Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0701/49719.html    Veröffentlicht: 03.01.2007 17:56    Kurz-URL: https://glm.io/49719

Israelisches Startup will GPUs transparent vernetzen

Mehrere Grafikprozessoren werden wie einer angesteuert

Das israelische Unternehmen "Lucid" will einen Chip entwickeln, der mehrere Grafikprozessoren zu einem vereinen kann. Das ist zwar mit Nvidias SLI und ATIs CrossFire längst Realität, aber: Lucid will dies plattformunabhänig erreichen, zudem sollen sich die GPUs wie eine darstellen. Hauptinvestor bei Lucid ist Intel.

Nicht nur bei Computerspielen ist immer mehr Grafikleistung gefragt. Auch in technisch-wissenschaftlichen Anwendungen müssen immer größere Datenmengen in Bilder umgesetzt werden, etwa um Simulationen des Wetters, von Erdbeben oder Materialanalysen zu unterstützen. Derartige Aufgaben lassen sich leicht parallelisieren, was den Einsatz von mehreren Grafikprozessoren nahe legt.

Dem hat sich Lucid gewidmet, und setzt zunächst dennoch voll auf Spiele. Wie die EE Times berichtet, will man mit einem eigenen Chip die Verteilung der Rechenlast auf mehrere GPUs übernehmen. Die bisher auf SLI- und CrossFire-Grafikkarten nötigen Steuerchips entfallen damit. Die Leistung dürfte dabei höher sein, als wenn nur der Hauptprozessor diese Aufgaben übernimmt. ATI hat derartige Lösungen als "Software-CrossFire" bereits für einige GPUs freigegeben, sie ist aber in der Tat langsamer als die Steuerung per Hardware.

Wie Lucid auf seiner eigenen Webseite angibt, will man für die Steuerung der GPUs ein eigenes "System on a Chip" (SoC) entwickeln. Die EE Times will erfahren haben, dass dieser Chip dann auf PC-Mainboards zum Einsatz kommen soll. Dort soll er sich über einen eigenen Treiber dem Betriebssystem wie eine GPU darstellen, auch wenn er bis zu 4 GPUs steuert. In wie weit dabei die Hersteller der Grafikprozessoren die Technik unterstützen müssen, ist noch nicht bekannt.

Für seine Entwicklung hat Lucid bereits 12 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten, darunter auch von "Intel Capital", die Investment-Abteilung des Halbleiter-Riesen. Bereits Ende 2007 soll es erste lauffähige Chips von Lucid geben.  (nie)


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Links zum Artikel:
EE Times: "Intel backs graphics processing startup": http://www.eetimes.com/news/semi/showArticle.jhtml?articleID=196800262
Lucid: http://www.lucidlogix.com/

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