Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0701/49983.html    Veröffentlicht: 17.01.2007 15:39    Kurz-URL: https://glm.io/49983

Spieletest: Lost Planet - Eisiges Action-Feuerwerk

Opulentes Xbox-360-Highlight von Capcom

Anstelle im von Veröffentlichungen hoffnungslos überfluteten Weihnachtsgeschäft mitzumischen, entschied sich Capcom, das mit Spannung erwartete Lost Planet für die Xbox 360 erst im Januar 2007 in die Läden zu bringen. Eine weise Entscheidung - denn in den nächsten Wochen dürfte kaum ein anderer Titel für die 360 erscheinen, der ähnlich für Begeisterung sorgt und Lost Planet seine Referenzposition streitig machen könnte.

Lost Planet (Xbox 360)
Lost Planet (Xbox 360)
Geht es nach den Entwicklern von Lost Planet, ist die Zukunft der Menschheit kalt - verdammt kalt. Bösartige Alien-Wesen mit Namen Akrid haben die Erde in eine Eiswüste verwandelt, die letzten Menschen kämpfen erbittert ums Überleben. Wayne ist einer von ihnen - und muss gleich zu Beginn mit ansehen, wie sein Vater im Gefecht dahingerafft wird. Damit beginnt eine viele Überraschungen bereithaltende, oftmals aber auch etwas undurchsichtige Story - und eine der beeindruckendsten Action-Schlachten, die bisher auf Microsofts aktueller Konsole zu sehen waren.

Lost Planet
Lost Planet
Prinzipiell ist Lost Planet ein sehr geradliniger Action-Shooter mit deutlichen Anleihen bei Halo, Starship Troopers und Star Wars - von Beginn an wird ohne großen taktischen Tiefgang der Eisplanet durchkämmt und eine kriechende, fliegende oder stampfende Alien-Brut nach der anderen ins Jenseits befördert. Diverse Schusswaffen sorgen für beeindruckende Grafik- und Soundeffekte, zwischendurch muss allerdings immer besonders viel Aufmerksamkeit der so genannten Thermal-Energie gewidmet werden - ohne die ist das Überleben auf dem Lost Planet nämlich nicht möglich. Und so wird nicht nur immer direkt auf die Energie-Reservate der Kontrahenten gezielt, sondern nach deren Ableben auch beständig das eingesammelt, was an Energie zurückgelassen wird.

Wayne verfügt allerdings auch noch über besondere Waffen: Einerseits hat er einen Greifhaken dabei, mit dem er sich an Wänden hochziehen oder ansonsten nicht zu erreichende Plattformen hinaufschwingen kann; auch als Nahkampf-Waffe kann der Haken durchaus hilfreich sein. Zudem ist er aber auch in der Lage, die so genannten Vital Suits zu steuern - riesige Mechs, die in fast allen Leveln bereitstehen und mit deren Hilfe sich viel Chaos anrichten lässt.

Lost Planet
Lost Planet
Zwar lässt Lost Planet im Spielverlauf ein wenig Tiefgang vermissen, den Entwicklern ist es aber gelungen, eben dieses Manko durch abwechslungsreiche Szenarien und fordernde Kämpfe zu kaschieren: Trotz prinzipiell immer vereister Oberfläche macht es schon einen großen Unterschied, ob durch eine Schneewüste oder die Trümmer alter Labore und zerstörter Bahnhöfe gewandelt wird. Und die fordernden Bosskämpfe, denen sich immer wieder gestellt werden darf, halten einiges an Überraschungen bereit - so beeindruckend designte riesige Monster gab es zuletzt eher selten zu sehen.

Lost Planet
Lost Planet
Das Beeindruckendste an Lost Planet ist allerdings mit Sicherheit die kinoreife und in puncto Atmosphäre alles richtig machende Präsentation: Detailreiche Szenarien, geschmeidige Animationen, zahllose Partikeleffekte, krachende Explosionen - Lost Planet bombardiert den Spieler förmlich mit beeindruckenden akustischen und optischen Hochgenüssen. Umso wichtiger ist allerdings auch Highend-Hardware: Erst auf einem HD-Fernseher und optimalerweise einer Surround-Anlage wirkt dieses Spiel wirklich so immens beeindruckend wie von den Entwicklern beabsichtigt.

Lost Planet ist für die Xbox 360 bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 60 ,- Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit:
Prinzipiell ist Lost Planet "nur" ein geradliniges Action-Spiel - allerdings ein derart beeindruckendes, dass Capcom hier in Sachen Atmosphäre und Präsentation in die Regionen einstiger Referenztitel wie Halo und Co. vordringt. Xbox-360-Besitzer sollten jedenfalls zugreifen - auch und vor allem, wenn sie mal wieder ein Spiel suchen, um den Freundeskreis mit den technischen Fähigkeiten der Xbox 360 zu beeindrucken oder dem teuren Heimkinosystem endlich mal adäquate Software vorzusetzen.  (tw)


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Links zum Artikel:
Capcom (.com): http://www.capcom.com

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