Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0611/49025.html    Veröffentlicht: 20.11.2006 08:27    Kurz-URL: https://glm.io/49025

Online-Preisvergleich für Zahnarztpatienten untersagt

"2te-Zahnarztmeinung.de" unterliegt in erster Instanz

Die Preisvergleichsplattform 2te-zahnarztmeinung.de, die es Patienten erlaubt, Kostenvoranschläge bzw. den Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes ins Netz zu stellen, um Angebote anderer Zahnärzte einzuholen und die Preise zu vergleichen, hat vor Gericht eine Schlappe hinnehmen müssen.

Die Vorstände der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) haben vor dem Landgericht München erfolgreich gegen das Webportal 2te-zahnarztmeinung.de geklagt, berichtet der Spiegel. Die Seite habe "gezielt einen unkollegialen Preiskampf" entfacht und stifte "zum Verstoß gegen berufsrechtliche Vorschriften" an, klagten die KZVB-Vorstände laut des Magazins.

Das Landgericht München gab dem Kläger Recht. Holger Lehmann, Inhaber des Portals, sieht den Entscheid als "Ohrfeige für preisbewusste Patienten, aber auch für wettbewerbsfreudige Zahnärzte".

Nicht nur die Patienten, sondern auch die Krankenversicherungen dürften sich über das Urteil nicht freuen. Teilweise könnten die Kosten "um mehr als 80 Prozent reduziert werden", so Klaus Böttcher von der Kaufmännischen Krankenkasse gegenüber dem Spiegel.

Lehmann kündigte an, in Berufung zu gehen. Er erwartet, dass sich der Rechtsstreit bis zum Bundesgerichtshof hinziehen wird. Zum Redaktionsschluss dieses Artikels war die Plattform 2te-zahnarztmeinung.de weiterhin online zu erreichen. Lycos kooperiert mit dem Portal seit längerem.

Auf der Website wird grob unterschieden nach festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz und vertieft in den Kategorien Krone, Brücke, Inlay, Implantat bzw. Prothesen und kombinierten Arbeiten. Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, werden ebenfalls Arbeiten, die eher kosmetischen Gründen dienen, wie etwa Veneers, aufgeführt.

Zunächst registriert sich der Patient auf der Website und stellt seinen von seinem Zahnarzt erstellten Heilkostenplan ein. Zahnärzte aus der Region können nun ihre Kostenschätzung für die gleiche Leistung eingeben und sich ggf. unterbieten.

Nach dem Laufzeitende erhält der Patient eine E-Mail mit der Aufforderung, sich für einen der beteiligten Zahnärzte zu entscheiden, indem er unter Berücksichtigung des Preises und des Bewertungsprofils der Zahnärzte seine Meinung bildet. Im Anschluss werden die Kontaktdaten des Patienten und des ausgesuchten Zahnarztes ausgetauscht, ein Termin wird ausgemacht.

Der Patient wird daraufhin vom neuen Zahnarzt untersucht und erhält einen neuen Kostenvoranschlag. Nach der anschließenden Durchführung der Zahnarztleistung kann der Patient die Arbeit des Zahnarztes bewerten und so den anderen Nutzern somit wiederum die richtige Zahnarztwahl erleichtern. Zahnärzte können auf der Website Informationen bestellen, wie sie selbst an der Plattform teilnehmen können.  (ad)


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Links zum Artikel:
2te-zahnarztmeinung.de: http://2te-zahnarztmeinung.de

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