Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0612/49365.html    Veröffentlicht: 08.12.2006 10:13    Kurz-URL: https://glm.io/49365

Test: Nintendo Wii - Die neue Wunder-Konsole?

Zelda und Call of Duty 3 im Spielspaß-Test

Nach den erfolgreichen Markteinführungen in den USA am 19. November 2006 und Japan am 2. Dezember 2006 steht Nintendos neue und mit Spannung erwartete Konsole Wii ab sofort auch in europäischen Ladenregalen. Einfach zu bekommen ist sie allerdings trotzdem nicht - wer nicht rechtzeitig vorbestellt hat, wird wohl derzeit nur mit Glück in den Besitz des Gerätes gelangen. Im Golem.de-Test konnten Hard- und Software schon jetzt gründlich unter die Lupe genommen werden.

Nintendo Wii
Nintendo Wii
Alleine in den USA konnte Nintendo innerhalb der ersten acht Tage nach Markteinführung stattliche 600.000 Konsolen absetzen, die Nachfrage war dennoch beträchtlich höher. In Europa dürfte die Situation die nächsten Tage und Wochen nicht anders aussehen - selbst große Online-Händler wie Amazon mussten die Vorbestellungsmöglichkeit nach kurzer Zeit wieder zurückziehen, da die Nachfrage die potenzielle Auslieferungsmenge um ein Vielfaches überstieg. Nintendo will nach eigenen Angaben bis Ende 2006 aber immerhin satte vier Millionen Geräte weltweit ausliefern; bis Ende März 2007 sollen es dann sieben Millionen sein.

Da uns Nintendo glücklicherweise bereits einige Tage vor Markteinführung ein Testgerät und zumindest einige der Launch-Spiele zur Verfügung stellen konnte, blieb genügend Zeit, die Konsole vorab genau unter die Lupe zu nehmen. Allerdings konnten noch nicht alle Möglichkeiten ausprobiert werden; die Internetdienste werden zum Teil erst deutlich nach Markteinführung freigeschaltet.

Nintendo Wii
Nintendo Wii

Paketinhalt

Wer das 249,- Euro teure Wii-Paket kauft, findet darin neben der Konsole und dem passenden Standfuß den innovativen Wiimote-Controller, die dazu passende Nunchuk-Erweiterung, ein Composite-Kabel mit Scart-Anschluss, das Netzteil, die (lange Zeit geheim gehaltene) Infrarot-Sensorleiste sowie das Spiel Wii Sports. Der Anschluss des Wii ist nicht komplizierter oder langwieriger als bei anderen Konsolen, auch das Aufstellen der per Kabel mit dem Wii verbundenen Sensorleiste - wahlweise mittig auf oder unter dem Fernseher - ist in Sekunden erledigt. Einziger Wermutstropfen: Im Vergleich zum ansprechenden Design der Konsole wirkt die Sensorleiste, die zum Erkennen der Position der via Bluetooth mit der Konsole kommunizierenden Controller nötig ist, etwas billig und trotz der geringen Größe optisch wenig ansehnlich.

Wiimote und Nunchuk
Wiimote und Nunchuk

Erster Start

Nach dem Einschalten des Gerätes können zunächst die üblichen Grundeinstellungen wie Uhrzeit und Datum vorgenommen werden, bevor dann im so genannten "Mii-Menü" virtuelle Alter Egos erschaffen werden - aus unzähligen Frisuren, Kopfformen, Augen und Nasen werden ein oder gleich mehrere Charaktere erstellt, die ein Abbild des Spielers auf der Konsole darstellen und auch optisch als Spielercharakter in manchen Programmen wie etwa Wii Sports wieder auftauchen. Wer möchte, kann seinen Charakter auch auf der Fernbedienung abspeichern und so beispielsweise mit zu Freunden nehmen.

Im Testlauf funktionierte die Bedienung via Wiimote problemlos "out of the box" - ein Kalibrieren oder Feintuning jedweder Art war nicht nötig. Sollte jemand trotzdem Probleme mit der kabellosen und bewegungsgesteuerten Bedienung haben, können im Wii-Menü die Empfindlichkeit des Bewegungssensors und auch die Position der Sensorleiste eingestellt werden. Ansonsten dauert es aber nur wenige Sekunden, bis die ungewöhnliche Handhabung in Fleisch und Blut übergegangen ist und man fast wie selbstverständlich Menüoptionen nicht mehr per Richtungstasten, sondern einfach via Bewegen der Fernbedienung auswählt. Laut Nintendo funktioniert die Wiimote bis zu einem Abstand von zehn Metern - bzw. bis zu fünf Metern, wenn sie als Zeiger benutzt wird. Weiter als fünf Meter entfernt dürfte aber ohnehin nur selten vom eigenen Fernseher oder der eigenen Leinwand gestanden werden.

Wiimote und Nunchuk
Wiimote und Nunchuk

Die Controller

Der von zwei AA-Batterien mit Strom gespeiste Wiimote-Controller ist ebenso wie der Nunchuk mit dreiachsigen Bewegungssensoren ausgestattet, reagiert aber nicht nur auf Richtungsänderungen des Spielers, sondern registriert auch die Geschwindigkeit, mit der vorgegangen wird. Auch ein Kippen, Drehen, Hochziehen und vieles mehr ist - je nach gewähltem Spiel - möglich und wird meist sofort und ohne spürbare Latenzzeit im Spiel umgesetzt. Ob dabei vor dem Fernseher gestanden und wild herumgefuchtelt oder ein gemütliches Sitzen auf der Couch mit Bewegungen aus dem Handgelenk präferiert wird, bleibt aber dem Spieler überlassen - beides klappte im Test ähnlich problemlos. Neben den Bewegungssensoren wartet die Wiimote aber natürlich auch mit einigem mehr auf - etwa einem Netzschalter zum An- und Ausschalten der Konsole, einem Steuerkreuz sowie den Knöpfen A, B, Minus, Home, 1 und 2. Auch ein kleines Rumble-Feature sowie ein - allerdings etwas blechern klingender - Lautsprecher sind integriert. Bis zu vier der kabellosen Wiimotes können übrigens am Wii angemeldet und somit angeschlossen werden.

Während die Wiimote im Grunde wie eine klassische Fernbedienung mit der rechten Hand (bei Linkshändern analog die linke Hand) geführt wird, erfordern einige Spiele den Anschluss der Nunchuk-Ergänzung, die dann in der linken Hand gehalten wird. Das Nunchuk verfügt über einen analogen Control Stick sowie einen C- und einen Z-Knopf und wird beispielsweise in Adventures zum Bewegen der Figuren benutzt. Angeschlossen wird der Nunchuk über ein kleines Kabel, das einfach ins Ende der Wiimote gesteckt wird.

Nintendo Wii
Nintendo Wii

Die Konsole

Im Vergleich zu den mit hochwertiger Technik vollgestopften Konkurrenz-Konsolen aus dem Hause Sony oder Microsoft ist die Hardware des Wii eher bescheiden ausgefallen: 512 MByte interner Flash-Speicher, der von IBM entwickelte und mit 729 MHz getaktete "Broadway"-Prozessor sowie der Hollywood-Grafikchip von ATI sind zwar technisch der Gamecube-Hardware überlegen, im direkten Vergleich zu den Komponenten von Xbox 360 oder PlayStation 3 aber kaum beeindruckend.

Allerdings war es bekanntlich auch von Anfang an nicht das Ziel von Nintendo, beim technischen Wettrüsten mitzumischen. Angenehmer Nebeneffekt abseits des im Vergleich günstigen Preises: Der Wii ist mit seiner etwa drei DVD-Hüllen großen Form bedeutend kleiner als die Konkurrenz-Konsolen und vor allem ungemein leise - werden nicht gerade neue Daten von der Spieledisc geladen, ist kaum etwas an Geräuschen wahrnehmbar.

Wiimote
Wiimote

Zubehör und Anschlüsse

Als Spielemedium fungieren ein- oder doppelschichtige optische Discs im 12-cm-Standardformat, das SlotIn-Laufwerk schluckt aber auch die Gamecube-Discs mit 8 cm Durchmesser - der Wii ist komplett abwärtskompatibel zur Vorgängerkonsole. Werden die Klappen an der einen schmalen Seite der Konsole geöffnet oder entfernt, kommen zwei Memory-Card-Slots sowie vier Controller-Ports für die jeweilige Gamecube-Hardware zum Vorschein; es muss sich also niemand ärgern, in der Vergangenheit viel Geld für Nintendo-Peripherie ausgegeben zu haben, vieles kann weiter benutzt werden - selbst Extras wie die Donkey-Konga-Bongos oder der kabellose Wavebird-Controller.

Ansonsten finden sich an der Rückseite der Konsole noch ein AV-Multi-Output-Anschluss für Component-, Composite- oder S-Video und zwei USB-2.0-Anschlüsse. Auch ein SD-Kartenslot ist vorhanden - so lässt sich beispielsweise der interne Flash-Speicher erweitern, gleichzeitig können aber auch Fotos von der eigenen Digitalkamera auf den Screen geholt und nachbearbeitet werden.

Die Menüs

Als Schaltzentrale des Wii fungiert eine Art Channel-Menü, das bei jedem Konsolenstart angezeigt wird. Per Wiimote-Bewegung und Drücken des A-Knopfes kann dann etwa das eingelegte Wii- oder Gamecube-Spiel gestartet oder im Mii-Kanal herumgespielt werden. Ist die Konsole mit dem Internet verbunden, stehen noch mehr Optionen offen - etwa ein kostenloser Nachrichten- oder Wetterkanal. Beide waren allerdings bei unserem Test noch nicht verfügbar, da sie aus nachvollziehbaren Gründen erst nach dem deutschen Verkaufsstart mit Inhalten gefüllt werden sollten - laut Nintendos Presseagentur am 20. Dezember 2006 (Wetterkanal) bzw. 27. Januar 2007 (Nachrichtenkanal). Nintendo will im Laufe der Zeit zahlreiche weitere Online-Channels zur Verfügung stellen, allerdings werden die nur zum Teil kostenlos sein.

Wii Classic Controller
Wii Classic Controller

Virtual Console und Internet-Anbindung

Bereits ausprobiert werden konnte dafür die Virtual Console - ein Online-Shop, in dem alte Konsolenklassiker zum Download angeboten werden. Zum Testzeitpunkt standen schon diverse Titel vom NES, SNES oder Sega Mega Drive zum Herunterladen bereit. Bezahlt wird mit Wii-Punkten - ein SNES-Game kostet zum Beispiel 800 Punkte, was etwa 8 Euro entspricht. Benötigt wird wahlweise eine Kredit- oder eine Prepaid-Nintendo-Karte, die über den Handel vertrieben werden sollen. Zum Spielen der Oldies bietet sich übrigens der separat im Handel erhältliche Classic Controller für etwa 20,- Euro an, der dem SNES-Eingabegerät nachempfunden ist.

Die Verbindung mit dem Internet ist, DSL-Verbindung vorausgesetzt, übrigens recht problemlos einzurichten. Am einfachsten klappt das Ganze via integriertes WLAN (per IEEE 802.11b/g) - die Konsole sucht automatisch nach verfügbaren Access Points und stellt dann per Knopfdruck die Verbindung her. Eine klassische LAN-Verbindung ist ebenfalls möglich, dafür wird aber ein (nicht im Lieferumfang enthaltener) USB-LAN-Adapter nötig. Beim ersten Online-Start der Konsole müssen übrigens Nutzungsverträge akzeptiert und einige Minuten lang Updates heruntergeladen werden - was die Konsole dabei an neuen Daten installiert, wird dem Nutzer allerdings nicht mitgeteilt.

Bereits zum Verkaufsstart stehen über 20 Wii-Spiele von Nintendo und diversen Drittherstellern im Handel bereit; einige davon werden auf den nächsten Seiten getestet, der Großteil erreichte uns aber leider zu spät - ein umfangreicher Nachtest zu den wichtigsten Wii-Titeln folgt daher in Kürze.

Die beigelegten Spiele

Mit der Idee, Wii Sports der Konsole von vornherein beizulegen, hat Nintendo eine äußerst gute Wahl getroffen - der Titel eignet sich vorzüglich, sich mit der Bedienung der Konsole vertraut zu machen und ist ebenso einsteigerfreundlich wie Multiplayer-tauglich. Insgesamt fünf Sportarten sind hier zusammengefasst - Tennis, Bowling, Golf, Boxen und Baseball. Abgesehen vom Boxen ist der Nunchuk-Controller hier überflüssig, alles wird nur mit der Wii Remote gesteuert. Und obwohl die Titel denkbar simpel gestaltet sind, ist der Spielspaß doch erheblich.

Wii Sports Tennis
Wii Sports Tennis
Vor allem Tennis ist das absolute Party-Spiel: Die Spieler laufen automatisch zum Ball, im Grunde muss nur geschlagen werden. Dazu wird der Controller so geführt, als hätte man einen Tennisschläger in der Hand - richtiges Timing, Geschwindigkeit und Schlagrichtung vorausgesetzt, gelingen so recht fix gute Ballwechsel. Vor allem, wer gegen mindestens einen Mitspieler antritt und neben dem vor dem Fernseher steht, hat viel Spaß mit der Filzkugel.

Wii Sports Bowling
Wii Sports Bowling
Auch Bowling ist gelungen - intuitiv wird die Wii Remote so geführt, als würde eine echte Kugel auf die Bahn geworfen werden; nur losgelassen werden sollte der Controller am Ende besser nicht. Spätestens hier ist es dann ratsam, die Schlaufe an der Wii Remote wirklich um sein Handgelenk zu wickeln. Hier dürfen dann auch vier Spieler mit ein und derselben Remote antreten - es wird einfach nacheinander gespielt und die Bedienungseinheit rumgereicht.

Wii Sports Boxen
Wii Sports Boxen
Baseball, Golf und Boxen sind ebenfalls nett, aber nicht ganz so süchtig-machend wie Tennis und Bowling; da aber ohnehin kein zusätzliches Geld für Wii Sports ausgegeben werden muss, ist das ebenso wenig wirklich kritikwürdig wie die nicht sonderlich ansprechende Grafik und die nur rudimentäre Soundkulisse; der Spielspaß ist und bleibt erheblich.

Wii Play
Wii Play
Weitere Spiele: Wii Play

Da die Wii-Konsole vor allem auch für Multiplayer- und Party-Spiele konzipiert wurde, drängt sich zumindest der Kauf einer zweiten Wiimote förmlich auf - und da der Controller alleine etwa 40,- Euro, im Paket mit Wii Play aber gerade mal 50,- Euro kostet, bietet es sich natürlich an, auch diesen Titel seiner Softwaresammlung hinzuzufügen.

Im Grunde gilt hier Ähnliches wie bei Wii Sports: Wieder wurden einige Mini-Games zusammengefasst, wieder eignen sich die meisten davon bestens, den Umgang mit der Wiimote zu erlernen - Schritt für Schritt muss diese hier nicht nur in alle vier Himmelsrichtungen bewegt, sondern auch gedreht, auf dem Bildschirm gezielt oder sonst wie verrenkt werden.

Wii Play
Wii Play
Leider ist der Spielspaß nicht ganz so hoch wie bei Wii Sports - die Disziplinen sind dafür dann doch etwas zu simpel geraten. Mal muss in bester Moorhuhn-Manier einfach nur der Controller auf dem Bildschirm gerichtet und dann auf Tontauben und Dosen geschossen werden, ein ander mal Figuren durch Wenden des Controllers so gedreht werden, dass sie in vorgegebene Formen passen. Auch das Airhockey oder die Angel-Übung verlieren schnell ihren Reiz.

Wii Play
Wii Play
Wirklich dauerhaft witzig ist nur die enthaltene Pool-Variante, bei der zunächst die weiße Kugel anvisiert und dann durch Zurückziehen und Vorstoßen des Controllers der Queue geführt wird - gerade auch zu zweit äußerst unterhaltsam und dank halbwegs glaubwürdiger Ballphysik immer wieder spaßig. Insgesamt also ein eher durchwachsenes Paket - angesichts des Nettopreises von gerade mal 10,- Euro trotzdem eine vertretbare Anschaffung.

Call of Duty 3

Call of Duty 3
Call of Duty 3
Während viele Wii-Titel zum Verkaufsstart exklusive Eigenentwicklungen darstellen, gibt es natürlich auch den einen oder anderen Multi-Plattformtitel. Der Zweite-Weltkrieg-Shooter Call of Duty 3 ist einer von ihnen - für andere Konsolen ist das Programm in Deutschland bereits seit einigen Wochen erhältlich und konnte dort vor allem ob der gelungenen Inszenierung gefallen. Inhaltlich ist die Wii-Variante mehr oder weniger identisch: In der Normandie müssen in der Rolle diverser alliierter Soldaten die Wehrmacht bekämpft, Stellungen ausgehoben, Panzer gefahren und enge Straßengefechte geführt werden.

Optisch wartet die Wii-Version nicht mit ganz so vielen Details und Effekten auf wie etwa die Xbox-360-Umsetzung, trotzdem ist die Präsentation auch auf der Nintendo-Konsole gelungen. Der größte Unterschied liegt aber natürlich in der Bedienung - gut also, dass zu Beginn ein Tutorial die ersten Schritte erklärt. Gespielt wird mit Wiimote und Nunchuk, wobei der Wiimote unter anderem die Aufgabe zukommt, die die Maus bei einem PC-Shooter übernimmt - durch Bewegen der Fernbedienung wird nämlich die Kamera bzw. die eigene Sicht gesteuert. Gelaufen wird via Nunchuk, die meisten Aktionen hingegen lassen sich ebenfalls von der Wiimote ausführen - was den Spieler zu Beginn ein wenig verzweifeln lässt.

Call of Duty 3
Call of Duty 3
Einfach ist das Ganze gerade in den ersten Spielstunden nämlich nicht: Per A-Knopf wird anvisiert, per B-Knopf geschossen. Das Steuerkreuz dient zum Granatenwerfen, mit den Zifferntasten am unteren Ende wird unter anderem das Fernglas bedient und mit der Minus-Taste in der Mitte neue Waffen aufgenommen. Praktisch hat das zur Folge, dass die Steuereinheit zunächst etwas überbelegt erscheint - und man nicht immer genau weiß, wie die Finger denn jetzt am besten greifen sollen, zumal sich bei einer Änderung der Haltung natürlich auch gleich die Ansicht dreht und im heftigen Feuergefecht kaum genug Zeit zum Überlegen bleibt.

Call of Duty 3
Call of Duty 3
Mit der Zeit und der nötigen Übung lösen sich diese Probleme aber und die Steuerung wirkt immer besser durchdacht - das Zielen mit der Wiimote auf den Gegner funktioniert dann recht gut und erscheint wie eine logische Umsetzung des Ego-Shooter-Genres auf die neuartigen Controller. Zudem gibt es noch einige Überraschungen: Durch das Vorstoßen des Controllers können Nahkampfangriffe durchgeführt werden, zum Teil müssen sogar abwechselnd beide Steuereinheiten abwechselnd in Richtung des Bildschirms bewegt werden - als würde man einen Faustkampf führen - deutlich witziger als vergleichbare Einlagen auf der Xbox, wo einfach abwechselnd die Trigger-Tasten gedrückt werden sollten. Trotz einiger kleinerer Schwierigkeiten überzeugt Call of Duty 3 also auch auf dem Wii - wer einen Ego-Shooter für die neue Konsole haben möchte, kann sein Geld hier guten Gewissens anlegen.

Twilight Princess
Twilight Princess
The Legend of Zelda: Twilight Princess

Das wichtigste Spiel zum Wii-Launch ist natürlich The Legend of Zelda: Twilight Princess - was sich auch schon daran ablesen lässt, dass in den USA mehr als 75 Prozent der Wii-Käufer diesen Titel zusammen mit der Konsole erworben haben. Zelda stellt ohnehin seit Jahren eine der erfolgreichsten und besten Videospielreihen dar, mit Twilight Princess - das übrigens auch für Nintendos Gamecube erscheint - haben sich Shigeru Myamoto und seine Entwickler aber tatsächlich noch mal selbst übertroffen.

Twilight Princess
Twilight Princess
Das grundsätzliche Gameplay ist dabei nicht viel anders als in früheren Zelda-Versionen: In der Rolle eines jungen Helden namens Link hält man sich die erste Zeit im eigenen Heimatdorf auf, lernt Dorfbewohner kennen, erfüllt kleinere Aufgaben, gelangt in den Besitz eines Schwertes und eines Pferdes - und erhält dann plötzlich den Auftrag, eine immens wichtige Mission auszuführen. In diesem Fall geht es um dunkle Schatten, die das Fantasy-Reich Hyrule ins Verderben zu stürzen drohen und eine düstere Parallelwelt erschaffen; und natürlich bleibt es fast ganz alleine an Link hängen, die Weltordnung wieder herzustellen.

Twilight Princess
Twilight Princess
Wie gewohnt muss sich Link wieder durch zahlreiche Dungeons und Tempel kämpfen, diverse Logikrätsel lösen, Labyrinthe durchstöbern, Schatztruhen finden und Gefechte führen; vor allem die Bosskämpfe, die am Ende jedes Dungeons warten, sind fordernder als je zuvor. Neu ist allerdings, dass sich Link hin und wieder - immer beim Betreten der Parallelwelt - in einen Wolf verwandelt und dann natürlich andere Fähigkeiten besitzt - aber eben auch längst nicht so frei in seinen Aktionen ist. Und natürlich gibt es auch diverse Aufgaben, die ein Zusammenspiel aus beiden Welten erfordern - zusammen mit der vielschichtigen, spannenden Story, in deren Verlauf auch bekannte Gesichter wie Ganondorf oder Prinzessin Zelda auftauchen, ist also für viel Spannung gesorgt.

Die Entwickler haben diesmal darauf Wert gelegt, Zelda erwachsener und reifer zu gestalten; das Ganze geht, passend zur düsteren Geschichte, ein gutes Stück weg vom Knuddel-Look. Trotzdem werden Zelda-Fans all das wiederfinden, was die Vorgänger schon zu etwas Besonderem machte - angefangen bei der tollen Atmosphäre bis hin zu den typischen Sounds und dem konstant ansteigenden, aber immer fair bleibenden Schwierigkeitsgrad.

Twilight Princess
Twilight Princess
Ein Wermutstropfen ist vielleicht, dass es immer noch keine Sprachausgabe gibt - mehr als ein paar Lautgeräusche sind nicht zu vernehmen, ansonsten müssen weiterhin alle Dialoge gelesen werden. Da dies aber schon immer so war, werden es die meisten wohl verschmerzen können. Optisch ist das Ganze dafür klar besser als alles, was man auf dem Gamecube zu Gesicht bekam - wenn auch zugegebenermaßen nicht unbedingt ein Quantensprung festzustellen ist.

Twilight Princess
Twilight Princess
Die größte Frage vorab war natürlich, inwiefern sich Zelda mit Wii-Mote und Nunchuk steuern lassen würde. Die Antwort lautet: Ganz einfach. Per Nunchuk wird gelaufen und die Kamera zentriert, mit dem A-Knopf auf der Wiimote je nach Situation die gerade passende Aktion ausgeführt - etwa geredet, eine Tür geöffnet oder eine Melodie auf einem Grashalm gespielt, mit der sich Tiere anlocken lassen. Das Schwert wird einfach durch leichtes Schütteln der Wiimote gezückt und durch seitliche Bewegungen selbiger geführt, per Schütteln des Nunchuks hingegen wird zur mächtigen Wirbelattacke ausgeholt.

Twilight Princess
Twilight Princess
Auch die meisten anderen Aktivitäten - Angeln, Bogenschießen und Ähnliches mehr - sind durch das Ausrichten oder Hochziehen des Controllers sehr einfach zu handhaben. Es spricht für die Entwickler, dass fast nie groß über die Bedienung nachgedacht werden muss, sondern im Grunde immer ganz intuitiv die richtigen Bewegungen durchgeführt werden.

Da "The Twilight Princess" auch in spielerischer Hinsicht über jeden Zweifel erhaben ist und wieder einmal Maßstäbe in puncto Stimmung, Umfang, Game-Design setzt, sollte somit wirklich kein Wii-Besitzer diesen Titel verpassen.  (tw)


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Wii (.com): http://www.wii.com

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