gefahr einer Indizierung hinweist, vergab die USK bei allen im Jahr 2006 geprüften Spielen nur 46-mal gegenüber 40-mal im Jahr 2005. Damit machten die möglicherweise stark jugendgefährdenden Titel im vergangenen Jahr nur 1,8 Prozent der aller 2,607 von der USK geprüften Spiele aus. Die Einstufung "Keine Jugendfreigabe", mit der ein Spiel an Erwachsene offen verkauft werden darf, erhielten 2006 nur 4 Prozent der Spiele, 2005 waren es 4,1 Prozent. Die in manchen Medien oft als Tatsache verkaufte Wahrnehmung, generell würden digitale Spiele "immer brutaler", ist damit nicht mehr haltbar.

Dafür spricht auch, dass nur 15,6 Prozent der Spiele des Jahrgangs 2006 "ab 16" verkauft werden dürfen, gegenüber 17,5 Prozent im Vorjahr. Für Kinder ab zwölf Jahre waren dagegen mit 20,1 Prozent über ein Fünftel der Titel laut USK geeignet, 2005 waren es noch nur 17,9 Prozent. Auch für die Kleinsten verträglich hielt die USK 2006 ganze 45,7 Prozent der neuen Spiele, 2005 erhielten ein Prozent weniger Titel diese Einstufung. Insgesamt sind damit zwei Drittel aller Spiele für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet.  (nie)


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Links zum Artikel:
Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle - USK: http://www.usk.de

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