Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0611/48677.html    Veröffentlicht: 01.11.2006 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/48677

Spieletest: Stronghold Legends - Bauen mit Siegfried & Artus

Neuer Teil der Stronghold-Reihe bringt Mythen ins Spiel

Die ersten beiden Stronghold-Spiele konnten viele Strategie-Freunde auf Grund des spannenden Aufbau-Parts überzeugen - schließlich konzentrierte man sich hier vor allem darauf, eine große Burg zu errichten und die dann vor den Feinden zu schützen. Mit Stronghold Legends verlassen die Entwickler von Firefly jetzt allerdings das klassische Mittelalter und bringen Legenden und Mythen ins Spiel.

Stronghold Legends bietet insgesamt drei Kampagnen, die sich jeweils auf eine große Legende stützen. Neben Artus und der Tafelrunde warten Siegfried und die Nibelungen sowie Graf Dracula und der Pfähler Vlad darauf, vom Spieler besucht zu werden. Hinzu kommen diverse storyunabhängige Missionen und ein umfangreicher Multiplayer-Part - in Sachen Spielumfang bietet Stronghold Legends also durchaus einiges fürs Geld.

Screenshot #3
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Inhaltlich hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert; immer noch geht es in fast jeder Mission zunächst einmal darum, eine eigene Burg zu errichten, mit dicken Festungsmauern zu umschließen und dann durch diverse gemeine Fallen zu sichern. Das ist allerdings deutlich komplexer als auf den ersten Blick angenommen - schließlich müssen benötigte Rohstoffe wie Holz und Steine abgebaut, gleichzeitig aber die unterschiedlichsten Nahrungsmittel produziert werden, damit die Arbeiter auch was zu essen haben und sich überhaupt gerne in des Spielers Heimat niederlassen.

Screenshot #6
Screenshot #6
Natürlich dauert es meist nicht sonderlich lange, bis die KI versucht, den Burg-Plänen einen Strich durch die Rechnung zu machen - und da jetzt nicht nur Soldaten, sondern eben auch mal Werwölfe, Drachen, Riesen oder Vampire die eigenen Mauern angreifen, muss sich auf einige gravierende Schäden im Festungswerk eingestellt werden. Auch viele Katapulte, Belagerungstürme oder Ölwannen garantieren also längst keine Sicherheit.

Screenshot #9
Screenshot #9
Im Vergleich zu den Vorgängern setzt Stronghold Legends allerdings deutlich mehr auf Kampf, was dem Spiel leider nicht sonderlich gut zu Gesicht steht - denn so spielt sich das Ganze oft wie ein typisches Echtzeit-Strategiespiel, dem das besondere Etwas fehlt. Zwar gibt es zahlreiche (und zum Teil recht ungewöhnliche) Einheiten, und auch auf mächtige Helden mit Spezialattacken muss dank der Legenden-Story nicht verzichtet werden. Viel Spaß machen die Gefechte gleich auf Grund einer ganzen Reihe von Gründen aber nicht: Die KI ist zwar stark, aber extrem berechenbar, da immer dieselben Stellen attackiert werden; Gefechte sind oft äußerst unübersichtlich und unkoordiniert; und viele Einheiten haben mit der Wegfindung so ihre Probleme oder interessieren sich nicht sonderlich dafür, wenn direkt neben ihnen ein Gefecht tobt.

Screenshot #15
Screenshot #15
Auch in Sachen Abwechslung patzt Stronghold Legends - die ungewöhnlichen Einheiten in allen Ehren, aber wenn meist nichts anderes gemacht werden muss als die eigene Burg hochzuziehen und zu verteidigen oder gegnerische Festungsanlagen zu überrennen, hat man sich an ihnen auch schnell satt gesehen. Das größte Manko von Stronghold Legends ist allerdings die altbackene und wirklich nicht mehr zeitgemäße Optik; es scheint nicht so, als hätte Firefly die letzten Jahre Geld und Zeit in die Grafik-Engine gesteckt.

Stronghold Legends ist bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 50,- Euro.

Fazit:
Den guten Ruf der Stronghold-Reihe kann Stronghold Legends leider nur begrenzt fortführen - trotz neuer Einheiten und gelungenem Mix aus Fantasy-Story und Aufbau-Strategie sorgen vor allem der eher misslungene Kampfteil und die überholte Präsentation für Missfallen. Da gibt es - gerade im überlaufenen Weihnachtsgeschäft - durchaus bessere Echtzeit-Strategie-Titel, für die es sich lohnt, sein Geld auszugeben.  (tw)


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