Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0701/49856.html    Veröffentlicht: 10.01.2007 11:54    Kurz-URL: https://glm.io/49856

AMD rüstet Media-Konzept "Live" mit drei neuen Designs auf

Media-Center-PC, Notebook und Heim-Server mit AMD-Gütesiegel

Im Rahmen der "Consumer Electronics Show" (CES) in Las Vegas hat der Prozessorhersteller seine Serie an Unterhaltungs-Hard- und Software namens "AMD Live!" erneuert. Zu den bisherigen Referenzplattformen kommen nun ein Live-Notebook, ein Media-Center-PC und ein zentraler Datenspeicher mit dem neuen "Windows Home Server".

Wie auch bei Intels Viiv handelt es sich bei "AMD Live!" um ein Gütesiegel mit Referenzplattformen, das Geräte für die mediale Heimvernetzung erhalten. Hinter viel Marketing-Aktivitäten mit den üblichen blumigen Formulierungen steckt dabei PC-Technik, die an verschiedenen Stellen eines Hauses digitale Medien bereitstellen soll.

Im Gegensatz zum von Microsoft und Intel propagierten "Media-Center-PC" bzw. "Viiv-PC" hatte AMD bisher immer dafür plädiert, den Live-PC nicht unbedingt im Wohnzimmer, sondern eher an beliebiger Stelle in der Wohnung zu platzieren. Er sollte DVD-Player und Festplattenrekorder nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Auf der CES stellte AMD dafür auch den "Live Notebook PC" vor, der die gleichen Aufgaben wie ein Desktop-PC erfüllen soll. Zunächst will Fujitsu-Siemens einen entsprechenden Mobilrechner auf den Markt bringen, später soll auch MSI Live-Notebooks liefern.

Alienswares 'Hangar 18'
Alienswares 'Hangar 18'
Da Media-Center aber allmählich populärer werden, will AMD auch dieses Marksegment besetzen und nennt sein Konzept "Live Home Cinema". Hier darf neben den üblichen PC-Komponenten auch gleich ein Surround-Verstärker integriert werden. In den USA will Westinghouse Digital einen derartigen Rechner anbieten. Ein weiteres System, von dem bisher auch schon ein Bild existiert, kommt unter dem Namen "Hangar 18" von Alienware. Auch hier ist ein Surround-Verstärker eingebaut; ob die Geräte dabei wohnzimmertauglich leise arbeiten können, muss sich noch zeigen.

Mögliche Funktionen des Home Server
Mögliche Funktionen des Home Server
Das neben Notebook- und Cinema-Design dritte neue Konzept mit Live-Logo nennt sich "Home Media Server". Diese Rechner sollen wie ein NAS (Network Attached Storage) arbeiten, aber mit einem eigenen Windows samt etlichen Zusatzfunktionen. Die Softwarebasis dafür ist der "Windows Home Server" von Microsoft, der auf Windows XP oder Vista aufsetzt. Neben dem zentralen Datenspeicher für digitale Medien dient ein solcher Server auch für automatische Backups aller Rechner im lokalen Netz.

HP MediaSmart Server
HP MediaSmart Server
Also ist viel Plattenplatz gefragt: Der erste Live-Server kommt als "MediaSmart Server" von HP und kann in einem Gehäuse von 14 x 24,6 x 23,4 Zentimetern vier Festplatten unterbringen, für externe Laufwerke stehen vier USB-2.0-Ports bereit. HP will das Gerät zu Beginn mit 750-GByte-Platten ausstatten, was dann 3 Terabyte internen Speicher ergibt. Ein besonders interessanter Live-Rechner kommt ebenfalls von HP. Der "TouchSmart" verfügt über einen Touchscreen mit 19 Zoll Diagonale.

Module der Entertainment Suite
Module der Entertainment Suite
Auch seine so genannte "Live Entertainment Suite" hat AMD mit einigen neuen Anwendungen erweitert. Dabei handelt es sich um Programme, die auf PCs mit Live-Logo vorinstalliert sein können, aber nicht müssen. Einige der Tools sind zudem nur in eingeschränkten Versionen vorhanden und müssen vom Anwender dann noch gekauft werden - welche Variante installiert wird, obliegt dem PC-Hersteller. Neu ist im Live-Paket unter anderem "MyTV ToGo", das von Roxio stammt. Damit lassen sich Fernsehaufnahmen auf einen portablen Media-Player überspielen, sobald das Gerät angeschlossen wird. Die nötige Umwandlung des Formats erfolgt dabei automatisch. Ein weiteres neues Modul nennt sich "Fusion Tunes" und stammt von Proxure. Es kann Musikbibliotheken bereits installierter Audio-Anwendungen wie iTunes zusammenführen und sie dann in der Windows Media Center Edition - Kern aller Live-PCs - zur Verfügung stellen.

Alle genannten Geräte sind noch nicht lieferbar, sollen jedoch im ersten Quartal 2007 auf den Markt kommen - vermutlich zusammen mit oder kurz nach der Markteinführung von Windows Vista. Dennoch kann AMD mit seinen neuen Live-Konzepten nun erstmals zusammen mit neuen Referenzplattformen auch etliche Hersteller präsentieren, welche die Geräte auch herstellen wollen. Von Intels Viiv war während der CES vergleichsweise wenig zu hören.  (nie)


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AMD (.com): http://www.amd.com

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