Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0612/49434.html    Veröffentlicht: 13.12.2006 09:45    Kurz-URL: https://glm.io/49434

Google Web Toolkit nun Open Source

GWT 1.3 Release Candidate steht unter der Apache-Lizenz 2.0

Google stellt sein "Google Web Toolkit" mit der Version 1.3 unter die Apache-Lizenz 2.0 und macht es damit vollständig zu Open Source. Bislang war die Software nur kostenlos verfügbar. Andere Änderungen als die Lizenz bringt die neue Version nicht mit.

Das Google Web Toolkit (GWT) ist ein Java-Framework, um Ajax-Applikationen zu entwickeln. Durch den Einsatz von Java sollen sich Entwickler nicht mit den Eigenarten der Browser beschäftigen müssen. Außerdem soll so die fehlende Modularität von JavaScript umgangen werden, wobei Java laut Google Tests und die Wiederverwendung von Ajax-Komponenten erleichtert.

Die Entwickler schreiben ihre Frontends in Java unter Verwendung des Google Web Toolkits. Das Framework wandelt die Java-Klassen anschließend in JavaScript und HTML um, so dass die Anwendungen in jedem Browser funktionieren. Google verspricht, dass alle Widgets und Panels wiederverwendet und so auch von anderen Entwicklern in anderen Projekten eingesetzt werden können. Dabei sind die GWT Widgets grafischen Komponenten, die mit Swing erstellt wurden, ähnlich. Allerdings werden sie in dynamisch erstelltem HTML gerendert statt mit pixelorientierter Grafik. Zur Gestaltung können Entwickler Cascading Stylesheets nutzen.

Die Kommunikation mit dem Server wird ebenfalls in den Java-Klassen festgelegt und dann vom GWT umgesetzt. Dabei kann GWT auch mit polymorphen Hierarchien umgehen. Ein weiterer Vorteil des GWT soll sein, dass der Zurück-Knopf des Browsers auch innerhalb der Ajax-Anwendung funktioniert, um so zu einem früheren Status zurückzukehren.

Durch die Verwendung von Java zur Entwicklungszeit können beliebige Entwicklungsumgebungen wie Eclipse verwendet werden. Deren Werkzeuge zur Fehlersuche stehen dem Entwickler dann ebenfalls zur Verfügung und können für die Ajax-Anwendung genutzt werden. Wer selbstgeschriebenen JavaScript-Code benötigt, kann diesen mit dem "JavaScript Native Interface" direkt in die Java-Anwendung integrieren. Mit GWT erstellte Anwendungen sollen laut Google ohne Probleme im Internet Explorer, Firefox, Mozilla, Safari und Opera funktionieren.

Aktuell steht ein Release Candidate des Google Web Toolkits 1.3 zum Download bereit. Sollte das Feedback der Nutzer positiv ausfallen, so soll es als finale Version 1.3 veröffentlicht und die Arbeit auf GWT 1.4 konzentriert werden.  (ji)


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Links zum Artikel:
Google Web Toolkit (.com): http://code.google.com/webtoolkit/

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