Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0611/48801.html    Veröffentlicht: 07.11.2006 13:20    Kurz-URL: https://glm.io/48801

Zu alt und ungebildet? 23 Millionen Offliner in Deutschland

Gut zwei Drittel der Internetabstinenzler haben keine abgeschlossene Lehre

Zu alt oder zu wenig gelernt - daran sollen diejenigen zu erkennen sein, die immer noch nicht im Internet surfen. 78 Prozent der Offliner sind über 50 Jahre alt und lediglich sieben Prozent von ihnen haben Abitur oder ein abgeschlossenes Studium. 56 Prozent von ihnen sind Rentner oder Pensionäre.

61,3 Jahre alt, unterdurchschnittlich ausgebildet, nicht berufstätig und mit geringem Einkommen - so sieht der typische Nicht-Nutzer des Internets in Deutschland aus, glaubt man dem Onliner Atlas 2006, einer Initiative von D21 und TNS Infratest, die seit 2001 erforschen, wer in Deutschland das Internet nutzt.

Derzeit sind knapp 60 Prozent der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre online, 35 Prozent der Bundesbürger über 14 Jahre ziehen nach wie vor die Webabstinenz vor. Die Onliner sind im Durchschnitt 39,5 Jahre alt, die Offliner liegen bei einem Schnitt von 61,3 Jahren. Gut die Hälfte der Abstinzenzler (57 Prozent) verfügt monatlich über weniger als 1.000 Euro Nettoeinkommen.

Der Weg ins Netz steht und fällt mit der Bildung: Unter den Nicht-Surfern haben 69 Prozent keine abgeschlossene Lehre. Von den Menschen mit Studium oder Abitur verweigern sich nur 16 respektive 14 Prozent dem Internet. Bei den Männern gehen etwa 65 Prozent regelmäßig ins Internet, bei den Frauen sind es 52 Prozent. Der Anteil der Internetverweigerer ist bei den Männern von 45 Prozent im Jahr 2001 auf 29 Prozent im Jahr 2006 gesunken. Auch die Frauen holen mächtig auf: Hier sank der Anteil in den letzten fünf Jahren von 60 Prozent auf 42 Prozent. Zwar hat sich der Offliner-Anteil in der deutschen Bevölkerung seit 2001 insgesamt verringert, doch noch immer nutzen 23 Millionen Menschen das Internet nicht.

Der Abstand in den einzelnen Merkmalsgruppen - also zwischen "jung und alt" oder "Mann und Frau" - hat nur geringfügig abgenommen. Kombiniert man einzelne Merkmale miteinander - wie zum Beispiel Ältere, nicht berufstätige Frauen mit geringem Haushaltsnettoeinkommen und Volksschulabschluss -, kommt man in diesem Bevölkerungssegment auf 91,1 Prozent Offliner-Anteil. Das sind 4,3 Millionen Menschen und entspricht 6,6 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren.

"Das Aufholen der Offliner ist kein Selbstläufer! Wir brauchen stärker zielgruppenorientierte und besser koordinierte Maßnahmen, wenn wir den Offlinern, die gern ins Internet gehen möchten, den Einstieg erleichtern wollen. Gefragt sind nutzenorientierte Informationen, Anwendungsbeispiele und Lernangebote", fordert Prof. Barbara Schwarze von D21.  (yg)


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Links zum Artikel:
Initiative D21: http://www.initiatived21.de
TNS Infratest: http://www.tns-infratest.com
www.nonliner-atlas.de: http://www.nonliner-atlas.de

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